Die Bne Briss
- Journal
- Die Bne Briss
- Volume
- 1936
- Issue
- Nr. 7/8 - Juli/August
- Date
- 1936-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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der, das am reichsten mit | Rohstoffen gesegnet ist. Brasilien besitzt das vielleicht reichste Lager an Man ganerzen. Seine Eisenlager entl alten ein Fünftel bis ein Sechstel des Eisen Vorkommens der Welt; es wer den Kupfer, Gold, Titan, Dianu nten gefördert, ungeheure Wasserkräfte harren] des und Petroleum kommen vor Hcichtum des Landes an ijölzcijn. Es erscheint darum richtig. Brasilien als Ziel jüdischer Siedlung ins Auge zu passen. Aber nichts ist so falsch und verkehrt wie planloses Drauflossiedeln. Nur solche Siedlungen können Erfolg haben, die von Ausbaus, auch Kohle nerschöpflich ist der sachverständiger Seite richtig geplant und angelegt werden.«, Darum ist genau so wiebtig. wie die Auswal 1 geeigneter Siedler, die Auswahl eines richtigen Kolonie leite rs. Siedlungen, die weitab vom Hauptverkeli r liegen, sind stets ungünstig daran. Oute Absatzmöj; lieh leiten sind unerläßlich zum Gedeihen« Es gibt in den ii i. südbrasilianiscben Staaten noch genug freie Raujm in günstigster Lage auf: fruchtbarstem Bode auf dem Tausende und "Zehntausende von jüdischen Menschen noch Platz finden könnten (kommen sie hinein.' I). B.) aber man sollte endlich tttgreifep; beraten worden ist lange genug! + f <\ *•*" .*; Gemeinschaftssiedlung auf brüderlicher Grundlage i. Auswanderung bedeutet der Von Br. Paul Kolenfeld. für junge Menschen wenig mehr als Wechsel! der Umgebung, des Klimas, der Lebensbedingungen, lür Menschen mit abgeseblos sener Entwicklung, aber Verl issen einer Heimat in doppelter Bedeutungj Zu Gewohnheit kommt hieij die Kultur und in der SeelL' gleich gearteter Menschen. Selbst wenn es' gelingtj im leuen Lande die wirt schaftliche Lchcnsmögliehkcit Gefahr der Vereinsamung, - 'fremder Umwelt. Der i Einzi Ine bleibt solange' einsam bis i's ihm glückt. Verwandte seines Wesens, Teilhaber seines geistigen Lebens zu finden. Diese Gefahr der Verein »amung vermindert sich, sobald es möglich fest, in geschlossenen (i r u p p e n ein neues Land zu suchen und SO t inen wichtigen Teil der Heimat, |dicj seelische Verbundenheit mit wesensverwanjdten Ciut mit sich zu führet Umwelt und Lebens- Verwurzelung in einer zu schaffen, droht die der Heimatlosigkeit in Menschen als innerliches nahe und ferne Bedungen im Geiste ver- Die Geschichte bietet i ns spiele von Gemeinscliüftsgriinc brüderter Menschen. JI Als im Anfange iles 1 ). Jahrhunderts aus Böhmen und Mähren wegen n ligiöser Verfolgung die in ßruderunitäten vereinigte Sekte der Böhmischen Brüder nach Schlesi m und Sachsen auswanderte, fand sie auf den Gü ern des ihnen religiös gleichgerichteten Grafen Zinsendorf Aufnahme und gründete die Herrenhuter Brüdergemeinden. Die Grundlage dkser Gemeinschaften ist ihre' besondere religiöse Eilstellung, die alle Lebensverhältnisse 'durchdringt und gestaltet. Die Einteilung in Chöre der .hingen, <ler Alten, L der Verheirateten und Ledigen, die besondere Art eines r ganz auf Innerlichkeit gestellten Gottesdienstes,I die . birgerlichc Ordnung der Gemeinde,; ail] dies Kvird Heimat und bestimmt den Rhythmus des Alltags und der Festtage. Gegenseitige Hille erleichtert) den K impf ums Dasein, 'gemeinsame Arbeit erschall t ein im Seelischen und Wirtschaftliehen gleich acl tenswi-rles Leben. Gegensätze zur englischen Staalskirche zwingen Ende des 17. Jahrhunderts die Sekte der Quäker —4* d e sich selbst Society of Friends nennen —'•sich in Gemeinschaften abzusondern." Auch hier ist die Grundlage eine die gesamte Weltanschauung durchd ringende Beligionsäuffassung. die noch mehr als b >i den Herrenhutern die (iestaUjulg^di's bürgt r liehen Lebens übernimmt. Demokratische Verfassung ohne Oberhaupt, bei der alle Entscheidung in die Versammlungen derMitglieder verlegt ist, Tiottesdiensl ohne Priester und Liturgie, Gleichberecl tigung von Männern und Frauen bestimmen die Eigenart des C emeindelobens. Kampf für Anerkennung tler Menschenrechte, für Aufhebung der Sklaverei sondert die Ccmeinde der „Erweckten"' von ihrer Umwelt und läßt sie Einfluß auf die allgemeine Kulturentwickhing gewinnen. Im brüderlichen „Du"' aller Gememdemitglieder kommt zum Ausdruck, daß Btuderscliaft 65