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Mitteilungsblatt des Verbandes nationaldeutscher Juden e.V. · 1922-07-01 · 6 (Juli/August 1922) · p. Seite 7

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Journal
Mitteilungsblatt des Verbandes nationaldeutscher Juden e.V.
Volume
1922
Issue
6 (Juli/August 1922)
Date
1922-07-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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alle« da» if' ihrer Den?» und ben« au q ema nder de, o» nie« llndet, Cjesetze vor« Just nicht nur au« alter Gewohnheit «nd Anhängfi, »keil, M» „Pietät", wie man sagt, sondern an« freie« Wahl inner« Ztch treu zu bleiben. . Das Studium jener Probleme, welche dem Christentum Moralisch zu Grunde liegen, und die spezifische Kenntni» der christlichen Lehre selbst find überdies für Kinder, die mög» glichst ohne Groll und Verbitterung aufwachs« sollen der beste und wirksamste Schutz gegen de« Judenhaß Illenn schon im Leben des Alltag» alle« verstehen auch verzeihen heißt, so gilt die» geistvolle Sprichwort fit, Verhältnis der Völker und Rassen unter einander jllcherweise erst recht. Sobald wir die Antisemiten au» Lebensbedtngung. da» heißt: aus ihrer Natur und art heraus verstehen, nehmen wir ihnen den Argwohn selbst den Haß nicht mehr Übel, i Irgend eine Gefahr für die HMbenstreue der K wird durch Kenntnis und Studium .der Lehre, die l kritischen Wende zweier^Jahrtausende di« jüdisch« H nie endgültig abgelöst/ di» Judentum damit aber doch Mals ausgelöscht hat, meiner Ansicht nach nicht begr »bald unsere eigenen Lehren^ da» Studium Unserer und auch natürlicher Weise ehr. reger Tempelbesuch in geschrittenem Alter ihm ständig die Wage halten. Soviel zu den Hindernissen, die einer deutschen Erziehung heute noch im Wege steHrn. Wie steht es aber mit den Widerständen und Gefahren, die bei einer Erziehung il, ad solut deutschem Sinne dem Judentum selbst erwachsen könnten? -! Da erhebt sich zunächst di« Frage de» gesellschas Verkehr», der Geselligkeit überhaupt. Mit wem solle, sere Kinder heute befreundet sein? Wir nationalde Juden haben gegeu-vmgang mit christlich« Kämet sicherlich nicht» einzuwenden. Es ist durchaus vern wenn unsere Kinder Bekanntschaft mit den in christlichen sen vorherrschenden Lebensformen und Eitlen machen. > sie Einblick gewinnen in die Gedankenwelt und di« Ln dungskreise christlicher »Cchulgefähtten. In! keinem aber darf der freundschaftlich« Verkehr mit an sich geeigü jüdischen Altersgenossen fühlbar darunter leiden. Eindr die Kinder -in frühester Jugend empfangen, > find bles und unverwischbar. Wollen wir unsere Kinder zu d schen Juden erziehen, so müssen sie auch vertrau Mit jüdischer Tradition. Tradition aber wirkt beso r auf da» Kindergemüt und übt gerade im Stadium Dumpfheit und llubewußtheit einen bestimmenden E von Psyche zu Psyche au». Rur der gleich mä kameradschaftliche flmgang mit n jüdischen und jüdischen Gefährten in den Kindern das richtige! Erfühl dafür erwecken, da» Festhalten an jüdischer Tradition kein Hindernis ist. ein ganzer Deutscher zu sein. Es gibt aber, abgesehen! von unserem gdsellschaflili Und engeren Freundschaftsk^else. noch eineil Erzieh^ faktor, den wir nicht unterschoben dürfen und der sich len in direkt gefährlicher Weiseunserem Einfluß en Dg^ sind-— unser« Hausgenossen? Viele Familien mit reicher Kinderschar find, zumül wenn die Kinder in rem Alter stehen, ans einen dienstbaren Geist, ei l K Mädchen, ein „Fräulein" angewiesen. Bei der Auswal l Lkberwachung solcher Personen, besonders wenn sie aü düng und Kenntnisse pochen, muß äußerste Vorsicht Es müssen dabei die glichen Gesichtspunkte und Jntcie di» wir selbst bei der Kindeterziehung vertreten, err' berücksichtigt werden. Das Kinderfräulein oder dergl unsere Bildungslendenzen. di« der Pslege nationale religiöse»'Gefühle gleichmäßig gelten sollen, bereitwillig unterstützen. Wenn dies in Anbetracht ihrer geistigen «Zähigkeiten eiü zu hoher Anspruch ist. darf sie mindesten» diesen Tendenzen nicht gewaltsam entgegenarbeiten. — Bei einem fremde» Menschen, dein wjr »nser« Kinder zeitweil g an» tsichen un» ltsche ad« üilstig, Krei« oenn pfin» Zolle et« ücke, bend u t» sein der» der ijnfluß ige cht» kann daß )afür che» ngsziuweifzieht. zahl« »arte« nder» Und «il» lten. ssen. rssthast muß und s" vertrauen» da« Richtige zu treffen, ist jedenfalls nicht leicht,' .Der beste Ausweg ist der, daß wir »nsere eigenen Kinder, 'auch wenn wir sie au» Mangel an Zeit oder au» Desu rd» heitsgründeN nicht ständig um un» h rbe« Gnnen, so nch» an uns selber heranziehen, daß sich ein tieferer Einfluß >er übrigen Hausgenossen auf ihre Geistegentwickelung ganz gon selbst verbteret. Dazu ist aber wiederum nötig, daß wir nicht nur ine nerlich vom reinsten Willen beseel, find, daß unser e K» ne» Denk« von unserem elterlich« und menschlich« Pfli ht» gefühl unbedingt kontrolliert wird. Auch unsere Worte > ad/ Tat«, die Art, wie wir uy» beweg«, unsere Ansich en Süße« oder mitunter verschweigen, müssen von dem Neun ßt« sein diktiert sein, daß wir unseren Kindern ständig als stör« bild zu dien« haben. Ist das immer der Fall? Ich i aill an dieser Stelle nur eine Unart erwähnen, die mich in 8e» kannt«krers« oft peinlich berührt hat, die herabsetzend« »nd selbst beschimpfende Art, in der sonst ««hafte Mensch«, die ebensall» Juden find, vom Judentum sprechen. Man nir imt häufig'genug keine Rücksicht darauf, daß Kinder zugegen s nd. Bezeichnungen werden verwendet, die herabwürdigend, ntehrend und zuweilen nicht einmal stubenrein find. In e ner Form, dt« au übelste antisemitische Gepflogenheiten e cin» nert, wird bei Verfehlungen, die sich irgend ein Glaubin-» genösse minderer Güte hat zuschulden kommen lass«, eins Judentum tzur Kritik herangezogen. „Natürlich wieder em Jude", da» ist der mildeste Ausdruck bei solcher Gelegen! eit. Von der Oberflächlichkeit der Gesinnung, die au» solhen Aeußerung« Erwachsener spricht, will ich hier nicht re!>«. . Mir kommt es hier nur auf die Wirkung an, die solche? us« fälle auf Kinder ausüben müssen. Was soll ein jüdis he» Kind sich bei solchen Angriff« denk«, während ihm tm Tempel häufig genug,— nicht minder oberflächlich und ine seitig — gesagt wird, daß es ein Glück und Vdrrechr, , ine Vergünstigung sei, überhauvt Jude zu sein? In wel Heu Zwiespalt muß ein solche» Kind gerat«? Das muß sich endgültig ändern. Nicht etwa unseres weg« oder der ander« weg«, die dadurch geschont weiden könnten, sondern der Jugend zuliebe. Die Jugend, die i azu bestimmt ist, di« fruchtbaren Elaubenswerte zu pflegen «d zu bewahr«, soll nicht nur Achtung und Ehrfurcht vor rem Judentum als solchem, sie soll auch Achtung u»d Ehrst rcht vor den Manschen jüdischen Stamme» haben. Nur wenn wir ihr diese EKrfurcht wirklich einpflanzen können,' wird sie!»eM eigenen Glauben dankbar die Treu« halt«, wie nuch der deutschen Nation, der st« durch ihre Herkunst und kuftu, rekle Entwickelung angehört und angehören soll. Palästina und die nationaldeuisch^e Juden.*) Don Maz Naumann. Der Völkerbundsrat hat da» englisch« „Mandat" Palästina bestätigt, wenn auch unter gewissen Vorbehalt bezüglich der heiligen Stätten der Christenheit. Der P hat seinen zunächst sehr entschiedenen Widerstand im festlichen aufgegeb«. Der sogenannte Zionist Sir He Samuel hat mit seinem Besuch im Vatikan mehr «rr als seinerzeit der wirklich« Zionist Professor Wetz«« »Offenbar hat Samuel in seiner Eigenschaft als englH Beamter dem Papst beruhigend« Erklärungen abgebe« n« oder müssen, die feinem .zionistischen" Herz« leicht gefallen sein dürften. Die offiziellen Leiter de» nismns preisen natürlich die Mandatsbeftätigung al» ß« Erfolg ihrer Sache. Sie tausch« tNLckwunschteb me aus und gebärden sich reichlich begeistert. Hinter Kulissen dsirste die Begeisterung geringer sein. Die vor englischen Regierung vor und in der entscheidenden Sitz Zue!st abgedruckt im (roten) „lag" am 18.8. LL iber ten Papst we» äbert reicht, n«. cher kön» »icht Zioe gro« legpam» den der ung

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