Haḳedem
- Journal
- Haḳedem
- Volume
- III (1909)
- Issue
- 1/2 (März-Juni 1909)
- Date
- 1909-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German, Hebrew
- Belongs to
- journal issue
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/ Die rabbiniachen Berichte Ober die EnUtehusg der Septuaginta. 7 r Sage kennt nicht diesen Zellenbau, die Kirchenväter waren f־ nicht seine Erbauer, haben etwa die palästinischen Juden diesen Bau mit Hilfe ihrer ,orientalischen Phantasie" ausgeflihrt? was für ein Interesse hätten sie daran haben können, Uber die Entstehung der Septuaginta selbständig Erfindungen zu machen? hier kann man ja nicht den ,Hass" gegen die Septuaginta zu Hilfe rufen. Geht aber die Sage von der Separierung der Uebersetzer auf etwas Tatsächliches zurUck, was ist;, dieses Tatsächliche? Ich antworte: Pure Erfindung ist diese Erzählung nicht, ihr Erfinder ist nicht ausfindig zu machen, ein Zweck, dessentwillen sie hätte erfunden werden sollen, nicht erdenklich, folglich muss sie auf etwas Tatsächliches zurückgehen. Bei einer 80 einfachen kurzen Erzählung ist aber nicht Raum fUr Vermutungen und ZurückfUhrungen, 80 bleibt nichts anderes Übrig als zu sagen: das dieser Erzählung zu Grunde liegende Factum ist — horribiledictu — eben dielsolierung der Ueber־ 8 e t z e r. Dass diese Behauptung nicht gar 80 sehr gewagt ist, wie es den Anschein hat, wird sich zeigen, wenn wir erst die Antwort auf die Frage gefunden: was hat die Entstehung der griechischen Uebersetzung veranlasst? Dass die Septuaginta aus einem Bedürfnisse der alexandrinischen Juden oder aus der Tätigkeit der Meturgamim hervorgegangen wäre, ist 80 gut wie ausgeschlossen. Im Anfang des UI. Jahrhunderts, wo von der jüdischen Bevölkerung Alexandriens bloss ein kleiner Bruchteil seit einigen Decennien ansässig , war, der grösste Teil aber aus immer neu hinzuströmenden Einwanderern bestand, konnte unmöglich das Hebräische 80 weit vergessen gewesen sein, dass man die Tora nicht mehr im Urtext hätte lesen können und eine griechische Uebersetzung nötig gewesen wäre. Und wenn die Uebersetzung aus der Tätigkeit der Meturgamim hervorgegangen sein sollte, so wäre dies ja nur möglich gewesen bei einer meturgamistischen Tätigkeit von längerer Zeit; die Meturgamim hätten demnach gleich nach der ersten Ansiedlung von Juden in Alexandrien ihre Vorträge in griechischer Sprache zu halten begonnen-. Ist das annehmbar? Ist es denkbar, dass die Juden ihre angestammte Sprache sofort gänzlich aufgegeben und nicht einmal für die gottesdienBtliehen Vorträge beibehalten hätten? ln der alexandrinischt