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Der Orden Bne Briss · 1936-05-01 · Nr. 5/6 - Mai/Juni (5.1936) · p. Seite 47

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1936
Issue
Nr. 5/6 - Mai/Juni (5.1936)
Date
1936-05-01
Page
Seite 47 (sequence 7)
Language
German
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dreien — so wird, diese Halacia in der Gemara begründet — befindet sich Idoch [zumindest ein Gesetzeskundiger (b. Sanh. |3'a). I /! II. , i Die Pflegestättc dcsl höheren jüdischen Wissens war. vQn den ältesten jüdischen Zeiten her die Jeschiwa, im Talmud oft in; aramäischer Üebersetzung Metiwta, manchmal auch Metiwta rabbata, d. h. die große Jeschiwa, genannt . In diesen Thora-Akademien saßen die in der Thora bereits 'schon gelehrten Jünger j zu Fpßen von anerkannten Lehrern und Meistern. lag daß bewanderten, zuweilen in der Natur der Sache, Lehrstoff und Lehrmethode in den verschiedenen geschichtlichen Perioden Wandlungen erfuhren Auch die äußere Struktur I Zeit i und Ort unterschiedlich blieben sich die Jeschiwot in die Zentren des jüdischen G der Jeschiwot war nach Aber in ihrem Kern mer gleich. Sie waren fcisteslebens, die Ausbildungsstättcn für die religiöse i und geistigen Führer lind die Belehrungsstäjten Volkles. tiir alle Schichten des Neben den vielen Jesclm.-ot von nur lokaler und regionaler Bedeutung gab es zu allen-Zeiten zeftle und als autoritativ ai erkannte Jeschiwot, die igeistige und religiöse Lebe t r a das schaft stark beeinflußt] nich einflußt haben. Nach! Erez fanden sich solche Jeschiwot Deu n der jüdischen Gemeinselten entscheidend be- Israel und Babylon bein Spanien, Frankreich, schland, Oesterreich, Plolen und im 18. bzw. 19. Jahrhundert in Böhmer-Mähren, Ungarn, Rußland und Litauen. In W e steuropa frei ich gingen die Jeschiwot im J9. Jahrhundert nach und nach ein. Die veränderte Haltung zur gcschic itlichen Erscheinung des Judcntumk und der dädurcl i hervorgerufene Gestaltwandel des bis dahin ginhei liehen Und geschlossenen jüdischen Lebenssystems heben den Jeschiwot den Boden entzogen. Der Besu< h von” Jeschiwot setzt in der Regel einen hohen Gra I von religiösem Idealismus und eine geradezu ei izig dastehende Hingabe an i die Thora undj ihre Erfüllung voraus. Er setzt1 junge jüdischef Menschen voraus, die, nicht seltgn unter Entsagungen und Entbehrungen mannigfacher Art, Jahre und Ja ire ihres jungen Lebens darauf verwenden, dafe Judentum aus seinen Quellenschriften kennen zu lernen. Nicht, um „die Thora zu einer Krone zu machen, s ch damit zu schmücken, oder zu einem Spaten, darhi t zu graben“, sondern ein- 'zig und allein aus dem'Ve-langen heraus, dem Geist und Gemüt jüdische Nähr ing zu geben und durch gründliche Thörakeöntr|is zu sinnvoller und gewissenhafter Thoraerfülliinj: zu gelangen. Eine solche Beziehung zur Thora uiit insbesondere eine solche Einsatzbereitschaft für die Thora ist in Westeuropa und nach eine seltene Erscheinung geworden, ocli das Thorastudium eindringlich gepflegt war es meist ,ein zwcckhaftes Fachstuwie die Medizin und Jurisprudenz. Und dem rfnis des Fachstudiums genügten die-Rabbiner- Lehrerseminare. Die Jeschiwot aber vcrschwan- Wgr noch nach tieferer und umfassenderer itnis des talmudischen und rabbinrschen Schrift- und nach der von der Thora erfüllten Atmore der Jeschiwot. verlangte, bezog eine Jeschiwa in d^n östlichen Ländern. I ■ iii.;; Denn gerade um die Zeit, da in Westeuropa die Stiitlen des Thoralerncns verödeten, entstanden in Osteuropa, insbesondere in Rußlänrd und Ungarin neue Jesciiwot, die bald zu großer Blüte gelangten. Man fühlte das Bedürfnis, für das bedrohte traditionsgebundene jüdische Leben neue Stützpunkte und Bollw;rl:c zu schaffen. Und man erkimnte.daß der jüdische Mensch in einer Zeit von Spannungen und Gärungen eine starke Rüstung brauchte, um allen Anfechtungen gewachsen zu sein und sich imit' der Umwelt und il reii vermeintlichen und wirklichen Notwendigkeiten a iseinandersetzen zu können, l|nid diese Rüstung sollte die Jeschiwa vermitteln, die ^nehr und mehr dazu übeiging, nicht nur Bildungsstjättc,-sondern auch Er z eh mgsstättc zu sein, eine in {sich geschlossene Welt des jiidischens Gedankens] der (jüdischen Frömmigkeit und des konzentrierten jüdischen .Lebens. Die größten Und bedeutendsten Jeschiwot befinden sich auch heute och — von Erez Israel abgesehen — in dem früheren Rußland ^(Litauen und Polen); sowie in Ungarn und sein;n Nachfolgestaaten (Tschfecho-Slowakci und Rur lär ien). I lab; Jesc stii c er Der schi ni r mt, Mein lat I liei ren Oitl ansil nen Isrs Wirtschaftliche und sojzitile Notwendigkeiten n allerdings in den letztön Jahrzehnten manche hiwa-Leiter auch in den - i st liehen Ländern bein tlic bis’dahin geschlossene jüdische Welt Jesclmya auch andere -Elehientc hineinzutrageiv. da und dort unternommene Versuch, in der Jewa systematisch auch weltliche Bildung zu ver- und moderne Wissenschaften zu pflegen, zu einem nennenswerten .Erfolg nicht geführt, c Versuche sind neuerdings in den wenigen größe- Jeschiwot, die in Nordamerika für die Thorajünger europäischer Herkunft errichtet worden-sind, mit leinend besserem Erfolge pufgenommen worden. I Erfolgreicher aber gestaltet sich die Verbindung des Tbc Ö!tlic ihrer cjralernens mit handwerklidher Ausbildung. Es gibt che Jeschiwot, in denen |die. Zöglinge während r Jeschiwazeit ein Handwe-k ■— \Veberei, Schreiei, Schlosserei, Elektrotechnik — erlernen. In Erez sei hat der Misrachi vor wenigen Monaten die" Gründung einer Jeschiwa-Chaklait. einer iniLland- 47

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