Haḳedem
- Journal
- Haḳedem
- Volume
- II (1908)
- Issue
- 3/4 (25. September/Dezember 1908)
- Date
- 1908-09-25
- Page
- [Seite] (sequence 25)
- Language
- German, Hebrew
- Belongs to
- journal issue
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Die rabbmischen Jerichte filier die Entstehung der Septuaginta. H9 die höheren Volksklassen genötigt, sich mit der griechischen Sprache vertraut zu machen. Das Land war ferner an all seinen Grenzen von griechischen Kolonien umgeben, der Norden ganz mit griechisch-makedonischen Pflanzstädten durchsetzt 1 *). Handelsbeziehungen haben einen lebhaften Verkehr mit griechischen Städten veranlasst. Die Feste wiederum brachten alljährlich Tausende von Juden aus griechischen Ländern nach Jerusalem, in der Diaspora aber hat sich die Hellenisierung, wenigstens in bezug auf die Sprache gewiss sehr rasch vollzogen?). Nach Momsen 3) pflegten überhaupt die griechischen Kolonisatoren den nicht griechischen Ansiedlern die griechische Sprache aufzuzwingen4 *). Und nach einer fünfzigjährigen stetigen Berührung mit Griechen und griechisch redenden Juden soll es unmöglich gewesen sein, dass wenigstens einige Männer aus den höheren Volkskreisen Jerusalems das Griechische soweit beherrscht hätten, um den Pentateuch in diese Sprache zu übersetzen? Dass die grosse Masse der palästinischen Bevölkerung um diese Zeit griechisch nicht verstanden hat, kann ohne weiteres zugegeben und vorausgesetzt werden, aber für einen, wenn auch ganz geringen, Teil dieser Bevölkerung muss schon die Kenntnis des Griechischen beansprucht werden. Oder hat etwa die ptolemaische Regierung mituflen offiziellen Persönlichkeiten in Jerusalem hebräisch verluden? Für die Religionsbehörde kommt noch speziell in Betracht^jiasa ihre Kompetenz sich auch auf die jüdisch-griechischen vstameinden erstreckte, daher sie in ihrer Mitte wenigstens einige Mitglieder haben musste, die des griechischen vollkommen mächtig waren6). Die Möglichkeit, dass Mitglieder der jerusalemischen Religionsbehörde die Übersetzung selbst angefertigt oder wenigstens an ihr mitgearbeitet haben, ist also nicht ausgeschlossen6). ■) Vgl. Ewald, Geschichte’, IV S. 266ff.; Schürer», II S. 1—21. *) Vgl. auch Willrich, Juden und Griechen, S. 171. *) Römische Geschichte, V » S. 490. 4) Nöldeke in ZDMG. XXXIX S. 342 hält dies für unwahrscheinlich. Ob dies etwa mit der Humanität der griechisch-mnkodonischen Kolonisatoren unvereinbar ist V *I Vgl. Synhed. l?•,1», Menahoth 65» und Tossnfoth v. :,ויידע. •) Auch unter den modernen Forschern findet sich eine Stimme, welche den Gedanken, Palästinenser haben an der Pbei'setzung mitgearbeitet nicht ganz zu vorwerfen scheint. Wendland, hei Kautzsch, Apokryphen II