Haḳedem
- Journal
- Haḳedem
- Volume
- II (1908)
- Issue
- 1/2 (25. März/Juni 1908)
- Date
- 1908-03-15
- Page
- [Seite] (sequence 26)
- Language
- German, Hebrew
- Belongs to
- journal issue
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22 V. Aptowitzer. Berliner1) glaubt ״mit Rücksicht auf den Zusammenhang im Babli, dass dort von einem Original und der Obersetzung die Rede sein könne“. Klar ist das eigentlich nicht Ist das gesperrte ״und“ im Sinne von ״entweder — oder“ zu verstehen, 80 ist, wie wir gesehen, diese Behauptung unmöglich. Es gibt hier kein ״oder“, der Bericht im Babli, abgesehen vom Zusammenhang, kann nur von einer Übersetzung sprechen. Bedeutet aber ״und“ ״gleichzeitig“ und gemeint ist, dass die Ältesten dem Könige bei Gelegenheit der Übersetzung auch einen hebräischen Pentateuchkodex übergaben, 80 ist zwar im Berichte keine Spur davon vorhanden, es kann aber als selbstverständlich vorausgesetzt werden* *). Daraus aber ist für die Meinung Frankels, die ja Berliner verteidigen will, nichts gewonnen. Zur Beantwortung der Frage, ob die Änderungen in der Übersetzung oder im Urtexte gemacht wurden, trägt die Tatsache, dass auch neben der Übersetzung eine hebräische Abschrift übergeben wurde, doch nichts bei. Möglich ist noch, das^s Berliner an die Meinung MendelsohnBÜ denkt, dass nämlich der Bericht von der Übersetzung handelt, die Änderungen aber in der gleichzeitig angefertigten Abschrift gemacht wurden. — Das braucht aber nicht ernstlich widerlegt zu werden4)• Bei Hamburger5) herrscht über unser Thema eine arge Konfusion. Einerseits sind die Änderungen im hebräischen Text ') Targum Onkelos, II S. 77 Anm. 2. י) Und so berichten auch Aristeas, Philo und die Kirchenväter. Tertullian, Apolog. cap. 18, Wendlands Ausgabe des AriBteasbriefei, S. 127: hodie apud Serapeum Ptolomaei bibliothecae cum ipais hebraicis litteria exhibentur. Ob damit die Stelle Soferim I, 10 und .ספר תורד I, 10 in Zuaammenhang zu bringen Bei, wie Berliner meint, ist nicht sicher, vgl. Friedmann, Onkelos und Akilaa, 8. 24. Vgl. ferner םם:ת ספרים I, 7 und Malier zu 80ferim, Note 67. ') In der Einleitung zum Pentateuch. *) Mendelsohn begründet seine Meinung damit, weil in der Über- Setzung für die Änderung Gen. 1, 1 keine Veranlassung vorhanden. Dass diese Begründung nicht stichhaltig ist, werden wir später sehen; geht aber Mendelsohn von ihr aus, so darf er nicht den Bericht von einer Übersetzung reden lassen und dem Text solche Gewalt antun. *) Real-Enzyklopädie für Bibel und Talmud II.