Haḳedem
- Journal
- Haḳedem
- Volume
- I (1907)
- Issue
- 4 (25.12.1907)
- Date
- 1907-12-25
- Page
- [Seite] (sequence 67)
- Language
- German, Hebrew
- Belongs to
- journal issue
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211 nach genau dem Ausdruck ״uitanifr“ im Orakelausspruch an Assurbanipal. Die weitläufige Erklärung aller bisherigen Kommentatoren bezieht sich auf die Deutung des Glossators, der den richtigen Sinn von רום und עטר an dieser Stelle nicht verstand und übersetzte es gemäss der alten Anschauung der Sonnenbewegung mit den Worten ויעמד השמש בחצי השמים ולא אץ לבוא ביום תמים: Und die Sonne stand (still) in der Mitte des Himmels und eilte nicht zum Untergange, wie am Völlen Tage“ 1). Zu Anm. 1 auf Seite 18 ist ןשרין (Dt. 32, 15 und öfter) als Beleg anzuführen. Kap. III (p. 23—32) bringt uns eine kurze Umschau über die Gesetze (metrische Form usw.) der hebräischen Dichtung. Mit Recht warnt der V. vor subjektiver, schrankenloser Künstelei auf dem Gebiete der hebräischen Metrik (vgl. jedoch D. H. Müller, Biblische Studien. III. Kompositionen und Strophenbau. Wien 1907). Kap. IV (p. 32—65) gibt uns eine lehrreiche Darstellung der althebräischen Geschichtsschreibung, deren Ausgangspunkt nach dem V. die Königszeit war. Der Kultursprung, der sich am Hofe zu Jerusalem unter David und Salomo fest eingebürgert hat, muss naturgemäss als Ausfluss des Volksbewusstseins eine Nationalliteratur gezeitigt haben. Vor allem musste nun das Volk seinen Stammbaum, seine Ahnen sich schaffen und so ist der Prozess der Geschichtsschreibung eine Notfolge des politischen Zusammenlebens der bisher zersplitterten Stämme geworden. Es ist höchst erfreulich, dass die von Hugo Winckler in seiner epochemachenden Geschichte Israels so genial durchgeführte Gesamtanschauung der althebräischen Geschichte- Schreibung in Budde ihren Vertreter in der theologischen Welt fand. — Kurz aber in klassischer Weise schildert uns der V. ferner das prophetische Schrifttum des' assyrischen Zeitalters (Kap. V, *) Vgl. ausführlich darüber io meiner oben genannten Schrift p. 6 ff. Ebendort habe ich auch zahlreiche Belege aus Bibel, Talmad und andern Quellen angeführt, wie fern die Sonnenand Mondfinsternis bei den antiken Völkern als böses Vorseiohen galt. Homer, Ilias 213 hat natürlich mit Jos. 10, 12 absolut nichts zu tun und kann keineswegs als Anhaltspunkt für die bisherige Erklärung der Josuastelle dienen.