Mitteilungsblatt des Verbandes nationaldeutscher Juden e.V.
- Journal
- Mitteilungsblatt des Verbandes nationaldeutscher Juden e.V.
- Volume
- 1922
- Issue
- 3 (März 1922)
- Date
- 1922-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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zum Mitteilungsblatt des Verbandes nationaldeutscher Juden I Geschäftsstelle: Berlin W Z5, Blunushof - Lahrgang 1y22. sir> n er zufällig « in Foitsthung au« dem H^uplblche. Jude sein. Würden die Vorsteher der Berliner Gdmeinde auch einen Werber der franzi fischen Fremd nilegion offiziell empfangen haben, wen religiöser Jude gewesen wäre? Die Herren mögen sich darauf berufen, daß aäH der Reichspräsident denselben Weizman i empfangen h i Präsident Ebert, der sein schweres und undankbares A ist mit vorbildlichem, von den Vernunft aller politischen Parteien anerkanntem Takt versteh war gewiß gerade in! diesem Falle nicht gut beratel Aber er mag vielleicht in Weizman i den Schiitzli ih Englands gesehen und aus Rücksicht von. der leider heute so vieles für den Mann empfangen haben. L stand der Berliner jüdischen Ee auf diese Mas Deutschland abhäns tehi neinde dieselbe klarung zur Seite? Man sollte glaubt n, dag die Fräs keiner Antwort bedarf. Aber eine ordere Frage mph aufgeworfen werden. Wo warrn die deutsch fühlenden Mitglieder des Vor stände und Repräsentanten-Killrgiums, al^s der offizielle Empfang inszenietk wurde? Wo waren die Herren, die Centralverein deutscher Staatsbürger bens angehören, jenem Verein, der iä seiner Satzuitg die unbeirrte Pflege deutscher Gesinnung fordert? H cs keiner von ihnen mit des Fuust auf dein Tisch geschlagen und lau auch dem Vc gleichzeitig dem jüdischen Glag e n Protest e hoben, solaut, datzesingauzDeutschla n>d gehört werden mußte? Richtn vergleichet E geschehen. Man hat wieder einmall die „jüdische Ein heitsfront" zusammengelfimt, wie bei der Unterzeich nung des Aufrufs süs das zionistische Palästinawerk man hat den ,Mandat" gescheut, usn „ ren Antisemiter kein! Material zu geben." > Ja, fühlen diese Herren dem nicht, daß nichts den ^Antisemiten' besseres Materia gibt, als solche Verbrfideirung vernfeim licher Deutscher mit deutscysremden, ja deutschfeindlichen Elementen^ Fühlen sie nicht, daß du^ch ein so unglaubliches Ver halten gerade die Behauptung der „Drutschvölkischcn scheinbar bestätigt wird, die Juden a ler Richtunge« hingen zusammen wie Kletten und keinem Juden se sein deutsches Vaterland mehr wert, als seine juo.,»,i Stammesgemeinschaft?! Manche von den Männern, die nch wr dem jüdisch nationalen Politiker verneigt hasten, wünschen unk meinen gewiß, ihre Kinder zu Deutsch rn zu erziehen dieselben Kistder, die derselbe Politiker dem Deutsch tum zu entfrenfden sucht. Wie heißt doch die Stadt, ist" der Solches ihöglich war? Heißet si; Abdera oder e» Schilda? Oder ist stadt des ehemals de wirklich noch in Destr i gar Berlin, die sttschen Reiches? str-land? ehemalige Haupt- Liegt Hins Berlin Lkax Nauistann (Astem ad-edructr m der ^rg/ am 24. z. 22.! Wer gehört zum Volk? Von Pr. Gustav Bluine. Vorbemerkung: Wir! «ringe» dielen Aussatz eines Nichi juden und rechlssteh« nhen Polilikers, weil er in beslnders .klarer Weise zeigt, wi« in nichtjüdischen Kreisen, die weder in „deutschbÄktsche" Borurteile verrannt, noch einseitig philosemitisch" gerichtet sind, über di« Möglichkeiten einer Lösung der Juden frage und ichcr die Ausgabe, die gerade unseren. Verbände üei dieser Lösung zusallt, gedacht wird. Wir können »ich jedes Wort des Befasset» unterschreit»«», aber wir e ilnehmen aus seinen Ausführungen, das; ds« Erkenütiis dessen, woraus e> ankommtj auch sei Nichtjudcn, die sich selbst „uöltish" nennen^ im Fvffl schreiten ist und daß ein Weg zur Verständigung gefunden werden kann, wenn beide Bolkrteile aushören', ich« angelernten Borurte le für unumstößliche i i Wahrheiten zu halten. Di« Schristleitung: , Pas Mitteilungsb att des Verbandet nationaldeutscher Invest ist für Mitglieder bestimmt, und wenn ein Außen - stehcstder, ein Nichtjute, der auf nation ilem Boden steht, in seinen Spalten Grstrecht genießt, s«> soll er nuf istit schuldiger Zurückhaltung davon Gebrauch machen. Aber die Fragf, um die eS hier geht, ist zu ernst, um sie oberflächlich und iverannoortungslo! zu zerschwaycn. Ehrliche Lieber - zcugujng, aüch wenn sie freimütig geäußcrt wird, sollte in jedem Fall Achtung sichen; Voraussetzung dabei ist allerdings; daß sie den iebel der S ch l o g w o r t e, der unser ganzes öffentliches Leben vergift st und nicht zum wenigsten die „Judenfr ige", wie die Pest fürchtet und jeden Schritt aus diesem ge ahrliche» Boden nur an der Hand gesicherter wisscnschaftli Her Untersuchung wägt.! , ,Es hieße Vogel-Ltrauß-Politik treiben, wollte mal, lcugmjn, daß sich zivi chen einen» großen und nicht dem schlechtesten Teil des! «futschen.Volkes und deck, deutsch«, Judentum eine Kluft < ufgctan hat, die fast unüberbrückbar geworden zu sein scheint! Wie cs dazu gekommen ist, kaim hier nickt dargestellt würden^ Tatsache ist jedenfalls, dam auch derjenige volksben stßte Deutsche, der sich bemüht, möälichst leidenschaftslos und objektiv zu ur eilen, die Nolle, die die Juden bei de, Besudelung und Zerstörung ullcls dessen, was ihm einnihl heilig war und was ihm stets heiligt bleiben wird, gespielt haben, nur mit tiefer Ehbittenrng betrachten kenn. Dabei ist l er Begriff „dies' Juden in demselben C inne gebraucht, ir dem nach allgc - meiner llebereinkunft und in allen. Lagern von „den' Franzosen, „den" Engländern, „den" Agrariern, „den' Städtern, „den" Kapite listen usw. spricht! Aber gerade hier s ht nun der Widerspruch ein. E< wird leidenschaftlich erklärt, daß die Vonrürsc, die erhöbe» werden, vielleicht für e Nen Teil des Judentums berechtig sein mögen, aber eben stur für einen Te l. Das« Gcred, von der „jüdischen Eir beitsfronl" sei Llrisinn. Von den braven jüdischen Solde en, die in Reih und Glied mir ihren Kameraden ihr L bei, für Dcu schlard gclasset haben! ganz zu schweigen, gäb« cs u„;ählige Jud:n, di: d^>S Vers, halten einer gewissen Dresse vor, während und pach der , Revolution rtnd das T nun in der Dragoner eiben gewisser Kr use, mag, es sich Strafte oder in Berlin lVJV. ab