Die Bne Briss
- Journal
- Die Bne Briss
- Volume
- 1937
- Issue
- Nr. 1/2 - Januar/Februar
- Date
- 1937-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Fällen riefen sie iclbst öffentliche jüdische :il die gesetzlichen Bestim- Sie übernahmen vielen Volksschulen ins Leben, w mungen derlei Gründungen! zuließen!.;iuch nicht selten private jüdische Schulen auf den öffentlichen Etat und gittern namhafte Beihilfen zu «leren Unterhaltung.'. Wir dürfen,iQckwärtsschaiicnd sagen, daß sich die jüdisc icn Volk »schalen einer besond^ien Pflege und Füranrge seit ms Aer Aufsichtsbehörden erfreuten, und sowohl die Lehrer als auch! die Scliulvovslände hatten ift das t elüld des Gererbtigkeil in persona gegen iberzustifhen, unter deren Fittichen man wohlgeböif;cn wai. I m so niederdrückender war das Bewi ßlsejb, nicht eingefügt zu sein in eine jüdische Gemeinschaft, die eine umfassende Einheit mit einer \ erhundi .mgsfühigen repräsentativen Spitzenbcbörde >iltlete. Zwar haben sich i(i Notzeiten viele Gemeinden zu Verbänden zusammengeschlossen, die mit nimm ichenden Vollmachten eine Art j idischcr Politik Iricbtn; abej es gab »och keine Hciqhsverlrctung" und ai ch noch keinen „Landesiid'\ sondern nur Emcelgemi sehe Erfolge von viel -rlei Zufälligkeiten abhän verbl nd", sondern nur E npclgenufindcn, deren schulpolil nia Waren 5s k:im die Zeit heim, da .ei i großes Hinsterben im Bereich der jüdischen öffentlichen und privaten Seht len einsetzte. Die Abwanderung vom flachen Lande in die] großen Städte unt der Ijcburlcnrück gang haben viele DuL/ien|de von Volksschulen viele Duldende voi eben lassen und <lamit grm de <|uellen zlim Versiegen pro; eß iiabm in den letzter hufljen Fortgang.. Die gesetzgeberischen ebracht. Mal nähme 1 des neuen Dei tschland haben dem jü lischt n Selm wesen in den Gemeinden über Nacht m inchc Enil'al ungsinöglichkeifen gebracht und bdwiijkt sicir'selbst gestellt di( wu nie. daß die Judcnheit auf daß mit cinerii Mal alle res lentimentartigen Aböeig urgen gegen jüdische Schulen verschwanden, die vorhandenen als .freudiger Besüa begrüßt wurden. Und d: ß na Ii und nach dank der Opferwilligkeil der Gcnehdemtglieder eine größere Anzahl jüdischer privater Voll sschulei eingerichtet wurde, denen die Landesverbände und namentlich Reichsvertretung der Ji den Beratung und materielle Iii fe dauernd iure Förderung zuteil werden lassen. Die Not hat es,zuwege dt Verwaltungen, indem sie irdJnstanz unterordneten, Möglichkeit gaben, injjplar b:ire Schulpolitik in die Wege cht nur Schulen, sondern iit entsprechend au hntes Schuljahr sind geplant dlie Schularbeit sinnvoll lor drei Diese ihren kul urelle Krall r Auflösung8' einen sprüngin Deutschland durch gebracht, daß die Gemein sich freiwillig einer Zendei Reichsvertretung die voller Arbeit zu leiten bunt eine frucht- Sie gründet sije baut sie auch der neuntes und sogar ein Vorlehrt-Kurse sollen setlzen. und I die i in Gemeinschaft mit den Lehrervereinen abschalten werden, den Lehrern das Rüstzeug in die Hand .neben, den neuartigen Erfordernissen unserer Tage zu entsprechen/. '• . j. Vj Welcher An diese Erfordernisse sind, das darzulegen, mirß unier dem Motto ,.Einst und jetzt" geschehen. Denn-dBe'jüdisch? Volksschule von heute zeigt sozusagen ein, ■Ddppclgcsicht. Sie trägt, dem Gesetz des Beharrungsvermögens einftsprechend, noch sehr deutlich die Züge des nicht mehr gültigen Ideals ruhigerer Zcitfäuite; sie weist abejr auch schon Merk male-ailL ,lio mr von üer aufgewühlten, alle Bereiche des jüdischen Daseins mächtig bewegenden Gegen - wnil aufgeprägt und - fast möchte man sagen lagläglich hinziigeprägt werden. Die jüdische Volk-* schale der Vergangenheit war im Kernhalten eine allgemeine Schule, in der; jüdische Kinder von jüdischen Lehrern nach den behördlichen Lehr- und Stundenplänen beireut wurden. Was an Jüdischem Eiqgaiig fand, das wirkte nicht "von der Mitte her ins Ganze Iiinein, es trat als Randerscheinung hinzu deren innerer Gehalt aber keineswegs so gering, gewesen ist. wie es eine verallgemeinernde Rückschau ^zuweilen darstellt. Nicht in dem Religionsunterricht an Höheren Schulen fand die jüdische Tradition ihre Hüterin und Mehrerin, sondern in dem oft anspruclis los und eng anmutende^ Wirken des jüdischen Volks sei:ullehrers. Was an jüdischem Erbgut höhte norti in den Gemeinden lebendig ist und fortwirkt, das isl der Fundus jüdischer Kenntnisse, den die Männer und Frauen einmal in den schlichten Räumen irgend einer Volksschule zu eigen' erhielten. Dennoch he steht die Auffassung zu Hecht, daß dicke Volksschule das Schwergewicht ihrer Bemühungen nicht auf das Jüdische legen konnte, sondern daß sie gehalten war den Forderungen nachzukommen, die von der Staats gewallt'an alle Volksschulen gestellt würden. De jure besteht diese Verpflichtung auch heute noch, nicht nur innerhalb des Bereiches der vom Stdat und den Städten unterhaltenen öffentlichen jüdischen. Volksschulen, sondern auch für alle I'rivalschulen. die ja mir mit Zustimmung der stautlichen Behörden gegrjindct werden dürfen, und deren Lehrplänc von ihnen zu genehmigen sind., Allein, de facto-hat es die jüdische Volksschule schwer, ihren Verpflichtungen unverkürzt nachzukommen, Denn die Gründls ' ■ l - 1 ■ sät/e der^ vom Staat geregelten Erziehung sowie die Prinzipien für die Auswahl und Gestaltung der Unterrichtsstoffe sind ausschließlich auf die deutsche Jugend zugeschnitten. So ergibt es sich, daß die jüdische Volksschule heute eine Institution zwischen den Ze i t e n ist, eine Schule, in der die jüdische .lugend noch immer von zwei Quellen her ihre Bildung empfangen soll, in der indes die'jüdische Komponente stärker herausgearbeitet werden darf, weil das den Intentionen nicht nur der jüdischen 'Gemein-