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Mitteilungsblatt des Verbandes nationaldeutscher Juden e.V. · 1922-04-01 · 4 (April 1922) · p. Seite 9

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Journal
Mitteilungsblatt des Verbandes nationaldeutscher Juden e.V.
Volume
1922
Issue
4 (April 1922)
Date
1922-04-01
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Sie wittern Morgenluft. Uns« voestandsmitgjlird Schriststetlor Larl voor, Friedenau, der Vorsitzen»« de« DeutMzLischen Elte " „In einer versammlanade» Rel Steglitz »nd Umgegend, d«?»„jede kam m« Frage der benorstehende« _ Drache. Ich gab dör-Meinung Ausdruck, dnf diese Frogeein; „Veltgionoveretir- «icht interessieren könne, >»eil die. HanvttUlf gab« jüdischer Ekeriweiräl« lein Müsse. grwetnsa« «ii dm christliche« Elternbeirats-Miigltedern t» vat «ländische» Sin« auf «in Zusa««enarbeite» christlicher und jüdischer Echüle htn-uwi-ke». Dcuwd HMe Entrüstuna der M ueich erschienene Zionist«» und Z»Gchenschtchtl«r. «insthlietzlick de» V«st1 eine» Vorstandsmitglied» der Ortsgruppe ^>e > .^»eutsthen tralveretn«. Letzterer leistet« sich den Ausspruch. e» sei ga gl«ich«iktig. «a» für ein Jude i« Elter» Herr sähe; die Haupt sachesei,»« Hein ,J»d « dasitz! Auch warne er vor meinem „übergroßen" Deutschtum, zu d, „wir Juden" gar keine Veranlassung hätte». Noch deutliche wurde der anwesende Vorsitzende der zionisti chen Orts-Or satton. Er warf mir „Lerräierei am Judentum" sowie «ann-Manieren^ vor und erklärte, „ich bät e >an _ ,, .. mich auherhesl! der jüdischen Schicksalsgemeinschaft gestellt, i-roeil ich in Oeffentlichkett in einem Atemma« gegen Antisemitismus Zionismus predige". Am nämsten Tag« wurde ich v rineMHerrn, derseinen Namenoorsichtshalo verschwieg, telephonisch an-e rufen und m Beschimpfungen, Drohungen und „Warnung« tsetzung mei »er Tätigkeit _ habe ich zwetmol beobachtet, dich verdächtige Gestalten in g«wisser Entfernung »er Fort Setrher für den Fall überschüttet, mir abend» zwei folgten. Ich bin nicht ängstlich veranlaat und wrrde mich im N,tsall« zu wehren wissen.. Aber es iS vielleicht ganz zweckmäßig. Lea Tatbestand fistzulegen, ehe «in solcher Notfall ««„tritt Wer kennt den Ursprung des Wortes „Antisemitismus"! Für die Zwecke einer auttlärenden v« uns erwünscht, nähere» über den Ursprung semitipmu?' »u «fahren. Bischer ist es u.. einwandfrei« Feststellungen darüber zu treffen zum erste» Mal im Sprachgebrauch de» tun andere« Volkes auftaucht und ob es zuerst » von judenfeindlicher Sgite gebraucht worden di« -ur Suflläruug de» Frage beitragen bete«, kurze, aber möglichst genaue MtÜeil lettung gelangen zu lasse». Bei Bezugncchmk schriften oder Zeitungen wird um mHlichst de« Titel», de» verfass Verlage« gebeten ffer». de» Erscheinurg! Beiträge zur Kritik der Sprache m r «luter ustd n! r tt n" r iffentlühung ist es I>e» Wortes „Ai tt- ,» nicht gelungen, . wann da» Wort Ischen oder eine» von jüdischer ist. Alle Le kpnnen, werden g« m an di« Schr lstauf Bücher, Z nt bestimmte Angjrbe »jahrr» und 1) „All-Goi". Gin Verliner Ilorstandsm glied de« Eentralveretn» hat für »»seren Berband Bezeichnung „All-Goi" geprägt. Wir b Glückwünschen Herrn zu dem kerndeutschen Humor, der in dieser Wortschöpf «u» tzluodnnk kommt, und bestätigen ibm g> rn. daß er in Geist unsere» verband» ebenso tief «ingedungen ist, wie den Seist der von ihm beherrschten Bruchstück, 2) L)te mihglückto Attacke. i da» unglaublich«' Verhalten de» Borstander dtsche» Gemeind«, der den Zionistenfübter 1 veizmann ofttz i ernpfanae» und begrübt hat ssteh« ben Nusta, Liegt Berlin Deutschmick?" in der Rärznummer unsere» Llttteilungbbratt! war Gegenstand einer Äiterpellation der jüdischen Bol Partei" in der R«prSse»tantea«ersam»luni Der sogena» Liberal«, der in der ^glichen Sitzung den.Vorstand ver hat fich zunSchst die «rNSrung Vorbehalten. Demnächst der Vorstand beschlossen, über den Angr ,^ur Tagesordnung übetzugehen^. Wie man ein so „vorsichtige» Verhalten, ut deutsch nennt, will ich nicht aussprech a, Wort klingt gar zu li«.blos.!ln der Spro de, Z-raelitischen Familie-nblajit«, he.iht .^Vr. Naumann» «itzglückt« allen Ernste» die Üeberfchrift. die schöne Geschichte aufttscht 8 _Attaicke". So mit der da« Matt seinen lai Le « Sine nationaldeutsche Ohrfeige I» der Aula einer höhere« «ädchenschrle in Berlin sielt ein Lehrer au» Posen eine« Vortrag über di, traurige Lag« ntchtjüdischen und jüdische« Deutsche, in d r verlorenen oper er. )e» a he. aus jüell in »1. snte tzat. at ftff uf n: che. es: tet rn der Vst- Dee Jnhot^ d«, Vortrag«, wurde DWMn Schülerinnen 2.ud*n »olNkil ^a gar ketneT»,Nischen sein." D eseir Au^im-ch wurde von einer chrifttich^» «itschüleri, sofort! Vhrftiae LWrtwortet. Lehrer bespra^en dMvorkommni» »nd sich mit Recht lwf die Setteder christlichen Schülerin. Dasselbe mten^ die jilds^he» Mitschülerin»« u^ bi» auf wenige Amniachmon. «et der Pesomchnng kam zum Ausdruck, dah -die Jadan sich nicht wunder« konnten, wenn durch solch« Lorgikn« da» Verhältnis zryischen Juden «nd Nichtjuden immer schkchter wRrvr. Man kann nur behNubrn. das, di« wohlvar- ^."Nte Ohrfeige nicht von einer Schülerin erteilt wurde. jüdischen Vom mosaischen!undnjchtmosaischey Juden. ., Di« im -Echo der Presse" uusrrer Rärznummer «ngekündigte Besprerhung de» von Herrn D«. Toblenz vechasUe« Auf- Nauunnangels erst in einer der folgenden »tt«, — " satzes kan» Nummern de» itteilunjMblat zum Abdruck kommeE « N. Bücherschau. an Dr. «ilb^Erbt: Dg» Judentum. Dt« Wahrheit über sain« Entstehung. (Meversche Leibuitzhandlung. Detmold. >1 SSI). Der UntrrlÄel entspringt nicht einer üblen Prätenslon. Erbt verläht den W«. den d.« Bibelforscher von Aellhansenb«, auf Friedrich Delitzsch gingen, und geht «inen neuen Weg, von dem auch ich annehcke, dah er zur Wahrheit sützst: Jrinmaen in EinzrlheUen. di« ich hjer nicht ^um Gegenftai» der Lrittt macheu kann, machen dar Buchnicht weniger empfehlenswert. Was sagt das Buch uns nationaldeutschen Juden? Im «apitel .Das Judentum als staatlich« «emeinschast untet Sichem's Führung" lchen wirs<S. 1»8): .Di« Geschichte hatte gelehrt, das, ein« Genossenschcht, sb«en Mst. alirder «in« Bersicherung! aus GmenseitigktU aus rchtztöser Grund- «tz« adgchhlossen haben Und verstreut wohnen, nicht «in Zenlrnm abseits und unabhängig von anderen Staaten besitzen kann. Unfehlbar wird diese» Zrnbum in die Hände der westlichen Staaten hinetng,zogen; umgeiihrt aber duldet diese« Zentrum infolge der Aufnahme der Weltgottidt« nicht die Unterordnung uni« «inen ander«! Staat. Jeder Staät aber, in demMiglieber diesm Genefftnschaft wohn«, wird di«! Zugehörigkeit von Locken, die als seine Bürger gelten wollen, tu einem fremden Stootmoesen. nicht z«. lassen k-nnen." Wir umerfchreiben dies« Sätze und unser« Zionisten mögen prüfen, »d!di« odig« Schluhsolgünng. di« LOk au» der Geschichte Israel int babylonischen üll ztchk.für ihrMene« Tun. und Handeln, matzgebend ist oder nicht. In Lapitel »Da« Judentum als Geburt »gemeinschaft" behauptet Erbt (S. 14«), dah noch PW HgsNNu der Ehen zwischen Jsratliten uw» sreMdstänmngen Wetbern durch den Hohenpriester Josua (S. September klö) di« Juden bürtigkeit entschred« , habe über di« Zugehörigkeil zum Iudenlu.. . .Ls mutzte sich auch d«r körpervch isolierte Jude in aller Wist als Fremdling fühlen. Er kann nicht Vollbürger «ii^s Staate« Bolksgenoffe «ne» anderen Volk» werden, seine jüdisch« Sem einschast ist ihm Staat und Volk, auch wenn er in irgend einem Staat« und in irgend «inam Volke sein tägliche» Brot sucht." Wir können dies« Sätze nicht aqnz billigen. Nirgendwo eus der Erd« entscheidet heul« dt« Judenbützigkeit über bi«^Zugehörigkeit zum Judentum. Bei Mischehen bemüht man sich nur, den nichtjüdisch« Gatten und di« Sind« a», diesen Ehe» für da, Judentum zu gewinnen. Di« «usfchtichstng Kremdftämlniger ist, soviel ist weih, während der ganzen Geschichte Israel« nur ein einzige» Mal erfolgt, nämüch in beni »an Erbt bernhrten Fall am Ausg ang best babylonisch«» Erik», i Hub Erbt wird »ugrben, datz'diese Ausschließung unter den damaligen Verhäünissen wenigstens begr- Mich war. BeschränkmWen de» «nfnahme Fwmdstämmiger in» Jckt lickum find im NNigionsgeietz kmum ent. halten; die vorhandenen haben für di» Gegenwart keitn GWuuG. Also, da» Judchckmn Et ickne blotz« LebnrtsgemeinschM-e —' sie abw «zr «im schch«. s» mäw» die Folgerungen. die iErb« dehemigen. mrd rmsr« Neüchmatiler. die gern für »j» Stcheteim Wmch» Raff, koMPker«, möge«. Vinn«-au» Aoigwnng« «lnchmtn. «vhMihre «nsetige BerRenduna. Umhiucknm d« jüdischen «eschlchte und der jüdischen Lersi« GemeiuschefP stihmn lann. Unbedingt ablehnen Nutz ich, was Erbt S. lüg sagt: sonach di« jüdische Sem« „schüft zur Unfruchtbar!«»

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