Haḳedem
- Journal
- Haḳedem
- Volume
- III (1909)
- Issue
- 1/2 (März-Juni 1909)
- Date
- 1909-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 17)
- Language
- German, Hebrew
- Belongs to
- journal issue
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Die rabbiniachen Berichte aber die Entstehung der Septuaginta. 15 glück״, als inapiiieit gelten lassen. Diene Erkenntnis bedingt aber die oben ausgeführte Erklärung der Erzählung von der Isolierung der Uebersetzer, die ursprünglich mit der Inspiration der Septuaginta nichts zu tun hatte1). Der talmudische Bericht wei88 also nichts von der Inspiration der Septuaginta, er ״freut" sich nicht Uber sie, er ״apotheosiert" sie nicht und umgibt sie nicht mit einom ״Strahlenglanz" und er erwähnt sie auch nicht ״rühmend“. Und ebensowenig ist in unserer Boraitha von einer ״V e r u n - g 1 i m p f u n g“ der Septuaginta irgend eine Spur zu entdecken. Denn dass die Rabbinen den Uebersetzern ״vorsätzliche Verfälschung vorwerfen“,2) kann nur der behaupten, welcher die Stelle gründlich missversteht. Die Pointe der Erzählung unseres Berichtes ist demnach diese: König Talmai bat in nicht 6ehr freundlicher Absicht gegen die Juden und aus Misstrauen gegen den Inhalt des Pentateuchs eine Uebersetzung desselben anfertigen lassen. Infolge dieses Misstrauens, Hess er, um eine Verabredung unmöglich zu machen, die Uebersetzer isolieren. Einige Stellen des Pentateuchs konnten in der Tat nicht ohne Gefahr wörtlich übersetzt werden, da kam den Uebersetzern die göttliche Eingebung, diese Stellen abzuändern. Dies erzählt unsere Boraitha, nicht mehr und nicht weniger. Von einer Kritik der Septuaginta in gutem oder schlechtem Sinne, ist in der Boraitha keine Spur. Unsere Boraitha stellt also den Ursprung der Septuaginta ganz anders dar als die Alexandriner und die Kirchenväter, hat mit Aristeas nichts zu tun, und folgt einer ganz anderen Tradition, die sonst, weil durch Aristeas und die Kirchenväter verdrängt, nur noch bei Irenäus zum Teil erhalten ist. Den richtigen Sinn der talmudischen Erzählung hat schon Abraham ibn-Daud erkannt: ואחד־ מרם (ממלכי מצרים) היה תלמי שנכתבה לו התורה בלשק יונית שהיה טחעולל ומתאנה על ישראל ומבקש תואנה בתורתם להוציאם מן הכלל...וכחבוה ע׳ וקנים. הסריד בינידם תלמי המלך ושם כל אחד . . . בםני עצמו והסכימה דעת כל אחד מהם להחליף לו ייג מקומות ») Vgl. oben (8. 4 ff.). י) Öfterer, Urchristentum, 1,2 8. 112 f.; D&hne, Geschichtliche Dar• Stellung der jüdisch-alexandrinischen Religionsphilosophie, 8. 6f. Vgl. Frankel, Vorstudien, 8. 26 Note t