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Haḳedem · 1908-09-25 · 3/4 (25. September/Dezember 1908) · p. [Seite]

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Journal
Haḳedem
Volume
II (1908)
Issue
3/4 (25. September/Dezember 1908)
Date
1908-09-25
Page
[Seite] (sequence 18)
Language
German, Hebrew
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112 V. Aptowitzer. dass sein Streben und das Werk 8eine8'Streben8 auch nach ihm fortgesetzt und gehütet werde? Wie wäre aber diese Sorge auders möglich gewesen als durch Einsetzung einer mit normgebender Autorität ausgestatteten Behörde *)? Und dass Esra hei der Einsetzung dieser Behörde die alten Formen beobachtet hat, ist ebenfalls mit grosser Wahrscheinlichkeit anzunehmen2). Dass es also seit den Tagen Esras in!Jerusalem eine Religionsbehörde gegeben hat, ist über jeden Zweifel erhaben, dass diese Behörde 70 oder, mit Berücksichtigung von Moses und Ahron, 72 Mitglieder gezählt, höchstwahrscheinlich. Und eine solche Behörde, deren Bestand seit Esra aus logischen Gründen notwendig vorausgesetzt werden muss, kennen wir ja aus späterer Zeit in voller Wirklichkeit. Ich meine das ״grosse Beth-Din“, zu dessen Agenden ausschliesslich religiöse Angelegenheiten gehörten3), lind dessen Mitgliederzahl 72 war4), da die zwei Vorsitzenden nicht zum eigentlichen Kollegium gerechnet über Esra und seine Tätigkeit deckt sich mit der der Rabbinen, vgl. Toseftha .Synhed. IV 7: BaMi ibid. 21b; Jernscb. Megillah I 9 (71 >> 69). l) Vgl. auch Hartmann, Verlandung des Alten Testamentes mit dem Neuen, S. 124 f.; Jost, Geschichte des Judentums und seiner Sekten, I S. 42; Jost, Geschichte der Israeliten, III S. 43 f.; Ewald, Geschichte1, IV S. 192. *) Vgl. Ewald, op. c., S. 97, 165, 192 Note, 286. ’) Die Nichtidentität des ״grossen Beth-Din“ als Religionsbehörde mit dem Svnhedrion als Gerichtshof hat Büchler, Das Synhedrion zu Jerusalem, Wien 1902, S. 43—194, durch ein erdrückendes Beweismaterial unzweifelhaft gemacht. 4) Vgl. Herzogs Real-Enzyklopädie ', XV S. 316 Note; Straschun zu Synhed. 16b in der grossen Wilnaer Talmuded. [Hoffmann, Magazin X 66.| Freilich kann da nur vom Synhedrion die Rede sein, da dessen Verschiedenheit vom ״grossen Beth-Din“ noch nicht erkannt ist. [Vgl. noch Aptowitzer, Beiträge zur mos. Rezeption im arm. Recht 8. 40 und Anm. 1). Krauss in ZATW, XIX S. 13, meint auf Grund der Bezeichnung «'סנרדרק ש?, ע in Jerusch. Synhed. 14 (19* 12), dass das eigentliche Synhedrion aus 71 Mitgliedern, mit dem Präsidenten und dem ״Schriftführer“ also 73, bestanden hat. Das ist ein Irrtum. Wo von 71 Mitgliedern gesprochen wird, ist schon der Präsident mitgezählt, wie aus Synhed. I 6 und Toseftha ibid. III 9 deutlich hervorgeht. Daher ist auch die Zahl 71 in Midrasch nscM nicht, wie Krauss in ZATW, XX S. 43, meint, ״textwidrig“, da gerade Num. 11,16 (ntea) in der gen. Quelle 80 gedeutet wird, dass Moses nicht zu den 70 gehörte (nvm;עד גביר), was auch Mid. ness ausdrücklich sagt. 1

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