Mannheim
Compact Memory

Haḳedem · 1909-03-01 · 1/2 (März-Juni 1909) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Haḳedem
Volume
III (1909)
Issue
1/2 (März-Juni 1909)
Date
1909-03-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German, Hebrew
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/4869944-6026866-6026972--0763-4870729
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Die rabbinischen Berichte aber die Entstehung der Septuaginta. 5 beweisen sollende Erzählung von der Isolierung der Uebersetzer1) lügenhaft finden. Und man wird ihm rückhaltlos zustimmen, wenn dieser Zusammenhang als sicher vorausgesetzt wird. Es ist aber noch sehr die Frage, ob die Erzählung von der Separierung der Uebersetzer wirklich erst aus dem Bedürfnis nach einem Beweis für die Inspiriertbeit der Septuaginta entstanden ist.3) Und diese Frage muss entschieden verneint werden. Aus dem Grunde, weil auch der talmudische Bericht diese Erzählung kennt. Bedenkt man, welch grosses Gewicht die Christen in ihrer Polemik gegen die Juden und den hebräischen Text2) der heiligen Schriften8) auf die Inspiriertheit der Septuaginta gelegt und legen mussten, so wird man es als unmöglich erkennen, dass die Rabbinen eine von ihren Gegnern zum Beweise eben dieser In- 8pirationstheorie erfundene Sage aufgenommen hätten. Und da kann man nicht die Ausrede gebrauchen, dass den Rabbinen der Ursprung der Sage nicht mehr bekannt war, weil ,wir es hier mit einer B 0 r a i t h a, also einer tannaitischän Quelle zu tun haben, die doch nicht jünger ist, als Justin, jedenfalls nicht um so vieles jünger, dass der Ursprung der Sage schon hätte vergessen sein können. Es kommt hier aber überhaupt auf den Ursprung nicht an. Die Tatsache, dass die Isolierung der Uebersetzer als Beweis für die Inspiriertheit der Septuaginta verwendet wurde, hätte genügt, die Aufnahme dieser Erzählung in einen rabbinischen Bericht unmöglich zu machen.4) Daraus folgt *) ״ . . . . Septuaginta duorum virorum per cellulaa interpretantium unam et consonam vocem dubitandum non est Spiritus sancti inspiratione prolatam ....“, schreibt Apol. gegen die Uebersetzung des Hieronymus, Wendland S. 162,8. *) Bei den Kirchenvätern kommt die Isolierung der Uebersetzer zuerst vor in der Schrift: Cohortatio ad Graecos, die nach manchen nicht Justin Martyr selbst, sondern Pseudo-Justin gehört. Die Stelle bei Wendland S. 122,12. ') Seit Justin Martyr, Dialog c. Tryph. ״ . . . nequaquam Judaeorum commentis et fraudibus auscultandum, sed hoc solum pro vero habendum in scripturia divinis, quod Septuaginta interpretes transtulissent, nam id esse solum, quod auctoritate apostolica confirmatum sit“, sagen Julius Africanus und Origines, 8. Wendland S. 162,1. ' *) Nöldeke, Die alttestamentliche Literatur, S. 116, schreibt: ״Auch zu den palftstinisehen Juden ist die Kunde von der Uebersetzung des Pentateuchs durch die 72 Aeltesten gekommen, welche in ihren 72 Zellen durch göttliche Einwirkung gleichmftssig übersetzt hatten. Bei dem Hasse, den die Juden

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.