Haḳedem
- Journal
- Haḳedem
- Volume
- I (1907)
- Issue
- 1 (25.3.1907)
- Date
- 1907-03-25
- Page
- Seite 21 (sequence 25)
- Language
- German, Hebrew
- Belongs to
- journal issue
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Taluudische Aufschlüsse zu Inschriften. 21 sichtigte oder Punkte nach den einzelnen Wörtern setzte, unter Jüdischem Einfluss entstanden ist. 5. Zwei griechisch-jüdische Weihinschriften. Im Pan-Tempel zu Edfu, dem alten Apollonopolis Magna in Ober-Ägypten fand man folgende Inschriften: ״Es preist Gott Ptolemäos, Dionysios’ Sohn, ein Jude“. — ״Preis Gott, Theodotos, Dorions Sohn, ein Jude, gerettet aus dein Meere“ 1). Zu diesen Inschriften bemerkt Aug. ßludau 2), dem ich sie samt der in der Anmerkung verzeiclmeten Literatur entlehne: ״Die Reisenden waren wohl ägyptische Juden, die von einer weiten und gefährlichen Handelsreise zurückkehrten und vielleicht aus Rücksicht auf ihre heidnischen Begleiter dem Ausdruck ihrer Gottesverehrung eine Fassung gaben, die allenfalls auch eine Beziehung auf einen heidnischen Gott zuliess“.. Alles falsch. Die Annahme ״einer weiten und gefährlichen Handelsreise“ ist ganz überflüssig, denn, nach Psalm 107,23—Ul, die doch einem Professor der Theologie einfallen könnten, sollen ״die auf Schiffen das Meer befuhren, auf grossen Wassern Handel trieben usw. Gott für seine Gnade preisen und für seine Wunder an den Menschenkindern“. Der Psalmist gebraucht יודו (preisen) wie die Inschriften. Im Talmud heisst es: ״Vier müssen Gott preisen: die Seefahrer, die WüstehWanderer, der Kranke, der genesen, der aus dem Gefängnis Befreite“3). Der ügyptische Jude hat also ganz jüdisch gehandelt, als er Gott für seine Errettung aus *dem Meere pries. Es ist somit ausgeschlossen, dass er seinem Danke absichtlich eine solche Fassung gegeben hätte, die auch die Beziehung auf eiuen heidnischen *) CIG 4838c; W. Dittenbergor. Orientis graoei Inscriptiones selectae, Lipsiae 1903, No. 73, 74; W. Schwarz. Jahrbücher für Philologie CLIII 1896, 157, 164; L. Friedländer, Darstellungen aus dor Sittengeschichte Roms, 6. Auf)., Leipzig 1881, II, 1Ö0. \ *) Juden und Judenverfolgungen im alten Alexandria, Münster i. W. 1905, p. 9. ב) Berachoth 64 b: אמר רב יהודה אסר רב ארבעה *דיני; רהודור. יורדי הים הורני סדברות וסי שהיה חורה ונתרפא ומי שהיה חבוש בביר. האסורים וי*א. In der Begründung dieser Gebote beruft sich dor Talmud auf die angeführte Psaluistelle. Als Urheber des Gebotes erscheint Rab (st. ^47). doch stammt von ibp nur die Zusammenstellung der ״Vier, die preisen müssen“, aber nicht das Gebot selbst. Bei den allermeisten talmudischen Lehrsätzen >st die Sache ult, nur die Form, Begründung u. ä. neu.