Mannheim
Compact Memory

Haḳedem · 1908-09-25 · 3/4 (25. September/Dezember 1908) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Haḳedem
Volume
II (1908)
Issue
3/4 (25. September/Dezember 1908)
Date
1908-09-25
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German, Hebrew
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/4869944-6026861-6026924--0611-4870572
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

100 •־*־/ י׳ in M. Baba Mezia II, 2 mit כלים חרשים שלא שבעתן העץ, d. h. neue Geräte, Gegenstände, ▼on denen das Auge des Besitzers noch nicht ״satt geworden“ ist, von denen er keinen bleibenden Eindruck gewonnen hat, die er also, auch nicht wiedererkennen kann (Raschi: עריץ לא הורגל בראייתן ותשמישן שיהא מכיק יפה). Diese, trotz der biblischen Beispiele für die Verbindung ▼on עין als Subjekt mit שבע (s. Koheleth 1,8; 4,8), seltsame Phrase wird in der Diskussion über Samuels Erklärung stereotyp gebraucht und zwar in Beziehung auf den Begriff טביעות עינא. Es liegt nun nabe, die beiden Ausdrücke in noch engere Verbindung miteinander zu bringen, indem man annimrot, dass es statt שבעתן ursprünglich hiess טבעתן העין, und mit dieser Annahme die Grundlage des Ausdruckes טביעות העץ aufdeckt. שלא העין bedeutet einfach: Dinge, die das Auge sich nicht eingeprägt, ▼on denen es kein dauerndes Bild für das Gedächtnis und die Wiedererinuerung gewonnen hat. Aus dieser Phrase entstand dann ohne Zwang der Ausdruck טביעות העץ (ein Genetivus subjectivus). Man muss die Änderung ▼on טבעתן zu שבעתן auf einen alten Schreibfehler zurückführen; ט konnte leicht zu ש werden, und die Verbindung von העין mit שבע musste den Ab- Schreibern und den Lesern plausibler klingen, als die mit טבע, weil sie durch die zitierten Bibelstellen bezeugt ist. Aber jeden• falls ist der Fehler ein sehr alter, da bei Rabbinowicz (Dikd. Sofrim XIII, 62) zu שבעתן keine Variante verzeichnet ist. Aber an einem sehr vornehmen Orte finden wir dennoch eine solche Variante, die die vorstehende Vermutung auf überraschende Weise bestätigt, ln Maimunis Mischne Thora, H. Gezüla wa-abeda, XIV, 12, ist nämlich das halachische Ergebnis der zitierten Stelle Baba Mezia 23b folgendermassen formuliert: . .. ואם היו בלים ־[ישנים] שטבעתן העץ חייב להבריז שאם בא תלמיר חנם יאמר אף על פי שאיני יבול ליחן בבלי בזה סימן יש לי בו טביעות עין חייב להראות לו אם הכירו ואמר שלי הוא מחזירץ. Die Mischne Thora- Ausgabe von Wilna (1900) hat zwar שבעתן statt טכעתן; aber sowohl die Ed. Neapel 1490, als die Ed. Fürth 1747, die ich benütze, bieten ט statt ש, sodass man berechtigt ist, anzunehmen, dass dies Maimunis ursprüngliche Lesung ist, die er selbst in seinem Talmudtexte vorfand. Dass Maimuni sehr alte Talmudhandschriften benutzte, erzählt er selbst in H. Malwe we-L6we XV, 2, wo er eine irrige Lesart in Schebuoth 41b zurückweist

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.