Haḳedem
- Journal
- Haḳedem
- Volume
- III (1909)
- Issue
- 3/4 (September-Dezember 1909)
- Date
- 1909-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 32)
- Language
- German, Hebrew
- Belongs to
- journal issue
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50 L Markon trieben, za früh eingreifender Th&tigkeit widme. Dass der von Riesser1) and Paulas2) gelahrte Streit über die bürgerliche Lage der Jaden in anseren Gegenden auf eine 7erkehrte Weise za einem jüdisch-religiösen Streite sich gestaltete, ist Ihnen gewiss bekannt, nicht aber, dass ich nan einmal, nach meiner Eigenthümliohkeit, die Hand nicht aas dem Spiele lassen konnte. Die Doktoren Creizenach9) and Hess4) hatten zur Widerlegung Paulus’ ein die jetzigen religiöse Gestaltung der Jaden angreifendes Schriftchen geschrieben, das ich zwar nicht gelesen, dessen Inhalt mir aber treulich von einem Freunde berichtet wurde. Diese Verkehrtheit nachzaweisen, Jiess ich nan einen Aufsatz in die Didaskalia (Beiblatt des Ffter Journals) ״über die neuesten religiösen Reibangen anter den Juden" einrücken, der den Weg angab, aaf welche Weise man P. wiederlegen müsste and könne, wie anvernünftig and wie anrichtig aber der von diesen beiden Herren eingeschlagene Weg sei. Dieser, den ich schon im Jali v. J. einrücken liess, wurde mir nicht eher bekannt als bei meiner Anwesenheit in Fft, da ich dann mit C.6) über diesen Gegenstand zu sprechen anfing and er mich fragte: ״aach von Bonn wurde ein Aufsatz eingesandt“ und ich ihm ganz offen eingestand, ich hätte einen solchen geschickt, wüsste aber nicht, ob er aufgonommen worden. Nun können Sie sich den herrlichen Auftritt zwischen uns beiden denken, dennoch aber schieden wir als Freunde und bei einem nochmaligen Besuche fand ich ihn offner und traulicher als je zuvor. Aber die unphilosophische Art za artheilen hat mich wahrhaft angewidert. Hingegen können Sie aaf Ihren Riesser stolz sein. Ullmann6) war seit Ihrer Abwesenheit grösstentheils unwohl, hefindet sich auch jetzt noch nicht ganz wohl, hofft aber das nächste Semester wieder in unserer Mitte sein za können, da er jetzt noch immer in Mainz ist, wohin er von Schwalbaoh aas ging. — Hess7) ist der Alte, Scheyer8) ebenfalls noch der alte Wunderliche, der *) Gabriel Rieuer bekannter Vorfechter der Judenemanzipation. *) Hofrat in Heidelberg. ') Lehrer am Philantropin in Frankfurt a. M. *) Ebeneo. ' ') Creizenach. ') Spiter Rabbiner in Koblenz. ’) Student in Bonn. *) Simon Scheyer, übersetzte später einen Teil des More Nebuchim.