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Haḳedem · 1909-03-01 · 1/2 (März-Juni 1909) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Haḳedem
Volume
III (1909)
Issue
1/2 (März-Juni 1909)
Date
1909-03-01
Page
[Seite] (sequence 16)
Language
German, Hebrew
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14 V. Aptnwitzer. ist es, wenn den Rabbinen zugemutet wird, sie Hessen bei der Uebereetzung ״une inspiration speciale du Saint-Esprit‘1־) wirksam gewesen sein. Liest man nun auch die Worte: ״Gott gab jedem einzelnen in den Sinn einen Rat und sie stimmten alle in einem Gedanken Uberein“ zusammenhängend mit der unmittelbaren Fortsetzung: und sie schrieben אי כיא בראשית etc., 80 sieht man, dass die göttliche Eingebung und die Uebereinstimmung bloss für die Aenderungen in Anspruch genommen werden. Im besten Falle also, wenn auf den ״Rat“ verzichtet und נתן הקב־ה בלב auf In« spiration gedeutet werden konnte, kann man in unserem Berichte finden, das es die Uebersetzer an 15 Stellen ״unter göttlicher Ein- Wirkung gleichmässig Übersetzt hatten.“ Man ist aber nicht berechtigt darin die ,-,Vorstellung von der Inspiration der Uebereetzung“ zu erblicken. Die eigentliche Veranlassung zu der irrtümlichen Voraussetssung, dass der talmudische Bericht die Septuaginta inspiriert sein lässt, ist der Umstand, dass er die Isolierung der Uebersetzer kennt, die ja von den Kirchenvätern fUr die Inspirationstherorie ins Treffen geführt wird. Dieser Zusammenhang wird auch in bezug auf unseren Bericht als selbstverständlich vorausgesetzt. Aber gerade die Tatsache, dass die Inspiriertheit der Septuaginta den Kirchenvätern und den christlichen Polemikern gegen die Juden 80 wichtig war, so wichtig sein musste, und von ihnen 80 scharf betont wurde, muss darauf aufmerksam machen, dass die Rabbinen in unserer Boraitha unmöglich die Septuaginta inspiriert sein lassen können, dass sie vielmehr diese Vorstellung mit aller Entschiedenheit hätten zurtickweisen müssen, wenn sie sie gekannt hätten. Was die späteren Quellen in der Tat tun. Den Rabbinen aus der Zeit, wo die Christen anfingen, auf Grund des Septuagintatextes gegen die Juden zu polemisieren, konnte ,der Tag der Uebersetzung als ein UnglUckstag erscheinen, wie der, an welchem das goldene Kalb gemacht wurde* *3) und wegen der Uebereetzung eine ,dreitägige Finsternis* eingetreten sein3). Die Rabbinen aus dieser Zeit konnten aber nicht die Septuaginta, dieses ״Un- >) Frank, La Eabbale, S. 278, Note. *) Boferlm I, 7: Safer Thor&h 1,7. •) Megillaih Ta'anith Ende. י

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