Haḳedem
- Journal
- Haḳedem
- Volume
- II (1908)
- Issue
- 1/2 (25. März/Juni 1908)
- Date
- 1908-03-15
- Page
- [Seite] (sequence 30)
- Language
- German, Hebrew
- Belongs to
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26 V. Aptowitzer. ursprünglichen Text geschrieben“ übersetzt, so klingen diese ' Worte im Münde eines Panegyrikers höchst sonderbar. Was hat den Aristeas; der eine Apothose des jüdischen Gesetzes und eine Glorifizierung der Suptuaginta schreibt, veranlassen können, eine Tatsache hervorzuheben, die doch nicht dazu geeignet war, den Nimbus des ״göttlichen, fehlloseu Gesetzes“ zu erhöhen? Darauf gibt es nur eine Antwort: die Stelle ist für jüdische Leser berechnet1). In der ersten Zeit nach ihrem Entstehen, wo die alexandrinischen Juden noch hebräisch gelesen und verstanden, hat die junge Übersetzung wegen ihrer Abweichungen vom Urtext Anstoss erregt. Ihr Glorifikator Aristeas musste daher seinen jüdischen Lesern gegenüber den Spiess umkehren und die Abweichungen gerade als Verbesserungen und Wiederherstellung des ursprünglichen Textes darstellen. Fasst man die Stelle in diesem Sinne auf, so wird es auch klar, was Aristeas mit der Erzählung beabsichtigte: xa&0>; Bs dcveYvcoa&Y) Ta Tt’jyr). oravre? 01 Upei; . . . efccov. ixet xaXö; xa't &<riw; Bn)p[rrjveu- Tat xa't xaTa x8v •Jjxptßwpivo);, xaXG; eyov iorlv, tva BiapevT! tOöö• outu; iyovTa xa't jx׳!* [?־evrjTat p.v)B6[ua Biaaxtovj. tovtwv B’ ixupwvTjOavrwv 01־; e{pY)pevot; ixeXeooav 81apa<7a<r8׳a1> xa&w; l&o; ahrot; fcoTtv, et ti; Btaoxeuairci xpoart&ei; pzTatpipwv ti tö oüvoXov töv yeYpx|J1p.evft)v xotoupievo{ ioatpeotv, xaXfii; touto xpaooovre{, tva 81a xavTÖ; aevvaa ptevovTa tpaXäooTjTat2). Aristeas wollte dadurch das korrigieren der Septuaginta nach dem hebräischen Text verhüten3). Da nun Aristeas nach den Resultaten der neuesten Forschung nicht lange nach dem Entstehen der Septuaginta geschrieben4), ') Frankel in Monatsschrift 18&2, S. 294f., meint: .für Juden, nicht für heidnische Griechen war diese Agada (der Aristeasbrief) verfasst** Richtiger ist wohl, und das zeigt der ganze Tenor der Schrift, die Ansicht der meisten Forscher, so auch Frankel selbst in Vorstudien S. 7, dass Aristeas in erster Reihe für Griechen geschrieben. Es kann aber nicht geleugnet werden, dass manche Stellen hauptsächlich für jüdische Leser geschrieben'1^ sind. Vgl. auch Herbst, Einleitung S. löOf.; Hävernik, Einleitung S. 362 ff. י) Wendland S. 81 f. §§ 310, 311. *1 Vgl. Hävernik, Einleitung S. 368f. Frankel in Monatsschrift 1868, S. 296f. 4) Vgl. Fapageorgios, über den Aristeasbrief, München 1880, S. 37 ff.; Hilgenfeld in Zeitschrift für wissenschaftliche Theologie, 1881 S. 381; Wellhausen in Bleek-Wellhausen, Einleitung* 8. 531: Buhl, Kanon und Text,