Haḳedem
- Journal
- Haḳedem
- Volume
- I (1907)
- Issue
- 3 (25.9.1907)
- Date
- 1907-09-25
- Page
- [Seite] (sequence 25)
- Language
- German, Hebrew
- Belongs to
- journal issue
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Bad and Badeweeen im Talmud. 105 tracht kommen noch das Sodom-Meer (ימה של סדום) und der See von Tiberiaa, bei den Rabbinen beide ״Meer“ genannt; doch behandeln wir sie w. u. in anderem Zusammenhänge. III. Heilquellen, von Natur warm. \ Die älteste Erwähnung von palästinischen Heilquellen ist die Notiz in Öen. 36, 24, wo mit Auffindung der ימים (vgl. die Auffindung von Karlsbad) wahrscheinlich Thermen gemeint sind, und das drückt Vulgata in der Tat mit ihrem aqitae calidae aus; die übliche Auffassung geht freilich auf Maultiere (vgl. j. Sabb. 8, 6 f. l$b u. Genes. Rabba 82, 15). Welche Thermen in ersterem Falle gemeint sind, ist nicht sicher; einige denken an die von Kalirrhoö, die aber nicht in Seir lagen. Sonst weisen aber sämtliche aus der Bibel zu gewinnenden Notizen, wie auch die nicht wenigen historischen Notizen der Rabbinen, die wir im Obigen behandelt haben, auf den fast ausschliesslichen Qebrauch von kalten Quell-, Fluss- und See- Bädern. Wann in Palästina doch die warmen Heilquellen und Thermalbäder aufkamen, lässt sich mit Bestimmtheit nicht sagen; in der rabbinischen Blütezeit waren sie jedenfalls bereits vorbanden. Es geht nicht gut an, hierbei an griechischen und römischen Einfluss zu denken, denn in Griechenland selbst waren Heilbäder vor dieser Zeit kaum beachtet und entwickelten sie sich auch in den römischen Gebieten erst in der Kaiserzeit; von dieser an aber sind die äusseren Umrisse des Badewesens bei den Juden ganz römisch gestaltet. Um diese Zeit wurden namentlich um die am Toten Meere befindlichen Heilquellen bereits Hypothesen und Betrachtungen angestellt (Buch der Weisheit 10,6—8; Henoch c. 67, ausführlich bei H. Dechent, Heilbäder und Budeleben in Pcdästina, ZDPV. 7, 174 f.). Die drei berühmtesten Thermen Palästinas: die von Tjberias, Gadara und Kalirrhoö gehören der Jordanspalte an. Wie jene beim Toten Meere in den mannigfachsten Wendungen bis in die Neuzeit hinein von vielen Schriftstellern mit der Katastrophe von Sodoma und Gomorrha in Zusammenhang Der Araber Edrisi (12. Jh.) berichtet, das« man in dem Wasser von Tiberias ein Ei sieden konnte (mitgeteilt in ZDPV. 7,186).