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Haḳedem · 1909-03-01 · 1/2 (März-Juni 1909) · p. [Seite]

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Journal
Haḳedem
Volume
III (1909)
Issue
1/2 (März-Juni 1909)
Date
1909-03-01
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German, Hebrew
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Die rabbinlschen Berichte Aber die Entstehung der Septuaginta. g Antisoziales1 *), ein Argwohn, der durch die verleumderischen Fabeleien Manethos nur verstärkt werden konnte.ף Auch eine gewisse Hellenisierungspolitik ist nicht unwahrscheinlich3). Aristeas freilich, der Ptol. II als Muster eines judenfreundliehen Königs zeichnen wollte,4) musste den eigentlichen, doch nicht ganz harmlosen Ursprung der Uebersetzung — aus politischen Motiven und einem gewissen Misstrauen gegen den Inhalt des Pentateuchs —verwischen. Ganz gelang es ihm aber nicht. Denn er selbst hat durch die Erzählung, dass die Ueber- Setzung, nachdem sie vollendet war, der versammelten jüdischen Gemeinde vorgelesen und von ihr sanctioniert wurde,3) eine Spur davon verraten, dass die Uebersetzung nicht den Ursprung gehabt, den er so sehr betont. Wie passt eine solche feierliche Verlesung und Sanctionierung zu der Uebersetzung eines Buches, die zu Bibliothekszwecken oder aus literarischer Neugierde veranstaltet wurde? Anders aber wenn die Uebersetzung, aus politischen Beweggründen entstanden, den Charakter einer politischen Urkunde erhalten sollte, da wäre es begreiflich, wenn der König die jüdische Bevölkerung Alexandriens auf diese Urkünde verpflichten wollte. Ist aber die Uebersetzung aus den gedachten politischen Beweggründen entstanden, waren es der Wunsch, den Inhalt des Pentateuch zu erfahren und ein gewisser Argwohn gegen denselben, welche den Philadelphus bestimmt haben, die Uebersetzung veranstalten zu lassen, 80 ist es die natürliche Konsequenz davon, dass er Uber dieAuthenticität der Uebersetzung Sicherheit erlangen wollte. Auf welch andere Weise aber hätte er sich diese Sicherheit verschaffen können, wenn nicht dadurch, dass er die Uebersetzer gesondert arbeiten liess? Einzig und allein die Uebereinstimmung zwischen den unabhängig von einander angefertigten Uebersetzungen, konnte ihm die sichere Gewähr bieten, dass der Inhalt des PentateuchB treu wiedergegeben wurde. Aristeas, der aus dem politischen Unter- 1I Vgl. Duschak in Jahrbuch für die Geschichte der Juden, I. S. 131. 3) Vgl. S. Friedmann in Rahmers Literaturblatt, XI S. 48. *) Vgl. Mommsen, Römische Geschichte, V* S. 490; M. Friedmann, Onkelos und Akylas, S. 14. Vgl. auch oben Jahrg. II S. 119. 4) Vgl. König, Einleitung S. 103 f. ') Aristeas ed. Wendland S. äl § 808.

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