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Mitteilungsblatt des Verbandes nationaldeutscher Juden e.V. · 1922-07-01 · 6 (Juli/August 1922) · p. Seite 3

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Journal
Mitteilungsblatt des Verbandes nationaldeutscher Juden e.V.
Volume
1922
Issue
6 (Juli/August 1922)
Date
1922-07-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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ih- '1 oa clr wer! Widerstand aufzurufen. Au» der „nationalen Berteidi der levcke ea morse, die er damals müh für möglich ist nicht» geworden, oder daß es ein deutscher war. der sie -u entfesseln suchte, als schon rings um i der Aufruhr sein Hstupt erhob, als die HUfslosigkeit Spitze des Reich« nicht mehr zu üderbieten war und Politiker von damals nur in sofortiger Ergebung suchten, da» soll Walther Rathenau nicht vergessen Er ist den Weg der Pflicht gegangen atte» vorüber war. Auf diesem Wege unsnatioaaldeirtschenJudenseinGeist aufgehen. Auch wir werden uns von Wege der Pflicht nicht abd rängen lasse Stimmen vom anderen U Der Verfasser diese» Aufsatz«» ist der Autor' . kannte» Broschüre „Antismnittsnul»?" fl Berlaga-Seseuschaft für PolitU und Geschm b. v.. Berlin 1W1, 35. Tausend). Er war kurze« ab« i .vSMs. _ _ . . Di« Schrift Offi)1er»hetze »«d A«de«hetze. Bon Friedrich v. Oppeln-Bronikowsl Ein vor kurzem erschienene» But^ gibt mir lassung zu den folgenden Ausführungen. In seiner „Die Offiziershetze al» politische» Kampfmittel und erfcheinung" (München, Lehmann» Verlag» 1922) sich der auch sonst schriftstellerisch tätige Oberstleutnan Boehm in scharfer, doch vornehmer Weife gegen di« dige Offiziershetz«, die sich schon vor dem Kriege bei Wachte, aber erst seit der Revolution besonder» empö Formen angenommen hat. Diese Hetze beruht auf de« Kniff, die Verfehlungen einzelner oder kleiner Sruppejn. sie auch Boehm bezüglich de» Osfizierkorps gar nicht tet, einem ganzen Stande, einer ganzen Dolksklasse zu lege«. Es ist das gleiche Mittel, da» auch der konsed Antisemitismus (sowohl der ideell« wie der Geschäftesemitismu») gegenüber den Juden anzuwenden pfleg l. Nun diese Offiziershetze in teils feinerer, teil» roherer vom „Berliner Tageblatt" (hier besonder» in dem W „Alk"), von der „Frankfurter Zeitung", der „Weltb des Herrn Siegfried Jacobsohn und von einer Reih, Haler Juden — chenn auch keineswegs von ihnen allei betrieben wird, so hat Boehm seine Schrift leider antisemitischen Ton gestimmt. Da» geht nicht nur at Motto, sondern vor allem aus dem Inhalt selbst hervojc, besondere au» dem Abschnitt „Die Kultur, Ln der wir Anteil haben", womit die händlerische, pazifistische, nationale Kultur des radikalen Judentum» und getst toandter Kreise gemeint ist. Der Verfasser fällt die gleich« schroffe Einseitigkeit, die er dem Gegner wirft, indem er für die Auswüchse, für die Ausschrei' u eines kleinen Klüngels »erstiegener Literaten und sogf ter Künstler (Dadaisten) das Judentum überhaupt deutsche Judentum als solche» haftbar macht. So Mit seinen Anklagen gegen die Kerr, Harden, Tu (^Dichter" und bis vor einiger Zeit Redakteur des fehl Hauptstütze der „Weltbühne"). Werfel u. a. m. r und Zustimmung verdient, so einseitig und ungerecht seine Verallgemeinerungen Er fühlt dies Wohl auch wenn eh in einer Anmerkung (Seite 102) sagt: „Es MNg". hielt, ude l m hckr der die Seil den. bi» soll vor» l^e m st-. er. »er beentfche te m. s vor i. ist gen de« l ritung. k. Beran- -chrift lturwendet a.D. stnwürr rende alten Lul merkbar z»ir ode Ich habe schon an anderer Stelle daraus biy gerade di« politischen Mitarbeiter des ts" zu« großen Teil nicht Juden sind, so wenig von verlach mit seiner „Welt am Montag" zu schwelgen Don manchen Offizieren, Diplomaten ul hochadlig«! Name«, di« in da »selb« Horn blasen. Mleißlat sich di« fast rein jüdische Redaktion der Rassische tnng" eines weit vornehmeren Tones: auch Loeh« kann Schrift nur An« einzige Entgleisung rings AÜsteinbla Hageln. m ro,e ckbprei- Last uente Anti- Da Form tzblatt ühne" radi. ^) - f den s dem in», keinen inter« esver. it in vor» ngen nann» r das er iholsky '«Ulk", hat find selbst, gibt f< hr eht gewie« rliner chi« der «». mit Dagegen n Zei. seiner lest. Äe Jude >Iw. selbstverständlich sehr .viele nationa l g«. Ind ... stnfrte Juden. Biele haben sich auch als So!l» dat>, als Offizier, hervorragend bewährt. 8 iejmSßt e n! abervielschSrferundtnvollster Oeffeatltihjkeit von dew^>eutschfeindlichen Zu^en ab rü-cken, nicht nur in politischer Hin. sicht, sondern ganz besonders auf kulturel. lem! Gebiet f. Dafcheiden sich die Geister erst waH rha ft ih d eutsche und und eu tsche." Mit dem ersteh Tell dies« Anmerkung könnte die große Masse der national denkend«» Juden voll zufrieden sein, wenn es nicht eben.nur eine Anmerkung wäre» die inhaltlich au» dem Text herausfällt und! deu Eindruck macht, erst nachträglich einge. schoben zu sein.! Gibt es bei uns doch Juden in allen pmi-' tischen Gruppest, aus denen mgn^pe sticht gewaltsam aüs« treibt. So gut wie sie in Frankreich in den royaliftischdn «ad selbst in dhn ttertkalest Zeitungsredattione« (Figo, o. Gauldis) sitzen, würden sie bei uns in den Rechtspartei m und gemeinsam mit den religiös orientierten Parteien der Mitte wirken, somit auch den jüdischen Radikalismus l ekiinchfen^wenn man sie nicht durch Ausschluß oder sonstige unkluge Behandlung künstlich in den Radikalismus hinein-- hetiche. Da» Treiben solcher Amokläufer, wie sie Boehm n Hinblick auf dick Offiziershetze gekennzeichnet hat. wird nun den nationaldenkende« Juden genau so verurteilt, wie v >a nationaldenknchen Richtjuden, zumal eine ganze Reihe «a. tioualgestnnter Juden selbst den Soldaten, und Offiziers» >ck mit Ehren getragen hat und durch die Lnwurfe jener Leute sich selbst besudett fühlt. Was aber den zweite» Satz der Boenm'schen Ayfkerkung betrifft, so wird feine Haltlofigb it gerade durch die «on Dr. Raumann ln» Leben gerufene E ewegung der nationaldeutschen Juden bewiesen. Bon dm Anhängern dieser Bewegung werden Auswüchse,-«!« ftr t ie Boehm'sch« Schrift geißelt, in vollster Oeffentlichkeit und u it aller Schärfe bEistpft. Daß diese längst vorhandene Den e. gung durch di« Initiative einiger Führerpersönlichkeften er dlich in Fluß gekommen ist, muß daher von nationaler niö tjüdischer Seite, soweit sie nicht antisemitisch verrannt ist. auf» wärmst« kegrüßt werdAr, denn nur so werden.wir m einer reinlichen in der Tat nickt, wie es der „Tentralverein deu scher Staat sind" und von (größtenteils meist längst (Erklärung vym Blättern und heut« immer mitismus. di« Scheidung der Geister gelangen. E» genügt sbürger jüdischen Glaubens" tut. zu erklären, das! seine Mitglieder „nationaldeutsch orienti, rt einer Anzahl russischer und deutscher Judm überspannte Literaten)" «brücken, „die aus dem. Judentum Lusgetreten find". 22. Rpvember ISIS). Denn, in dm Schriften de» Bereins findet man sich nur Abwehr-Artikel gegen den Anti e» an sich voll berechtigt find» aber dps Korrelat, vermissen lassen, nämlich die Säuberung im eij enen Lager und die Brandmarkung radikal-jüdischer Ars. schreftungen in stanz bestimmten, die öffentliche Meinung r ckt Recht erregend«», Fällen. Ich wenigsten» Hab« nicht den l nfeste« Tadel übler das Treiben des Herrn Tucholsky und s:i. ner Sippe in jenen Blättern gefunden. Ist es da zu v rwundern. wenn man da» Schweigen als Zustimmung auf. faßt,j «ährend es tatsächlich nur Schwäche oder Komprom ß» Politik im eigepen Lager ist? Was heißt zudem „aus d, m Judentum austreten"? Gerade diese Leute, die de» letzt m Halt, den der Religion, verloren haben, erscheinen jed-m RichHuden. besonders wenn er selbst noch Religion hat» l ls die gefährlichsten, und sie werden trotz alledem mit Rückst ht auf ihre Abstammung zu den Juden gerechnet, denn die 5 udenfrjage ist'nun eichmal keine bloße Religionsfrage. Sol he Leute unter Hinweis auf ihren Austritt au» de» Judenti m von de« Rocksk^ßen abzuschütteln. ist daher nur eine hö<)st bequeme Verlegenheitsgeste. An solchen Halbheit«». Mißverständnisse» stnd vnwahrhetten hat die Behandlung i er Judenfrage in Deutschland bis zu der Bewegung der ' a- «aticknaldeutsch^n Juden gelitten. And so gelangt auch ^in

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