Haḳedem
- Journal
- Haḳedem
- Volume
- I (1907)
- Issue
- 3 (25.9.1907)
- Date
- 1907-09-25
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German, Hebrew
- Belongs to
- journal issue
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95 Bad und_Bad« wesen im Talmud. י/ Versicherung, dass dieses ganze Tauchbad nur des ,.Talmuds“ d. i. des Lernens wegen vorgeschrieben worden ist1). Das Tauchbad nach der Kohabitation wurde übrigens im 2. Jh von R. Juda b. Bathyra, mit der Begründung, dass Thora-Worte, gleichwie das Feuer, der Verunreinigung nicht unterworfen seien, für unnötig erklärt, und die Remonstrationen anderer Lehrer halfen dagegen nichts2); nur einzelne Rigorosen übten beide Tauchbäder noch fernerhin, ebenso wie es einzelne Asketen waren, die auch andere Art Bäder nahmen. So erzählt Josephus von sich, dass er mit seinem Lehrer Bannos Tag und Nacht kalte Bäder nahm 3). Mit den Taufen Johannes des Täufers hat es dieselbe Bewandtnie, und von Stephanus, dem Protomartyr, wird berichtet, er habe keine warmen Bäder genommen. Wenn es auch Josephus in diesem Falle und in der Schilderung der Essener nicht ausdrücklich gesagt hätte, dass das Baden in kaltem Wasser vor sich ging, hätten wir es angenommen schon vermöge des asketischen Charakters dieser ganzen Lebensweise. Auch die Rabbinen, die von den bereits erörterten Tauchbädern nach der ejaculatio involuntaria und nach der Kohabitation sprechen, meinen durchaus ein kaltes Rad, wie überhaupt der Begriff ״Tauchen“ (טבילה ,טבל) in rituellem Sinne sich wol nur auf ein kaltes Bad bezieht Man absolvierte dieses Baden in der primitivsten und natürlichsten Weise der Welt, wofür ein Vorfall, der im Talmud erzählt wird, als Illustration dienen kann. R. Juda [b. Illai] (2 Jh.), der von einer solchen Pollution einmal behaftet war, ging am Flusse einher; seine Schüler wollten, da wirkliches Thora-Studium in dieser Verfassung unstatthaft ist, Dinge des Anstandes (4(דרך ארץ) von ihm hören, allein R. Juda warf sich vorher in den Fluss, nahm ein Tauchbad und lehrte selbst diese Materie erst hernach5). Auch für die menstruierende und jede blutende Frau, ferner die Wöchnerin nach Beendigung des Wochenbettes, für die zwar *) b. Beracb. 22». ’) V ita c. 2 ii Zdaxt tijv ijfiifav xal r*;v vncta 7rolla1us louofAtvov itqoc ayvtiav. Der Zusatz »wegen Heiligkeit4* entspricht dem Sinne nach dem rabbinischen טרור. ו#ד*פוח M. Sota 9,iö; טהדת פרישזח M. Tohar. 4,12. *) S. meine Ausführungen in RKJ 36,37. *) b. Beracb. 22». *) Vgl. b. A. Zara 76b und die Ritualcodices.