Haḳedem
- Journal
- Haḳedem
- Volume
- II (1908)
- Issue
- 1/2 (25. März/Juni 1908)
- Date
- 1908-03-15
- Page
- [Seite] (sequence 34)
- Language
- German, Hebrew
- Belongs to
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30 Hermann Piolc. zu meiner Linken Gabriel, vor mir Uriel und hinter mir Raphael.“ Derselben Formulierung — der Inhalt ist bei den Juden natürlich ein ganz anderer — bediente sich Jahrhunderte vorher der babyjonische Zauberpriester, vgl. CT XVI. PI. IV (u. XVII, 48), Z. 143 ff.: Sumai ina päni-ia, Sin ina ar [-foz-tfi-1'a], Nergal ina im [-m'-ta], Ninib ina ,.Samas vor mir, Sin hinter mir, Nergal zu meiner Rechten, “Ninib zu meiner Linken.“ ä) Der uralte, schon in der Hammurabi-Zeit bekannte Stufentürm beim Tempel des Marduk in Babylon führt den Namen E-TEMEN'-AN-KI, Haus des Fundamentes des Himmels und der Erde. Man vergleiche dazu, was sicherlich uralte Volkssagen von dem אק שהיה eben setijjä, im jerusalemischen Tempel berichten. Die Mismä, Jömä V״ erzählt: Seitdem die heilige Lade wegge־' nommen ward, war im Tempel ein Stein, schon aus alter Zeit, ושתייה היתה נקראה, der setijjä genannt wurde. Der jerusalemische und der babylonische Talmud (54b) zur Stelle erklären: שממנה הושתת העולם, von ihm aus wurde die Welt gegründet. Er war also der Grundstein, das Fundament der Welt! Targüm Jßnätän Exodus, 28, V. 30 bemerkt, dass auf ihm der Gottesname eingeschrieben war, und dass mit ihm der Herr der Welt die Öffnung der grossen Flut in der Urzeit verschlossen habe, לבה חתם מלי עלמא פום תהומא רבה מן שירויא. Da Marduk uns aus dem babylonischen Schöpfungsmythus (KB VI) als Bezwinger der Tiämat bekannt ist, so kann man wohl Beziehungen dieser jüdischen Sagen zu den Marduklegenden vermuten. Mythenforscher, denen die jüdischen Quellen nicht so leicht zugänglich sind, und die mit geringsten Andeutungen ihr oft auf intuitivem Wege gefundenes Schema auszufüllen verstehen, hoffe ich mir zum Danke zu verpflichten, wenn ich darauf aufmerksam mache, dass die zitierte Targumstelle erklärt, dass auf dem השן des Hohenpriesters und auf dem setijjä-Stein derselbe Gottesname aufgeschrieben war. Also iup-üm&ti und wiederum Marduk, vgl. Jensen KB VI S. 40ff. und KAT3 S. 499. Und weiter! Der Talmud (babyl. Sukka 53 a/b und an verschiedenen anderen Stellen, auch im jerusalemischen) erzählt: Als David die Grundlagen (תימליוסית של בית המקדש שיהין) des Tempels grub, erhob sich der תהום und wollte die Erde überschwemmen. Man muss wohl die Stelle berührt haben, an der später der שתייה lag. David nimmt nun einen Thonscherben, auf dem der Gottes-