Haḳedem
- Journal
- Haḳedem
- Volume
- I (1907)
- Issue
- 1 (25.3.1907)
- Date
- 1907-03-25
- Page
- Seite 15 (sequence 19)
- Language
- German, Hebrew
- Belongs to
- journal issue
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Talmndische Aufschlüsse zu Inschriften. 15 wie ein palästinischer Amoräer der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderte fiiess1). Im Targum und Talmud findet sich חבל in der Bedeutung ״Wehe“ oft genug (Levy, Targ. und Nh. Wörterbuch 8. v.; Kohut, Aruch III 333; cf. auch Debarim rabba II 24 חבל לספיגה aram. Aboda Zara 10b unten), von Toten jedoch, 80weit ich sehe, nur zweimal und beidemal in hebräischen Texten aus dem zweiten nachchristlichen Jahrhundert. Sanhedrin 69 b: ״ חבל על שמש גדול שאבד סן העולםWehe über den grossen Diener (= Urschlange), den die Welt verloren“; edenda lila: חבל על ״ ראבדי; ולא משהבחיןWehe über die, die verloren sind und deren gleichen־ nicht gefunden werden“. Diese Klage erhebt Gott über die Erzväter Abraham, I8ak und Jakob vor Moses, der nicht das gleiche Gottvertrauen, wie jene, bekundet. Der volle Ausdruck lautete also חבל על דאבד, der in den palmyrenischen Grabinschriften zu (חבל verkürzt wurde. Er ist nicht ein ״Ausruf des Schmerzes“, sondern der Wehmut, wie die zwei Beispiele aus dem Talmud beweisen, in denen er von längst Verstorbenen gebraucht wird2). Der frische Schmerz (die Totenklage) wurde mit הוי (Berach. 16b), הי (Sanh. 11a) oder וי ausgedrückt. Da חבל pnlmyrenisch und nicht gemeinsemitisch ist (Lidzbarski. NE 270), 80 kann es keinem Zweifel unterliegen, dass es die Palmyrener den Juden entlehnt haben. ״Wir ersehen auch aus den Denkmälern der Palmyrener, dass der Einfluss der Juden auf ihre Religion sehr stark war, ohne dass gerade eine Verdrängung derselben stattgefunden hat“ (Ephemeris 1 I 262). Da Palmyra eine starke jüdische Bevölkerung hatte und, wie aus den talmudischen Nachrichten erhellt, viele Proselyten zählte3), ist es fraglich, ob nicht manche ') Die Zweifel Lidzbarskis in betreff der Lesung von אבא sind nicht am Platze, denn dieser Name wird im Talmud häufig!ingetroffen, er war also stark verbreitet, während אברהם אברמא, das Lidzbarski vermutet, äusserst selten oder überhaupt nicht gebraucht wurde (siehe Magyar Zsidö Szemle XIV (18971, 71). Von talmudischen Namen kommen noch vor: חדד!,6א .ברוקא n. a. Vielleicht ist statt 209) חב ירא), wozu 363 חבייא-? gestellt wird, talmudisches חבייא zu lesen. > *) Bei Zunz, ״Das Andenken der Gerechten“ (Zur Geschichte 318) fehlt .חבי י) Grfttz, Geschichte*. IV 273—276: Jewisli Encyclopedia IX 507; Schürer, Geschichte d. jüdischen VolkeB*. I 281.