Haḳedem
- Journal
- Haḳedem
- Volume
- II (1908)
- Issue
- 1/2 (25. März/Juni 1908)
- Date
- 1908-03-15
- Page
- [Seite] (sequence 25)
- Language
- German, Hebrew
- Belongs to
- journal issue
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Die rabbinischen Berichte Aber die Entstehung der Septuaginta. 21 ־־/ verhält sich die Sache in bezug auf den Babli. In der halachischen Abhandlung ist von nichts anderem als von griechischer Übersetzung die Rede, die Halachah, dass nur der Pentateuch griechisch übersetzt werden darf, wird mit dem Hinweis auf מעשה דתלמי המלך begründet, und zur Erklärung dieser מעשה wird eben der in Rede stehende Bericht angeführt Wie kann da auch nur einen Augenblick gezweifelt werden, dass die Redaktion des Talmud den Bericht als den von einer Übersetzung verstanden habe? Um das für zweifellos zu halten, muss man nicht gerade רתניא lesen. Und ebenso wie es zweifellos ist, dass die Redaktion des Talmud den Bericht auf eine Übersetzung bezogen, ist es auch zweifellos, dass diese Auffassung die richtige ist. Der Bericht mag eine Sage, ja sogar, wie manche wollen, die Verwirrung einer Sage sein1), dass er eine sinnlose Münch• hauseniade ist, dürfte dennoch nicht behauptet werden. Er wäre aber nichts anderes als das, wenn er berichten sollte: der König habe 72 der hervorragendsten Gelehrten Zusammenkommen und jeden von ihnen in. einer besonderen Kammer einschliessen lassen, damit sie für ihn 72 Abschriften des Pentateuchs anfertigen. Musste für den König ein Pentateuchkodex erst besonders geschrieben werden? Wozu 72 Abschriften? etwa als erbauliche Lektüre für die Höflinge? Welchen Sinn und welchen Zweck hatte die Isolierung der Abschreiber? Wollte etwa Talmai die Abschriften kollationieren? Und so könnte noch viel gefragt werden. Nein, der Bericht im Babli muss, wenn er nicht ganz unsinnig sein und wenigstens den Charakter einer Sage haben 8011, von einer Übersetzung sprechen. Da braucht man keine Spuren von einer Übersetzung zu suchen; die 72 Ältesten rufen aus ihren 72 Zellen deutlich und weithin vernehmbar: Wir sind keine blossen Abschreiber, sondern gelehrte Übersetzer. Und Ptolemäus II Philadelphus fragt verwundert: Was 8011 ich bloss mit einem hebräischen Pentateuch anfangen? Und da will man mir solcher gar 72 anhängent *) ,Auch in der rabbinischen Literatur finden eich einige, freilich nur ganz verworrene Ankl&nge an unsere (Aristeat) Sage“, sagt Schflrer, Geschichte* III S. 471, vgl. auch Nöldeke, die alttestamentliche Literatur, 8. 116. Die Unrichtigkeit dieser Behauptung wird sich aus unserer Untersuchung ergeben.