Die Bne Briss
- Journal
- Die Bne Briss
- Volume
- 1936
- Issue
- Nr. 7/8 - Juli/August
- Date
- 1936-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/6727476-6029212-6074918--06-4869866- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Großgrundbesitzer zu Ungunsten der Klein- und Mit- . lelbesitzcr die dm I lieh ist d»! Heusehreckenplage nicht alle Jahre gleich verheerend, ist die Witterung nicht immer so unbeständig, aper einen großen Unsicherheitsfaktor bringen diese begünstigt, sind die Hauptschwierigkeiten, andmann in Argentinien erwarten. Natürbeiden Gefahren immerhin mit sich. Die Hauptscln rierigkeit liegt jedoch darin, daß Argentinien das Land der Monokultur und auf Export angewiesen st. Im wesentlichen wird Weizen, Mais. Leinsamei . Luzerne und etwas Hafer gebaut sowie Viehzucht getrieben. Die Krise auf dem Wettmarkt triffI (liest s Land also besonders hart. Nur bei Anbau größerer I lachen —jlas einzelne Los ist 75—150 Hektar groß lohnt sieh der Anbau. Wenn aber der Landmann in Krisenjahren auf seinen Gütern sitzen * ••**.*' -bleibt, rentieren sich die teuren Maschinen nicht, es kommt k 'in Geld herein für Kleidung und Schuhe, für Verbesserung in der Wirtschaft, für Schulgeld für die Kinder, für die Abzahlung des Landes, kurz das Lehen wi d recht schwierig und ungemütlich: natürlich wird immer noch genug vorbanden sein, daß der Itauer mi seiner Familie nicht verhungert: soviel Irägt selbst in den schlechtesten Jahren das Land Illental. nd t dari'r >e In Dauern <> Waldlä und deten 1 sondern fester heuen diese boienen dazu ve stehen, kann unverg des Tage; kühl und Schatten es im W gen und Kleine W selmasch schickte und e rv ald der \rl eit V Art: e Ichen Krisenjahren strömen die Wejzentt mit dem letzten Rest ihres Geldes in die Hier können sie sich keine 100 Hektar r kaufen, denn das Land kann im geronicht mit Maschinen bearbeitet werden. Siedler muß mit Frau und Kind in härden Hoden mit Hacke und Spaten beervn nämlich die Bäume geschlagen sind — it wird für billiges Geld von den- Eingejeleistet. die über eine besondere Technik i — bleiben die Stubben noch jahrelang man nicht einmal den Pflug benutzen ir aber ist der jungfräuliche Urwaldboden fruchtbarer als die Grassteppe. Nach Last und Hitze sind die Abende und Nächte erquickend. Die Kinder vor allem leben im" der Wälder sichtlich auf. Heuschrecken gibt Ide nicht. Trinkwasser ist in großen Menbester Beschaffenheit überall vorhanden, asserfälle geben Antriebskraft für die Häck- und die Milchzentrifuge. Besonders ge¬ Leute werden sich sogar elektrisches Licht Kraft verschaffen können. Tiefe rf iig s< daß Dt f ü glei<:hlich Brunnen braucht man nicht zu graben; d>s Wasser ist im Camp (der Steppe) oft salpetrig, dis braucht man im Walde nicht zu befürchten. In der Steppe findet man oft auf viele Meilen im Umkreis nicht Baum und Strauch. Hier im Walde gibt es Holz im Überfluß zum Hausbau und zum Brennen, Manch einer hat allein aus den Edelhölzern des Waldstückes, das er erworben *hat. den Preis, den er für sein- Stück Land gezahlt hat. wieder herausgeschlagen. Fünfundzwanzig Hektar l'rwaldbodcn reichen voll aus um eine vierköpfige Familie zu ernähren. Ein Anfangskapital von 3.000 bis 4.000 Mark ist ausreichend. " 1 '"' ' . Freilich auf den Traum, ohne Mühe schnell reich zu werden, mit einem Schlag Unsummen zu verdienen. muß der Waldsiedler verzichten. Dafür nicht auf den Anbau weniger Produkte ist er aber angewiesen. lel trische 64 Auf'dem fruchtbaren Urwaldboden Südbrasiliens gedeihen die allerverschiedensten Produkte: Baumwolle. ■ Kaffee, Weizen, Reis lohne kü istliche Bewässerung). Rizinus, Mais, Orangen. Apfel. Pflaumen, Quitten. Erdbeeren fast zu allen Jahreszeiten. Ananas. Bananen sowie alle Gemüsearten, die wir auch in Europa bauen, vor allem Bohnen (meist zweimal im Jahr) Erbsen, Spinat, Mohrrüben, usw^ Dadurch, daß der denkende Landwirt, der die Marktlage verfolgt, seinen Anbau im Frühjahr beliebig verändern kann und nicht darauf angewiesen ist. jahraus, jahrein dieselben Produkte zu bauen ohne Rücksicht auf den jeweiligen Markt, ist die Wirtschaft krisenfester und mit weniger Risiko verbunden. In Argentinien gibt es nur eine Ecke, die mit l'rwald bestanden ist. Das ist das Territorium Misio nes am oberen Parana. Hier finden sich drei reiche blühende Kolonien, die vor 19 Jahren unter der Lei hing eines besonders geschickten und sachkundigen Mannes jüdischer Abstammung angelegt worden sind, und bereits Zehntausenden von Mensehen (allerdings nur sehr wenig Juden) eine neue Hejimat geschenkt haben. ' '! iar< ' *' - f t '■ ' ■ \ I " l ' t In Brasilien ist der ganze $üden solch eh f mit Urwald bedecktes Terrassenland. In den viel Staaten Sao Paulo, Paranä, Rio Grande do Sul, Sank Catharina haben hunderttausende euiopamüder Sied ler eine neue Heimat gefunden, die sie nährt und dit ihnen ungeahnte Aufstiegsmöglichkeiten geboten ha und bietet. Im Gegensatz zu Argentinien, das ausge sprochen rohstoffarm ist, ist Brasilien eines der Län i j.