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Die Bne Briss · 1936-09-01 · Nr. 9/10 - September/Oktober · p. [Seite]

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Journal
Die Bne Briss
Volume
1936
Issue
Nr. 9/10 - September/Oktober
Date
1936-09-01
Page
[Seite] (sequence 14)
Language
German
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Regierung nimmt diesen Vorschlag an und teilt für die jüdische Kolonisation ein' großes Bodenareal im Chersoaer lijesd i Kreis) zu. In einem Regierüngsakt ist sogar von di r Schaltung eines ,,\eu-Palästina" die Rede, j Aul diese Weise entstanden in den Jahren 1807 10 in den öden Steppen»Südrußlands <lie ersten 5 jüdischen landwirtschaftlichen Siedlungen: Groß Sjfe- Mcnuchah. Klein Sde-Menuchah. ßobrowij Kut. Dobraja und Israilewka. Das Schicksal der jüdischen Siedlungsbewegung ist in den darauffolgenden Jahrzehnten je "nach Gunst oder Mißgunst der jeweiligen Machthaber sehr wechsclreich. Rückschlag und Fortschritt folgen aufeinander. Der Drang der russischen Juden zur landwirtschaftlichen Betätigung wird immer größer. Von Interesse ist eine Bittschrift, die einige hundert jüdische Familien im Jahre 1X46 an die zaristische Regierung um Zuweisung von 5000 ha Boden gerichtet haben. , '"Tausende und Abertausend.' von Händen, beinah fcje. heißt es in der Bittschritt — würden >in Ackerbai ehrenhaft und anständig ernähre 1 können. Die anderen würden vom Handind Handel zwar nicht im ( berflusse leben, immerhin ein bescheidenes Auskommen Ks würde sich ein Gleichgewicht heri,lind*die Landwirtschaft wird immer mehr an sich heranziehen." i\i 80-er Jahren, der Zeit des schärfsten Regicrungsai lisemitismus,- tauchen in den Regierungskreisen Pläne auf. den jüdischen Siedlern den Boden i entreißen. L'ntersuchungskoniinissionen die Siedlungsgebiete geschickt. Man sucht nach >»inom Vorwande. uni diese Pläne zu verwirklichen. Dis Bild der landwirtschaftlichen Lebensweise der .ludet in den Kolonien macht aber einen so gewaltigen Sindruck, daß die Regierung sich doch nicht entschließen kann, das jüdische Siedlungswesen zu miisM sich werk aber haben): sielleii Juden In de wieder / werden in vernichte sehen Vc (ireifen 21 j 17 Alle Sie versperrt, aber k-raft der ..provisoriordnung von 1X82" den Juden jeden weiteren Zutri t zum Lande. Trot: aller Rückschläge und Hemmnisse hat das c er Juden zum Pfluge hervorragende Resultate—zn verzeichnen. Im Jahre 1913 waren idische Kolonien im Chersoner (iebiet. idischc Kolonien im Jekaterinosläver Gebiet, n in diesen Gebieten lebten 42 000 Juden mit von ca. 84 000 Dessjatin ca. einem Eddenbesitz 91 500 ha. Aul"er diesen zwei Zentren jüdischer Landwirtschaft sind aber auch im Laufe des 19. Jahrhunderts jüdische Siedlungen in Bessarabien und in den nord- und südkvestliehen Gouvernements entstanden. Laut Angaben der ILA vom Jahre 1897 waren: 10 jüdische Kolonien in Bessarabien, 90 \ Jüdische Arbeiter beim Tabaktrocknen und Sortieren in Bessarabien T ..orf, - 01 jüdische Siedlungen in Litauen, 127 jüdische Siedlungen in Weißrußland (Mfinsk. Mogilew u.Witebski 18 jüdische Siedlungen in Wolynien,' 42 jüdische Siedlungen in den südwcstliehejn Gouvernements (Podolien, Kiew und Tschern igow) zusammen: 258 Siedhingen mit einer jüdischen Bevölkerung von .'SO 000 Seelen auf einem Bodcnüre^l von ca. 40 000 Dessjatin 43600 ha. In diesen Gebieten waren besonders' stark entwickelt die jüdischen vorstädtischen Gärtnereiwirtschaften. Diese vorstädtische Landwirtschaft übte ihren gewaltigen Einfluß auf die Entwicklung der mittleren und kleineren Städte, besonders deij sogenannten ..Städtchen" im jüdischen Ansiedlungsrayon. Erzeugnisse jüdischer Gartenarbeit wie Obst ufrd Gemüse halten guten Absatz. Kaidamer Gurken und KaBarier eingemachte Gurken wurden nach Petersburg. Warschau, Königsljerg und Berlin exportiert. Eine wichtige Rolle spielten die Jiuden in der Entwicklung der Tabakindustrie. Int Gouvcrpement Tschernigow, und hauptsächlich in Bessarabien, waren Tausende jüdischer Familien seit jeher bei Tabakplantationen beschäftigt. Einen weiteren wichtigen Zweig der jüdischen Landwirtschaft in Bessarabien bildete der Weinbau, von dem ebenfalls Tausendc^von jüdischen Familien sich ernährten. So hat sich im Laufe eines Jahrhunderts ein Teil der gewesenen jüdischen Krämer und Luftmenschen zu gesunden jüdischen Bauern entwickelt, die im Schweiße ihres Angesichts mühsam und ehrlich ihr Brot erarbeiteten. Auf dem Gebiete des Handwerks haben die Juden des zaristischen Rußland nicht den Leidensweg durchmachen müssen wie auf der Suche nach landwirtschaftlicher Betätigung. Hier ging es nicht so sehr um. Überwindung äußerer Schwierigkeiten, als um die Erhaltung bereits vorhandener Positionen, Bcsei-

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