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Haḳedem · 1908-03-15 · 1/2 (25. März/Juni 1908) · p. [Seite]

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Journal
Haḳedem
Volume
II (1908)
Issue
1/2 (25. März/Juni 1908)
Date
1908-03-15
Page
[Seite] (sequence 33)
Language
German, Hebrew
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Lesefrüchte aus der Keilechriftliteratur za Bibel uod Talmud. 29 dem Kopf getragen“ (S.421). Kudurru ist eine Kopfbedeckung, die auch zum Lastentragen diente. Der Talmud hat das Gleichnie etwas anders überliefert und dabei sicherlich nach einer baby- Ionischen Vorlage das kudurru beibehalten. כתר kann man auf keinen Fall als Kugel fassen, da in der Vogelschau die Erdoberfläche höhstens als Halbkugel erscheint. Der Talmud aber benützt diese Überlieferung, um zu erklären, warum manche Götzen einen Ball (כדיר) in der Hand tragen! Beachtenswert aber bleibt es immerhin, dass den Talmudweisen eine Darstellung der Erde als Kugel nicht unnatürlich erschien. 2) Im Talmud (vgl. z. B. MisnäHullin l.undö.) und in den Decisoren wird oft von חרש שוטה וקטן gesprochen. Dieses ״ Dreigestirn“ — Tauber bezw. Taubstummer, Narr und Minderjähriger, Kind — wird als nicht verantwortlich für sein Handeln betrachtet. Dieselbe Anschauung finden wir bei den Babyloniern. Wer eine fluchwürdige Handlung nicht selbst vornimmt, sondern einen sakla sakka, 8amä (auch: lä müdä, lä semä), einen Narren, Tauben, Blinden (auch Unverständigen, wohl in derselben Bedeutung wie קטן) dazu anstiftet, den 8011 trotzdem der Fluch der Götter treffen, vgl. die Zitate bei Delitzsch, Hwb. S. 497. 3) Samsuiluna, der Nachfolger Hammurabi’s, erbittet von den Göttern ein Leben, das wie der Mond sich monatlich erneuert, balatam iä kima mSin ivarhiäam uteddiSu (vgl. Br. Mus. 38,402, Z. 89 ff., King L. a. Inscr. III, 204). Ähnlich, aber ״jenseitig“ gedeutet erscheint dieser Gedanke in der Segensformel bei der Neumondsbegrüssung. Hier heisst es: וללבנה אמר שתתחדש, עטרת תפארת לעמוסי בטן, העתידים להתחדש כמותה. Und zum Monde sprach ER, dass er sich erneure, eine prächtige Krone für die vom Mutterschoss Getragenen, die sich einBt gleich ihm erneuern werden. Näher entsprechend den babylonischen Anschauungen findet sich ürigens der Gedanke in Orphischen Theogonien (vgl. Gruppe, Kulte und Mythen, Lpz. 1887, S. 671) ״Wie der Mond das erkorene Symbol des diesseitigen Lebens, immer wechselt, während die Sonne, das Symbol des jenseitigen Leben8, in unveränderter Reinheit strahlt, so ist das Leben hier unten selbst nur ein ewiger Wechsel, das Leben dort oben bleibt ewig gleich.“ 4) Im jüdischen Nachtgebet heisst es: מימיני מיכאל, ומשמאלי ״ .גבריאל, ומלפני אוריאל ומאחורי רפאלZu meiner Rechten Michael,

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