Haḳedem
- Journal
- Haḳedem
- Volume
- III (1909)
- Issue
- 3/4 (September-Dezember 1909)
- Date
- 1909-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 31)
- Language
- German, Hebrew
- Belongs to
- journal issue
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Ein anTerOffentllehter Brief von A. Geiger an S. R. Hirieh. 55 Non hatte ich schon froher dem Prof. Freitag') versprochen die Preisaafgabe za bearbeiten — auf welches Versprechen erst er sie \ gestellt and daher mein plötzliches Weggehen sehr übel genommen —, nämlich die Nachweisung dessen, was Mohamed im Koran aas dem Jadentham entlehnt habe and der Art and Weise, wie er daza gelangt sei. Mit Freuden habe ich daher bei meiner Rückkanft diese Arbeit wieder ergriffen and bin nan mit Sammlung des Materials za Ende, habe es aber noch za ordnen and bis zam Mai gänzlich za vollenden. Bis dahin kann ich nicht einmal sehr stark an eine Vorbereitung fär’s Doktorexamen denken, da diese Arbeit mich sehr in Anspracb nimmt• Ich wünschte nan, bis Mitte Aagust hier bleiben za können, am erst, nachdem das Urtheil über meine Abhandlang gesprochen ist, za doktoriren. Bis za dieser Zeit sehn Sie also, Liebster, wie sehr ich von einer Reise za Ihnen abgehalten bin; and wer wollte nan auf eine doch noch ziemlich entfernte Zukunft schon Versprechungen thun! Sie wissen es vielleicht, dass meine Verhältnisse nicht die sind, dass ich gänzlich nach Wunsche studieren kann, mir vorsetzen darf, ich will erst diesen oder jenen Grad der Geistesbildung erlangt haben, um dann ins wirksame Leben einzatreten; Sie wissen, dass auch ich eine äussere bequeme Lage nach Beendigung meiner Studien mit Vergnügen ergreife, und wenn ich auoh niemals bei völliger Unreife einen solchen wichtigen Wirkungskreis angetreten hätte, und wenn ich auch wohl weiss, wie sehr jetzt noch meine Kräfte der Entwioklung und Stärkung bedürfen, um hier segensreich za wirken, so glaube ich doch, dass ich gewiss kein Unheil stifte, so bin ich mir doch meines Zweckes klar bewusst, so traue ich mir doch 80 viel Besonnenheit za, die Verhältnisse, in denen ich zu wirken habe, und die eigentümliche Gestaltung der Wirksamkeit, die gerade in solchen anzuwenden ist, beurtheilen za können. So sehr ich daher mit Ihnen zusammen eine Entfaltung meiner geistigen Kräfte wünsche, hier die Belebung eines schlummernden Gedankens, dort Dämpfung eines zu gewaltig aufstrebenden; so wäre es dooh möglich, dass mir meine Umstände ein Andres auferlogen. Aber dies ist gewiss, dass wenn keine vorteilhafte Lage sich mir bietet, dass ich dann zu Ihnen eile, und nun noch die Zeit rein der Vorbereitung weihe, die ich vielleicht, durch äussere Verhältnisse ge- ') QrienUliat in Bonn,