Die Bne Briss
- Journal
- Die Bne Briss
- Volume
- 1936
- Issue
- Nr. 7/8 - Juli/August
- Date
- 1936-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Itsche, kuHurelic und religiöse Bedeutung des Palästina Werkes liir das jüdische Volk und für die Menschheit gesagt werden, sondern es wird nur festgestellt, daß die Einwanderung der letzten Jahre wohl als Maximum anzusehen sein dürfte und da£ das brennende Bedürfnis nach anderen -Einwandcrutigsinög- Behkeitcn bestehen bleibt.- F)ie jüdische Öffentlichkeit, vom Partei kämpf zerrissen; * vielfach von Verzweiflung geschüttelt und nur zu'oft von Irügeriscken Hoffnungen genarrt, ist sicivheute nicht einmal üher die oben angedeuteten Gritndtatsaehen der jüdischen Wanderungsfrage im "Klaren d. h. über.den Umfang des jüdischen Auswariderungsdranges. die beschränkte Bedeutung Palästinas und die Notwendigkeit anderer Einwanderung*»- gebietc. Noch 'weniger aber ist sie sicti der-Aufgaben bewußt die sich eine jüdische Wanderungspolitik heute angesichts der weltwirtschaftlichen und weltpolitischen Gegebenheiten: überhaupt stellen kann. I 1 ~*v '' Deshalb mag es nützlich sein, hier einmal unter Fortlassung aller Details die großen Linien der Situation, darzulegen: 1 Wenn es" ii'hneiantwortlich ist. heule noch Palästina als mögliche Totallösung der materiellen Judenfrage. der Judcnnol hinzustellen, so istes geradezu fantastisch, in irgend einein anderen Lande oder liebtet-auf. der Welt einen Judcnsfaat gründen öder alle auswanderungswilligen ..luden unterbringen zu wollen. Vielmehr ist der Nationalisinusder Völker und das Prestige-Bedürfnis seihst der schwachen-und der national nicht einheitlichen Staaten heute so groß, daß 'in keinem klimatisch und wirtschaftlich ayeh nur einigermaßen geeigneten Gebiet die Gründnng eines mehr oder weniger seihständigen jüdischen Staatswesens heute irgendwie in Frage kommt. Politisch und wirtschaftlich entwickelte Staaten, .wie Brasilien das üher ausgezeichnete und heule noch menschenleere Siedlungsgebiete verfügt — prüfen mit äußerstem Mißtrauen die Einwanderung der verschiedenen Nationalitäten, ob| m,. nicht irgendwie zur Bib" clung unassimilierbarer VoiksWöcke in geschlossenen Siedlungen führt; und überhaupt ist die Tendenz, von jedem Einwanderer eine weitgehende Assimilation zu I verlangen, heute bei fast allen Einwanderungsländern der Welt vorherrschend. Höchstens Staaten wie Ecuador, die wirtschaftlich sehr unentwickelt, klimatisch fürt'weiße Siedler von. sehr zweifelhaftem Wert und politisch schwach sind, würden eine geschlossene Ansiedlung größerer jüdischer Massen mit weitgehenden Selhständigkeitsrechten vielleicht zulassen. <f Eine jüdische Wanderungspolitik muß heule davon ausgehen, daß es zwar sehr wohl m'igl ch ist, geschlossene Ansiedhingen von Juden in giößi rem Maßstahe auch in klimatisch und wirtschaftlieh günstigen Gebieten (vor allein Südamerikas] zu ictujffen, und daß in solchen Siedlungen der Bewahrung der rassi sehen Finheit, der Religion und der kulturellen Traden kein würde, s c h e n rdcit dition wahrscheinlich von den Rcgicrur.. Hindernis in den Weg gelegt; w< solern das Fehlen jedes M acht a n s p r u e h e s und die we iigs ens p o 1 i Helle .('hernähme der Landessprache einheimischen Kultur sicher auf der Hand. <laß das Bestehen ,pra erschiene. iolcl hingen eine weitgehende Gewähr liir die Frhaltun der dortigen jüdischen Kräfte und für gegen Taute. Mischehe und restlose partim! der Es liegt er Siedilu 2. In wirtschaftlicher Hinsicht ist n Schutz Assimilation bieten würde. Aber es liegt ebenso auf 1er I and. daß die in solchen Siedlungen herrschende etwas Zwiespältiges, aus Jüdischem und Fremdem Gemischtes sein würde, und daß hier stehen könnte, das sich mit (lern jüdischen Lehen in Palästina auch nur annähernd vergleichen ließe. es von größter Keilen tun;,', sich darüber klar zu sein, daß heute' die t i g s t c Idischen 15 er u f s u in s c h i c h t u n g die »ich Voraussetzung einer erfolgreichen j Wanderungspolitik darstellt. Es, ist bezeichnend, daß in den meisten Ländern Südamerikas die Abneigung gegen jüdischen Einwanderer, die sich vorwiegend mit Hausierhandel und Abzahlungsgeschäfte! ernähren, ständig zunimmt: nur eine Einwandering, die vor allem, aus Handwerkern, gelernten Landwirten besieht, hat Aussicht auf Förderung durch die Regierungen. Diese Be Schichtung ist aber eine ungeheure Aufgabe, wegen der gewaltigen Kosten, die eine Ausbildung auch nur der jungen Auswanderer in entsprechenden He rul szweigen. verursachen müßte, und öffentlichen jüdischen Mitteln bestritten werden konnte, wie wegen der psychologischen Hindernisse, die außerhalb Palästinas jeder Abkehr von dei kaufmännischen und intellektuellen Bertifen en gegen- Vrheit?rn und irfolg und auf tifsunisowohl stehem Ohne weitgehende Beruf siinischichtun siiul die Aussichten jeder jüdischen Auswaiidcrtingspolitik verhältnismäßig gering. aber