Haḳedem
- Journal
- Haḳedem
- Volume
- I (1907)
- Issue
- 3 (25.9.1907)
- Date
- 1907-09-25
- Page
- [Seite] (sequence 43)
- Language
- German, Hebrew
- Belongs to
- journal issue
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... r r Lesefrflchte aus der Keilschriftliteratur etc. 123/״ Die folgenden Bemerkungen können und wollen darum nichts anderes sein als Bausteine ftir die Zukunft. ׳ I. Zur Bibel. r r 1) Hiob Kap. 36, 30 ist ein schwieriger Vers. Er hat zu vielen ״Textverbesserungen“ Anlass gegeben. Es wird da ^von רשי הים?* gesprochen. Budde in seinem Hiobkommentar schreibt: ״Die Wurzeln des Meeres können nur dessen tiefste Tiefen, dessen Boden bezeichnen, obgleich der Ausdruck dafür immer wunderlich bleibt“. In der Serie Inuma ilis IV, 90 (Jensen KB VI S. 26) heisst es von Tiamat, der Personifikation des Meeres, iur-HS ma-al-tna-lü it-ru-ra ii-da-a-Sa: bis auf die Wurzeln erzitterten gleichmässig ihre Beine. Wenn man weiss, dass auch sonst . in der Bibel Anklänge an die babylonische Darstellung der Tiamat חה1ם sich finden, wird man den Ausdruck im Zusammenhalt mit unserm Zitat nicht mehr für ganz so wunderlich halten. 2) Dass der Verfasser des Buches Esther einen mittel-* mässigen historischen Roihan geliefert hat, ist fast Dogma geworden für eine gewisse Schule von Bibelexegeten. Nicht einmal genügende*Vertrautheit mit dem Zeitkolorit der von ihm geschilderten Epoche will man ihm zugestehen. Eine interessante Parallele zu Esther 8,8: Ein Schreiben, das geschrieben im Namen des Königs ו;חי11ט בט^עח ר!ט£י und gesiegelt mit dem Siegelring des Königs, לה׳ןזיב ist nicht zu widerrufen, wird wohl auch jene Forscher etwas stutzig machen. Es ist, wenn auch nur eine Einzelheit, doch immerhin eine ganz eigenartige Tatsache, die uns hier überliefert wird. Und sie stimmt. Sie ist aus mehreren assyrischen Urkunden, die Johns, Assyr. Deeds and Doc., veröffentlicht hat, zu belegen. herrschen und zu verwerten!) Was würden klassische Philologen von der Wissenschaftlichkeit von Männern halten, die etwa mit den griechischen Kenntnissen eines Primaners versehen, sich gedrungen fühlten, mit Urteilen über griechische Weltanschauung vor die Öffentlichkeit zu treten oder schwierige Texte zu übersetzen. So erfreulich auch immer das Interesse sein mag,, gegen diese Art der Mitarbeit muss Front gemacht werden. Da haben denn doch Männer wie Franz Delitzsch, Strack, Wünsche und Dalman die Wissenschaft ganz anders gefördert.