Haḳedem
- Journal
- Haḳedem
- Volume
- II (1908)
- Issue
- 3/4 (25. September/Dezember 1908)
- Date
- 1908-09-25
- Page
- [Seite] (sequence 23)
- Language
- German, Hebrew
- Belongs to
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Die rabbinischen Berichte über die Entstehung der Septuaginta. U7 Sei nun die Septuaginta Auf Veranlassung des Königs oder aus einem Bedürfnis der alexandrinischen Juden entstanden, in keinem der beiden Fälle hätte man in Alexandrien sich getraut, die Übersetzung zu unternehmen, ohne vorher die Erlaubnis dazu von dor kompetenten Beligionsbehörde in Jerusalem eingebolt zu haben. Die Einflussnahme der jerusalemischen Keligionsbehörde — sehr wahrscheinlich das ״grosse Beth*Din“ — auf die Übersetzung kamt also nicht nur historisch sein, sondern sie 1111188 es vielmehr* 1). Ist es aber einmal gesichert, dass die Übersetzung nicht ohne Zustimmung der jerusalemischen Religionsbehörde unternommen wurde, 80 muss man noch einen Schritt weiter gehen und behaupten, dass auch dafür ein hoher Grad von Wahrscheinlichkeit spricht: Mitglieder der jerusalemischen Re• ligionsbehörde, wenn sie schon nicht selbst die Übersetzung angefertigt oder an ihr mitgearbeitet haben, waren bei dem Unternehmen insofern wenigstens beteiligt, als sie die Übersetzungsarbeit überwachten, vielleicht auch dann approbierten. Warum aber sollen Mitglieder der jerusalemischen Religionsbehörde nicht selbst die Übersetzung angefertigt oder wenigstens an ihr mitgearbeitet haben? zuteilen“ als eine Übersetzung? Man wiire fast geneigt, diese Stelle des Aristeasbriefes als Einschiebsel von septuagintafeindlicher Seite zu erklären. Ist aber die Stelle echt, so beweist sie, dass Aristeas, da er diese Anschauung über eine Übersetzung (oder eine Kodifizierung) kennt in der Anfangszeit des jüdischen Hellenismus geschrieben. Später wiire doch eine solche Anschauung nicht möglich gewesen. ‘) Für unsere Frage ist die Tatsache interessant, dass zu den Funktionen des ״grossen Beth-I)in“ die Korrektur der für den König geschrieheneu Torarolle gehörte. Jerusch. Sjnbedrin II 6 (30« 58): -sec ומניה,! אותו ל״א Sw ביד 's עזיה עי. ßüchler, Synhedrion, S. 66, fasst irrtümlicherweise die Stelle so, als oh vom ״Wachen über das im inneren Tempelvorhofe aufhewahrte Thoraexempl&r“ die Rede wäre. Davon, dass das העווה itc unter der Obhut des ״grossen Beth-Din“ gestanden, ist in dieser Stelle keine Spur. 111 Toseftha Synhed. IV 7, übrigens von Biichler zitiert, wird das עזרה -to 1 gar nicht erwähnt, sondern bloss: ... 3*ך »e וסניהץ אותו עי. Gelegentlich dieser Tosefthastelle findet es Büchler ״wohl selbstverständlich“, dass auch von den Mitglierern des ״grossen Beth-Din“ strenge Familienreinbeit gefordert wurde. Das ist aber Horajoth I 4; Sifra 10• (ed. Weiss) ausdrücklich gesagt; vgl. auch Horajoth 4b und Jerusch, ibid. 46• 46; Maimonides' Mischnahkomm. Einleitung zu Horajoth. 9»