Haḳedem
- Journal
- Haḳedem
- Volume
- II (1908)
- Issue
- 3/4 (25. September/Dezember 1908)
- Date
- 1908-09-25
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German, Hebrew
- Belongs to
- journal issue
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Die rabbinischen Berichte aber die Entetebung der Septuaginta. 109 anderen Erscheinung. Es ist auffallend, dass die Variante ארנבת — צעירת התלים nicht, wie es die Reihenfolge erforderte, nach der Änderung Ex. 12,40, sondern ganz zuletzt und zwar mit Wiederholung der Einleitung י2תכו לו angeführt wird. Der Qrund dafür ist gewiss der Umstand, dass diese Änderung nicht wie die übrigen aus religiösen, sondern aus politischen Rücksichten gemacht wurde, ln dieser auffallenden Erscheinung stimmen wieder Mechiltha und Babli überein, während im Jerusch, die Reihenfolge streng eingehalten ist. Hierin ist die ordnende Hand des Bearbeiters nicht zu verkennen. Der babylonische Talmud, der wegen seiner Übereinstimmung in zwei sehr wichtigen Punkten mit der Mechiltha hier älter ist als Jerusch., kann also nicht ״durch Zutaten und ungenaue Relationen die richtigeren Angaben des j. T. entstellt und verwirrt“ haben. I \■ ' III. Der Bericht im Babli. 1. Die Zahl der Übersetzer. Der Brief des Aristeas ist eine Fälschung, was er erzählt, Erdichtung, so ist natürlich die Zahl 72 der Übersetzer eine Fabel. Dasselbe muss nach der allgemeinen Annahme, dass der Bericht im babylonischen Talmud bloss ein ungenauer Abklatsch der alexandrinischen Sage ist, natürlich auch von diesem Bericht gelten. Wir werden aber später sehen, dass der talmudische Bericht in dem Hauptpunkte, in bezug auf die Motive, welche die Anfertigung der Übersetzung veranlassten, nicht bloss von Aristeas abweicht, sondern der schärfste Gegensatz zu ihm ist. Er folgt also einer anderen Tradition oder Sage, und dennoch gibt auch er die Zahl der Übersetzer mit 72 an. Dazu kommt das hohe Alter dieser Sage, die, wie aus mancher Stelle bei Aristeas zu erkennen ist, schon vor ihm geläufig gewesen istf). Eine Sage aber, die 80 alt ist und die von zwei im schärfsten Gegensatz zueinander stehenden Traditionen Uber- ') Vgl. Herzfeld, Geschichte des V. Israel, 111, S. 546; Ewald, Geschichte des V. Israel', IV, S. 326; vgl. auch Buhl, Kanon und Text, 6. 117.