Haḳedem
- Journal
- Haḳedem
- Volume
- I (1907)
- Issue
- 3 (25.9.1907)
- Date
- 1907-09-25
- Page
- [Seite] (sequence 23)
- Language
- German, Hebrew
- Belongs to
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Bad und Badeweeen, im Talmud. 103 stossen1). Wir haben schon gesehen, dass R. Juda vor den Augen seiner Schüler in einem Flusse sich untertauchte (b. Berach. 22a). Die Furcht vor dem Strudel des Flusses3) hinderte nicht, die Flussbäder häufig zu nehmen. An Flüssen kommt für Palästina in erster Reihe der Jordan in Betracht,'der Schauplatz der Tauftätigkeit Johannes ' des Täufers, weshalb ein Bad im Jordan für die Christen für v alle Zeiten ein Ideal bildet. Aus II. Kön. 5, 10 ist nicht zu schliessen, dass der Jordan an und für sich besonders gegen Aussatz sich heilkräftig erweise, denn offenbar soll an jener Stelle ein ausserordentlicher Fall geschildert werden, dennoch aber herrschte in den ersten christlichen Jahrhunderten der Glaube an die supernatürale Heilkraft des Jordan in starkem Masse3). Dieselbe Wunderkraft wurde auch dem Nil zugeschrieben4). Bekannt ist das Baden R. Jo^anans und die dabei erfolgte Unterredung mit Res Lakis beim Baden im Jordan (b. B. Mezi'a 84a). Für Babylonien tritt der Euphrat hervor; aus seinen Gewässern bereitete der Vater Samuels für seine Töchter das rituelle Bad (מקוה) in den Tagen von Nissan, und war es in den Thisri-Tagen nötig, wenn nämlich das Flussbett in der Regenzeit aufgelockert war, eine Matte unterzulegen, damit Schlamm und Lehnr keine Trennung (חציצה) herbeifuhren (b. Sabb. 65 a). 4. Das Meer (ים), u. z. in erster Reihe das mittelländische Meer, das im Westen die Küsten Palästinas bespült, bildete ein beliebtes Bad. Aus den zahlreichen diesbezüglichen Notizen *) b. Sabb. 41» ביעתותא דנהרא. ’) Rosenmil 11er, Altes und neues Morgenland, IV, 69; s. auoh S. Spitzer, Ueber Baden und Bäder bei den alten Völkern, nam. bei den Hebr., Gr. u. Römern, Beiovar 1883, S. 18. *) Nach Jalkut zu Ezod. 2,6 badete sich die Pharaostochter deshalb im Nil, weil sie an schweren Hautkrankheiten (0<*p נגעים) litt und keine heissen Bäder vertragen konnte. Die Sage stammt aus einer Zeit, in der man das heisse Bad bereits als die Norm ansah (Preuss a. a. 0. S. 7). 4) M. Jebam. 16,4 (dass Seebad, folgt aus dem vorangehenden Passus). Zu אסיא (so in ed. Lowe), עסיא s. meine Ausführungen in Monatsscbr. f. Gesch. u. Wissensch. d. Judentums (= MGWJ) 39,49—62 u. Lehnwörter 2,86. Doch kommt עסיא auch in einer Verbindung vor (z. B. b. Sabb. 109»), die es als Heilquelle erscheinen lässt; 8. w. unten. Vgl. anbei ים הגריל j. Berach. 1,1 u. b. Sabb. 36». 8