Mitteilungsblatt des Verbandes nationaldeutscher Juden e.V.
- Journal
- Mitteilungsblatt des Verbandes nationaldeutscher Juden e.V.
- Volume
- 1922
- Issue
- 5 (Mai/Juni 1922)
- Date
- 1922-05-01
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
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de« dt« .Deursch« Mgemei«« Zeitmg" vor Kurzem (ll. März, Nr. 119) a«« der Feder de» HerrvrMtz Naim»»»», de» Letter» de» Verband«» nationaldeutsch« Jude», verSffentltcht hat, und auf et«« wetteren Bis. satz desselben Verfasser», der kürzlich 1,, der „Kölnisch n, Zeitung" veröffentlicht worden ist. I, diesem Aufsttz erkennt H«r vr Naumann rückhaltlos in, daß da» Ce bahren gewisser jüdischer Kreise schlechthin als deulsh feindlich an-useh«, ist, und dass eS dat dringendst« Zn. tereffe der deutsche« Iudenheit gebietet, von diesen Kr:i sen entschlossen abzurücken. Ir Raums, n hathierbeidaS Treib eng.wisserzio ntstischer Richtungen im st u ger hält« aber sehr gut seine Betrachtungen astch auf die lei!« außerordentlich zahlreichen jüdischen El mente ausdehren können, die in der Presse der radikale, > Linken ihr! nwesen treiben. Wenn tuaendltche Menschen, die ja kauntlich — um mit Schiller zu reden — „leicht fertig mit dem Wort" find, auf ein solches Treiben mit Ausbrüchen nationaler Leidenschaft reagii ren, so ist d es vom deutschen Standpunkt aus durch m» zu versteh n. Für di« „Deutsch« Allgemein« Zeitung' liegt jedenfcllS kein Grund vor, den tzochschulring deutscher Art von sich abzuwetsen." Wer dieses Schreiben liest und die Praktiken heS Schriftleiters der E.-V.-Zeitung vr Ludwig tzollän)« nicht längst kennt, muß erschrecken übe, den Grad > on Skrupellofigkeit und Derantwortungslofigeit, mit der hier die Wahrheit auf den Kopf gestellt wird. ' der C.-D.-Zeitung wird ve daß der Schriftleiter der Allgemeinen Zeitung" aus klärt, vr Naumann habe ist wähnten zwei Artikeln „nur gewisser zionistischer Ri Auge gehabt". Den Leser schwiegen, daß die beides NaumannS sich mit dem H überhaupt nicht beschäftig für noch gegen ihn Stell, Den L e s e r n w i r d v e r s ch w i e Schoiftletter der Zeitung" selbst die Entglei stchder Hochschulring bei der Zudenfrage mehrfach h den kommen lassen, auSdr billigt". Den Lesern schwiegen, daß derselbe C ein Abracken von den als deutschfeindlich geke» „gewissen jüdischen Kre Bezugnahme auf die beid NaumannS „vor Allem auch Den Leselrn rschwiegen Deutschen duücklich er seinen er da- Treiben htungen im wird ver - Artikel vr ochschulring;n und weier ng n « h m! n. gen, daßder „Deutschen Allgem. sungen, die Erörtern at zu Hchrl ücklich „mißwird vcrchriftleit'er mit Recht nzeichneten sen" unter «ln Artikel vr m Interesse unserer jüdischen Mitbürger selbst" empfiehlt. Und warum wird da» alles versck wie« en? Weil e» nur so möglich ist, den Lesern der T-BZeiteng ior» zuspiegeln, daß der Schriftleiter der „putschen Allgemeinen Zeitung", dieser aufrichtig« Freund de: national >cfin> ten Juden, ein „Antisemit" sä, und um durch den Scitz „Oas find die Früchte de» Verbandes Nation »ldeutscher Jud n!" die lleberschrift „Jüdischer AntisemitiS«»»" rechts«, tigr, zu können, d. h. wi^erum den Lesern vorzutäuschen, daß der „christliche Antisemitismus" d«S SchrtftlritdrS der »Drusch. Allgemeinen Zeitung" durch den „jüdisch en AnlisemitiSnuS" unsere- Verband«- oder seine- Vorsitzenden vr yiauuiann hervorgerufen, mindestenaber gefördert worden s«i. WaS vom Standpunkte deallgemeinen uni» inibesonder« de< journalistischen Anstandezu dieser griben Tatsachen-Derdrehung zu sagen ist, mö<en sich unsere Leser selbst sage«. Ab« d« erörterte Sachv rhalt hat ein« iber den Einzelfall weit hinausgehend« grün ssätzltch« Bedeut mg, denn er zeigt -mit einer durch kein« E »t stellung zu verwischenden Deutlichkeit, wer eS wirklich ist, der de m,.A ntisemiti»- mu»" Materialliefert. Man lege sich die Frage vor, wie ein aufrichtig« Derstä »digungsfreund, wie drr Schriftleiter der „Deutschen Allgemeinen Zeitung"/ ng ijltch darauf!reagi«t« muß, wem» « sieht, wie ihn ort im ilstmw« verdreht und sein auftichSge» De zur!1el«rbrückung d« nicht vertuschbar«, Gegen! betzutragen, zu Schanden gemacht wird. Ist «Sein wenn ein solch« Mann sich vön Ekel «füllt vo> Gebahren abwendet, und würde eS allzufern lieg«^ ein solcher Mann die Erfahrungen, dt« « hi« mit einzelnen Juden gemacht hat, auf die Gesamtheit oder au« > nur auf di« Mehrheit der Juden übertragen würde? Der tzert. d« da< Schreiben an Herrn vr Grünfeld diktiert hat,! ist ein zul charakterfest« und vernünftiger Man», um Huf Grund einesolchen EinzelfalleS in den Fehl« d«r Verallgemeinerung zu verfallen. Er wird auch auf Grün) diese!» Vorfalls nur ein Anti-Holländer, nicht ein Antisemit werden.! Ab« nicht jeder Nichtjud«/besitzt diese» Maß von Einsicht und Charakterfestigkeit. In jedem Fal, d« einem Nichtjuden, mag « vorher noch so gutwillig un» vorurteilsfrei sein, derartig« Erfahrungen einbnngt, bestell die Gefahr und in uns«« vergifteten Atmosphäre sogar die Wahächeinlichkeit, daß dies« Mann in Zukunft ei» wirklich« „Antisemit" wird, der grundsätzlich sagt: „Ich will, mit Juden! nichts zu tun haben; w« Pech anfaßt, b> - sudelt fich". Lnd daß ein Antisemit »tele Antisemit«, et, ist eine Weisheit, die selbst Herrn vr Holländer neu sein dürft«.! Aber wir sind in der Lage, Herr, ollänoer a u ch noch an einem ander«, _spiel seiner eigenen Tätigkeit nachzucheisen, werden Antisemiten da- Material liefert. In der ersten programmatische, Nummer d« C.-V.-Zeitung, die nicht mit Unrecht noch imm« den Untertitel „Allgemeine Zeitung de» Jtzdentumi" führt, hat He« vr Holländer selbst einen Aufsatz verSffen . licht unter der! lleberschrift „Fort mit d« Abwehr". Autz dem i Artikel selbst ist nicht recht zu ersehen, waS eiaentli» h an den bisherigen Methoden geänd«t werden soll, ES wirb viel um den Brei herumgeredet und daS Ergebnis scheint uns zu! sein, das alle» beim Alten bleiben wir! Abe? wenigst«,- zwei Sätze find von einer garnicht mißz» - verstehenden Klarheit. Sie lauten: „W irrücken ^»uch von Elementen n^icht ab. welche der.großen Oeff^ntlichkeit und auch den meisten von MnS n s cht'beHwg e n. Das w«den wir erst dann tu «, wenn unsere! nichtjüdischen Volksgenossen von ihren Schädlingen abrücken". , , Man kamj nicht in klarerer und gleichzeitig naiv« r Weise aussprechen,, wo die Quelle sprudelt, aus d« d « wirklichen Antisemiten immer wied« ihre Eim« füll«,. Hier sagt sin Jude,'der di« Geschäfte einer unt r anderem auch Mr Deutschtum" eintretendcn Organisatikn führen darf, daß seine Anhänger «»nicht nNsig hätten, von jüdischen Schädlin - geü öffentlich abzurücken, wenn nicht au h „uns«e nichtjüdischen VolkSgenofftn von ihren Schädling, nabrücken". Verstehen die Lä« der E.-D.-Zeitung svirlli h nichts was in d« Verkündigung dieses Grundsatz«» lieg, 7 Hie« wird gegen die Gesamtheit d« nichtjüdischen Dättsch, n d« Vorwurf erhoben, daß fie von ihren Schädlings» nic >t abrülck«,. Und Iderjenig«, der e» wagt, einen solchen Do:- wurf aufzustellen, will selbst ein Deutsch« heiße». Er will ein Deutsch« heißen, trotzdem « sellst fich Und diejengen, die ihm folgen sollen, in offen,» Gegensatz zu den „nichtjüdischen Volksgenossen^ stttlt, indem er wiedei einmal da» deutsche Lag« in zwei Sonderlage», dajüdische und danichtjüdische spaltet, lind nc lehnt e» ab, trenn man selbst diese Spaltung einmal abgegebene Tatsahe hinnehmen will, aus dem jüdischen. Lag« htnavSzuweise». wer in seinen Augen ein Schädlings», wenn nicht auc> au» dem anderen Lag« di« Schädlinge hinausgewiesen werden. Er will in seinem eigene» Harfe oder, wa» « so nennt, Lumpen dulden, weil auch se in Nachbar Lump«, im Hause hat. r Ist dies« Logik nicht erschütternd? Begreift ma a, warum die deutschen Juden, auch der große Bruchteil v »n ihnen, d« wtrIÜch deutsch gesinnt ist, gegen ihren Wjlftn Schrjtt für Schritt auf dem Wege, ein Volk im Volle gi