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Haḳedem · 1908-09-25 · 3/4 (25. September/Dezember 1908) · p. [Seite]

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Journal
Haḳedem
Volume
II (1908)
Issue
3/4 (25. September/Dezember 1908)
Date
1908-09-25
Page
[Seite] (sequence 16)
Language
German, Hebrew
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HO V. Aptowitzer. \ liefert wird, muss notwendig auf ein geschichtliches Faktum zurückgehen 1). Das haben schon auch ohne diese Argumentation ältere Forscher angenommen, Kur der geschichtliche Hintergrund wird verschieden vermutet. Manche denken an die Sanktion der Übersetzung seitens der Gerusia zu Alexandrien2). Andere halten für das der Sage zugrunde liegende historische Faktum die Tatsnche, ״dass die Übersetzung in ihrer Totalität vou vej־- schiedenen Autoren ausgegangen war“ 3). Nach Herzfeld wurde die Übersetzung, weil nach einem vom Synhedrion zu Jerusalem überlieferten Text angefertigt, ursprünglich עלפי שבעים genannt, woraus dann 72 Übersetzer gemacht wurden4). Nun besitzen wir aber eiuen sehr alten Kommentar zu unserer Sage, nämlich ihrex Verwertung durch Aristeas, und aus diesem Kommentar — ') Sie darf alter nicht wieder aus anderen ״Sagen und Anschauungen“ ahgeloitet werden, wie dies'Blau in Monatsschrift 1898, S. 92 tut und Krauss in ZATW, XIX S. 12 f. es wahrscheinlich zu machen versucht. Blau erklärt in sehr gekünstelter Weise die Sage von 70״" Übersetzern aus der ״Anschauung“, dass es 70 Übersetzungen gebe. Das ist ein Anachronismus. Die 70 sagenhaften Übersetzungen konnten ja nur aas der einen wirklich vorhandenen entstanden sein, und da ist es psychologisch wahrscheinlicher, dass die Sagen über die wirklich existierende Übersetzung, die Septuaginta, sich früher herausgebildet haben als die Anschauung, dass 70 Übersetzungen vorhanden wären. Bedenkt man aber, dass diese Anschauung sich kaum aus dem Vorhandensein einer einzigen Übersetzung hätte herausbildeü können, dass sie daher ziemlich sicher erst nach dem Bokanntwerden der anderep Übersetzungen entstanden ist, so ist sie um Jahrhunderte jünger als die Sage von den 72 Übersetzern der Septuaginta. ’) So Eichhorn, Einleitung II § 162; Bitzig, Geschiohte des V. Israel, II S. 341. Vgl. Toseftha Sukkah, IV 6; Babli ibid. 61»; Jerusch, ibid. V 1 (56»), Gegen Eichhorn Herzfeld, Geschichte, III S. 528. Herzfelds Ein- Wendungen siud nicht zwingend, wichtig alter ist, dass nach Philo, in Flaccum § 10 tMangey III 527), die Gerusia erst von Augustus eingesetzt wurde; vgl. Schürer, Geschichte *, III 8. 42. a) Fraukel. Vorstudien S. 24; Ewald in einer Vorlesung 1864. vgl. Bleck-Wellhausen, Einleitung4 S. 576. Gegen diese Herlejtung spricht die exakte Zahl 72, Aus der Vielheit der Autoren hätte die Sage eine runde Zahl gemacht, und selbst wenn sie dies getan hätte, wäre nicht. 70 die geläufigste runde Zahl. 4) Geschichte, III S. 468. Es ist aber nirgends eine Spur davon vorhanden, dass der Text der heiligen Schrift jemals mit der Überlieferung des Synhedrions in Zusammenhang gebraoht wurd«. Auch erklärt Herzfeld nicht, wie aus Siebzig 72 geworden ist.

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