Die Bne Briss
- Journal
- Die Bne Briss
- Volume
- 1936
- Issue
- Nr. 9/10 - September/Oktober
- Date
- 1936-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Landwirtschaft Die Geschichte de r ist die Geschichte der Juden un d Handwerk unter den Juden im zaristischen' Rußland Von I). K 1 e in e n t i n o w udtin im zaristischen Rußland Zu Reginn des. vergangenen .Jahrhunderts treten in Polen, in der Ukraina, bereits d nements zu 1 a n d zu übersiedeln. in Litauen und Weil rußland. Diese Gebiete .stellten den ..Ansiedlungsrayo 1" dar wo die jüdischen Massen lebten. Zirka 7 Millionen jidischer Menschen waren am Vorabend des Weltkrieges in diesen Gebietsteilen *usammengepfercht, < ic trotz außerordentlich schwerer Bedingungen, gC: et licher Beschränkungen, I Verfolgungen und Pogroi ie, ihr;-Existenzen auf- und ausgebaut hatten und auf < ein besten Wege waren, ihrer wirtschaftlichen Struktur eile gesunde normale Basis zu geben. Im Jahre 1914 1 *ble bereits die Hälfte der jüdischen Bevölkerung Büß ands von. werktätiger Arbeit. Der Prozeß der Um ichicht ung und Produktivierung der jüdischen Massen ging in einem Tempo vor sich, das zu einer weitere i" Normalisierung des jüdischen Wirtschaftslebens un 1 zur Gesundung seiner Struktur führen mußte. Der Weltkrieg,! ier' Bürgerkrieg mit seinen Begleiterscheinungen ujjid/die Loslösung der Kandstaaten vom Bussischen Reiche und die damit erfolgte Neuverteilung der jüdischen Bevölkerung an Polen. Litauen, Lettland, Ehland und Rumänien (ßessarubier») haben dieser Entwicklung einen katastrophalen Bückschlag gegeben» Djie Juden sind aus den bereits mühsam errungeneii wirtschaftlichen Positionen wieder hinausgeschleude t wordm. Der Kampf der! jüt ischen Bevölkerung während ' der letzten hundert] lalire für die produktive Umgestaltung ihres Wirtsjc laf :sleb ms legt aber ein beredtes Zeugnis für den Drang zki ms nueller werktätiger Arbeit ab. Dieser Kampf erleidet lurch Verordnungen der zaristischen Regierung immer wieder Nackenschläge. Die dazwischen liegenden günstigen Gelegenheiten und lichten Momente werdender von den Juden stete ausgenutzt, um in der Landwirtschaft und im Handwerk Euß zu fassen. Belastet mit eim r traurigen, im finsteren Mittelalter aufgezwungener Erpschaft, — Jahrhunderte lang Träger eines Vermittler- und Kleinkrämertums zu sein. — rafft sich die jüdische Bevölkerung Rußlands im- mer wieder empor und bekundet ihren eisernen Willen, sich von den allen, ihr zwangsweise zugewiesenen Berufen der Hausier« rei, j Schankwirtschaft und Kleih¬ und zu r t produktiven Lebensforkrämerei loszusagen men überzugreifen. In den 90-er Jahijen des 1F3. Jahrhunderts beginnen schon einzelne jüdische Familien ihre Städtchen und Dörfer zu verlassen! i nd mit der besonderen Erlaubnis der Behörden in diie neuruss sehen südlichen Gouverc h a f 11 i c h e r Betätigung gung in rung gre läßt das skv. e ersten Anzeichen des sozial-ökonomischen Umschichtungsprozesses der Juden in Rußland auf. Im . ahre 1804 setzt die jüdischje Siedlung.sbewe- Rußland ein. Die damalige russische Regieft zu judenfeindlichen Maßnahmen. Sie er- ..Statut über Juden", wonach der jüdischen Bevölkerung «'«s Verbleiben in den| Dörfern Siidrußlands, wo sie sich mit Handel undi Schankwirtschaft verboten wird. 00 000 Jüdische Familien stehen v<j>r der Ausweisung. Im seihen Statut aber wird den Juden das Recht zugebilligt, zür Landwirtschaft überzugehen, wobei man ihnen sogar verspricht, das Leibi igenschaltsgcsetz nicht anzuwenden und gewisse SteLiererleichterungenjzii gewähren. Zur selben Zeit beabsichtigt^lie russische Regierung die den Türken entrissenen Gouvernements zu kolonisieren. Zu diesem Zwecke werden die Slaven'aus der, Türkei und die Emigranten aus'Deutschland herangezogen. Eine Gruppe jidischer "Maskilim" (Aufgeklärte), - - Träger des jiniist hen Humanismus — die sich in Petersburg um den Kauf mann. Note N< tkin gruppierte, versucht, diese günstige Situation auszunutzen. Notkin unterbreitet defn damaligen Minister Derschawin den Voraus den Dörfern ausgewiesenen Juden in sehlag. dii den neuen Gouvernements unsiedeln zu lassen. Die Jüdischer Bauer am Kaidany, Litauen H . ' I „Ort" 89