Haḳedem
- Journal
- Haḳedem
- Volume
- I (1907)
- Issue
- 3 (25.9.1907)
- Date
- 1907-09-25
- Page
- [Seite] (sequence 16)
- Language
- German, Hebrew
- Belongs to
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96 Samuel Kraugg. die Bibel ein Tauchbad nicht ausdrücklich vorschreibt, deren Reinigungsbad jedoch von der ältesten Zeit an für selbstverständlich galt *und noch heute in Geltung steht *), war das allernatürlichste, dass sie sich im ersten besten Fluss kalt badete. So wird von den Frauen in Galiläa berichtet, dass sie infolge der Kälte (מפגי הצינה) steril geworden sind. Das kalte Bad war auch so manchem Mann nicht angenehm und vernachlässigten sie schon darum dieses Baden, das infolge vou körperliehen Zuständen erfolgen sollte2). Am Versöhnungstage, also zu einer Jahreszeit, wo es in Palästina noch warm ist, erwärmte man für den Hohepriester, falls dieser alt oder schwächlich (אסטניס d<ft)-evq$) war, das Tauchbad mit zugegossenem warmen Wasser3), oder indem man, nach einer anderen Überlieferung, glühend gemachte Eisenklumpen in das Wasser warf4). Natiirlieh hat es auf dem Tempelberg solche Badevorrichtungen für die Priester gegeben. Auch in der sogenannten ״Kammer der Aussätzigen“ muss es eine Badevorrichtung gegeben haben*); ') j. Berach. 3,4f. 6« Z. 25. Preuss (8. 4) fasst das schief auf: ״weil die Männer sich weigerten, in dem kalten Wasser zn baden“ (!). In Verknüpfung mit Chanukka (8. LtEJ 32,40) und in der hadrianischen Verfolgung (s. Graetz, Gesell., IV., 3. Auf!. 8. 191) wird oft erwähnt, dass die Frauen am rituellen Baden gehindert wurden, was gut verständlich ist, wenn wir annehmen, dass ihr Baden frei, sozusagen Öffentlich vor sich ging. a) b. Berach 22« .ספני טה אתם טזלזלין בטבילה זו אי טשום ווינד usw. Cbarakteristisch ist der Einwand:!ובי יש טבילה בחטי; also verstand man unter טבילה schlechthin ein kaltes Tauchbad, ln Pumbeditha badeten die menstruierendeu Frauen nur des Tags, nicht bei Nacht, wegen Kälte (b. Nidda 67b), womit allerdings auch die Kälte der Luft gemeint sein kann. a) M. Joma 3,6 תפוג ,80) טחטין זיו חטים . . . כדי שתפוג *ינתן im l£al 'ם ed. Lowe, Agg. Hifil תפיג). Vgl. Bar. b. Sabb. 40י>: Man darf einen Krug Wassers vor den Feuerherd halten, nicht zwar, dass es warm werde, sondern dass dessen Kälte weiche. *) b. Jona 34h. Preuss (S. 6) knüpft daran die Bemerkung: ״umgekehrt also, wie in den altgermanischen Steinbädern, in denen man heisses Wasser zur Dampfentwicklung auf glühende Steine goss“ (HOfler, in Neuburger-Pagels Handb. d. Gesell, d. Med. Bd. I, S. 465). *) M. Neg'aim 14,8 ום»רע טבל בלשכת הכמורעים, vgl. T. 8,9 p. 628 Z. 32 zitiert in b. Joma 30b), wo die Ansicht R. Judas, dass der Aussätzige keines Tauphbades bedürfe, mit den Worten ergänzt ist שככר טבל טבערב (es heisst dann ferner, nicht in seinem Charakter als Aussätziger badet er, sondern ein jeder, der durch das Nikanor-Tor in den Vorhof ging, badete in jener Kammer), d. h. doch wol, der Aussätzige habe schon am Abend vorher iu einem ihm beliebigen Flusse ein Tauchbad genommen, denn זב und טצורע