Haḳedem
- Journal
- Haḳedem
- Volume
- II (1908)
- Issue
- 3/4 (25. September/Dezember 1908)
- Date
- 1908-09-25
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German, Hebrew
- Belongs to
- journal issue
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108 V. Aptowitzer. Ptol. 11, da er in zweiter Ehe seine eigene Schwester Arsinoä zur Frau nahm'). Arsinoe wurde als Aphrodite verehrt2), der Aphrodite aber war der Hase geweiht3); das mag nun mit ein Grund gewesen sein, um den Ausdruck zu vermeiden4). Daher wählt der Bericht im Babli gerade die Frau des Talmai zur Bezeichnung des Lagidengeschlechtes. Dazu mag auch die Absicht beigetragen haben, gegen Philadelphus, in dem, wie wir später sehen werden, der Bericht durchaus keinen Judenfreund gesehen, wegen seiner Schwesterehe einen Tadel auszusprechen. Jedenfalls zeigt die Angabe des Berichtes im Babli, dass die Frau Talmais ארנבת geheissen, nicht ״Unkunde und Verderbnis“, sondern vielmehr eine genaue Kenntnis der Verhältnisse am Hofe Ptolemäus II. 4. Jerusch, tritt mit Sicherheit auf und nennt eine Zahl, während der Babli von einer Zahl schweigt. Wir finden aber, dass auch die Mechiltha von einer Zahl schweigt. Die ältere Quelle kennt also noch keine Zahl5). Berücksichtigt man aber die Unsicherheit, welche in den Quellen in Bezug auf die Zahl der Änderungen herrscht5), 80 wird man einsehen, dass das angeben einer Zahl kein ״sicheres Auftreten“ genannt werden kann. Die ״Anzeichen“, welche die ״hier zu sehr hervortretende Unzuverlässigkeit des babylonischen Talmuds“ beweisen sollten, haben sich also nicht als Zeichen erwiesen. Nicht nur haben sie den von ihnen verlangten Dienst gänzlich versagt, sie haben vielmehr zugunsten des Angeklagten Zeugnis abgelegt. Eines der Anzeichen, die Angabe der Zahl, hat sich als Zeichen dafür erwiesen, dass der Bericht im Jerusch, jünger ist als der im Babli, welcher übereinstimmend mit der Mechiltha noch keine Zahl' kennt. Das ergibt sich nun auch aus einer ') Vgl. Niese, Geschichte der griechischen und makedonischen Staaten, II S. 99. ’) Vgl. Niese, op. c., S. 101 Note 1 und S. 114. *) Vgl. Preller, Griechische Mythologie י S. 303. *) Vgl. auch fystein, Beiträge zur jttdisuhen Altertumskunde, S. 33 f. ') Diese Erscheinung ist auch bei den .Verbesserungen der Soferim“ wabrzunehmeu, die älteren Quellen geben noch keine bestimmte Zahl an, erst die Massorah zählt 18 Tikkune Soferim. Vgl. Geiger, Urschrift, 8. 310 ff. *) Ex. r. V § ö: 18; Tanhuma: bald 8, bald 10, vgl. Buber zu mc* § 19, Note 94; AdRN: 1״. vgl. oben S. 26 N. V.