Haḳedem
- Journal
- Haḳedem
- Volume
- I (1907)
- Issue
- 1 (25.3.1907)
- Date
- 1907-03-25
- Page
- Seite 5 (sequence 9)
- Language
- German, Hebrew
- Belongs to
- journal issue
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Typen der assyrischen Bildersprache. 5 4. Gemeinsemitisch scheint die Verwendung des Gebirges zur Veranschaulichung der Unbeweglichkeit, Dauerhaftigkeit und Ewigkeit zu sein. In der Grotefendinschrift Nebukadrezars I 49f. wird von der grossen Mauer Babylon8 Imgur-Bel gesagt, dass sie ki-ma sa-tu-um la ut-ta-a$-$u ״wie ein Gebirge nicht von der Stelle bewegt werden kann“. In einer Hymne auf Assur K 3258,20, 23 lesen wir: [<j6«׳Hsu] kima Hadde ul uttaSa iäidsa ״bis command is as the mountain, its foundation does not shake“ (Macmillan, B z A V p. 696). Adad-nirari I (I 22ff.) rühmt dem Vater seines Grossvaters nach, dass seine königliche Hoheit ana rüqäti kima Sadi kunu ״für lange Zeit einem Berge gleich fest gegründet war“. In assyrischen und neubabylonischen Texten finden wir oft, wenn es sich um den Bau einer Mauer, eines Tempels oder Kanalufers 0. ä. handelt, Phrasen, wie kima iadi (Nd Wädi Brisa VIII 59), kima kisrat kadi (Sarg. R. PI. 24) oder kima Sapik Sadi (Tigl. III, KB IV 102,13) uäariid ״gründete ich fest wie der Berg“. Am letztgenannten Orte wird der Sinn noch verdeutlicht durch den Parallelsatz ukin uSsiiu ana dür därii ״seinen Grund hatte ich für alle Ewigkeit gelegt.“ Auch die in den Inschriften Nebukadrezars II. gewöhnlichen Phrasen twa kupri u agurri SadäniS erti resp. abni ״befestigte resp. baute ich mit Erdpech und Ziegelsteinen bergegleich“ (KB III11 18, 44, 56) und udannin hurMniS (KB III11 28) beziehen sich auf die Dauerhaftigkeit des Gebäudes, nicht etwa auf seine Höhe, der jedoch oft mit fast den gleichen Redensarten gedacht wird. Im Alten Testament werden die Berge und Hügel ״ewig- . und ״uralt“ (גבעות עולם ,הררי קדם ,הורי ער Gen. 49,26, Dt». 33,15, Hab. 3,6, cfr. P8. 90,2) sowie ״die Grundfesten der Erde“ Mch. 6,2 genannt. Die Gerechtigkeit Jahves ist »wie Gottesberge“ (בהררי־אל Ps. 36,7), d. h. sie ״besteht für ewig“ (P8. 111,3). Auch im Arabischen kommt die hyperbolische Verwendung des Berges vor. Labid XVI, 33 lobt die Braven mit den Worten ״ihre.Besonnenheit ist so fest und ruhig wie die Berge,“ und VI, 1 sagt er: ״wir altern, aber. es überdauern uns die Berge“. Der gemeinsemitischen Vorstellung von der Festigkeit, Unbeweglichkeit und Dauerhaftigkeit des Berges verdankt endlich auch die neutestamentliche Redensart ״Berge versetzen“ (Mt. 17,20. 1. Kor. 13,2 etc.) ihren Ursprung.