Mannheim
Compact Memory

Haḳedem · 1909-03-01 · 1/2 (März-Juni 1909) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Haḳedem
Volume
III (1909)
Issue
1/2 (März-Juni 1909)
Date
1909-03-01
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German, Hebrew
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/4869944-6026866-6026972--0771-4870737
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

r /• r Die rabbinisehen Berichte über die Entstehung der Septuaginta. 13 ihnen in den Sinn'‘. Liest man aber bloss den Satz zu ende: Da gab Qott jedem einzelnen in den Sinn einen Rat, so wird man schon daraus erkennen, dass hier von Inspiration oder göttlicher Einwirkung in diesem Sinne nicht die Rede sein kann. Was^ hat ,,ע צ ה Ra t“ neben ״Inspiration“ zu tun? Das Wörtchen עצה sagt unzweideutig, wie die Worte: נתן הקכ*ה כלב zu verstehen sind: im Sinne eines rettenden Gedankens. Ob die im Berichte aufgezählten Aenderungen wirklich von den Uebersetzern vorgenommen wurden oder nicht, bleibe dahingestellt, darauf kommt es nicht an, der Bericht lässt sie nun einmal von den Uebersetzern gemacht werden; er geht also von der Anschauung aus, dass die geänderten Stellen nicht wörtlich hatten wiedergegeben werden können. Nach dieser Anschauung befanden sich also die Uebersetzer in bezug auf die Wiedergabe dieser Stellen in nicht geringer Verlegenheit: Diese Stellen, wörtlich Übersetzt, können leicht zu Missverstandniesen Anlass geben. Diese Juden, wurden die Griechen sagen, sind stolz auf ihren Monotheismus, und doch haben sie eine Mehrheit von Göttern; sie geben sich als Patrioten, und sie beschimpfen den König und sein Geschlecht etc. etc. — In dieser Verlegenheit kam den Uebersetzern der rettende Gedanke, diese Stellen nicht wortgetreu, sondern in einerWeise wiederzugeben, welche die befürchteten Missverständnisse ausschliesst. Wie sollen nun die Rabbinen die Tatsache, dass jemand durch einen glücklichen Einfall aus ein$r Verlegenheit befreit wurde, anders ausdrückpn als durch נתן הקב־ד. בלבו עצה? Die ״göttliche EingebuDg“ in unserem Berichte hat also nichts mit ״Inspiration“ und ״göttlicher Einwirkung“ in ihrem Sinne gemein. Dass die Aenderungen, obwol ohne Verabredungen, gleichmässig ausfielen, dazu bedurfte es keiner ״Inspiration“ oder ,,göttlicher Einwirkung“. W i e jede Stelle geändert werden sollte, ergab sich jedem der Uebersetzer leicht aus dem eben zu vermeidenden Missverständnis; nur die Vornahme der Aenderungen war eine Eingebung Gottes, ein retjander Gedanke. Das Wörtchen ״Rat“ rät also entschieden davon ab, die Worte: נתן הקב״ה בלב im Sinne von Inspiration zu fassen.1) Unbegreifliches Missverständnis >) R. Hananel im Komm. x. St, in ed. Wilna, bemerkt xnnvp treffend: .ע*ח טובח

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.