Mannheim
Compact Memory

Der Orden Bne Briss · 1936-05-01 · Nr. 5/6 - Mai/Juni (5.1936) · p. Seite 43

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1936
Issue
Nr. 5/6 - Mai/Juni (5.1936)
Date
1936-05-01
Page
Seite 43 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/6727475-6727495-6074917--3285-4869845
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

linc des planmäßigen Schulbetriebs neuem erarbeitet werden. Nur spiel, Wie unentwegte Persönlichkeit amt, jeinen schweren Bibelstoff, Schichtsepochen, methodisch und bewältigende soziologische Fragen und aufgeschlossenen Schar vorexc Deutlichmachung der neu einzus eine einfache Zwangslage läßt urs gehen, obwohl uns die stille Studier Ihek. das Seminar alten Stils viellc Aber über das Grundsätzliche nässen alle Zweifel — i:nmet von s praktische Beien, oft ohne Lchrkomplizierte GeJ Stofflich schwer zu einer lerneifrigen i zieren, verhilft zijr hlagcnden Wege; diese Wege best ube, die; Biblioi clit mehr behagen. und Geduld, ohne?incm unhelehrbawir den hihhmgsbirseiiigt werden. Mit Entsagung Scheit vor dem Vorwurf, man sei ren Rationalismus verfallen, haben mäßigen Rückgang in unsere geistige' und materielle Vergangenheit planmäßig und gebissen zu beschreiten;. Wir üben damit gleichzeitig e nen Akt der jüdischem Selbstbesinnung —! und Sei istkritik. Wir er- Lernen als Ergänzung sein schließen damit die Gegenwart und Urkunden unserer Geistesgeschichle, in die Gesetze unseres Daseins und unseres Mitseins mit der Umwelt, unsertjs Eigenseins und'unserer gemeinsamen Werttafeln vor allem in die Sphäre des jüdischen Lebens durch Teilnahme am Gotte; dienst und am Belh-hamidrasch. Lehren lind Lernen sind so wenig wie echte Geschichte ciif Gegensatz zu Iden frischen produktiven Kräften, aus denen wir diel Welt immer wieder neu aufzutiaucn haben! Wissen, geschärftes Wissen um die hjstorisclien Grundlagen unserer Existenz, das wir, uns «jurch Lehren und Lernen aneighen, bleibt eine bildende Grund- und Urkraft., die uns Sinn- und Sachverständnis dds Daseins, des jüdischen. Daseins, erschließt und uns überhaupt ein' höheres Lehen, das nicht! nur Vegetieren bedeutet, führen, läßt. Ein Gegensatz zu der iin vollen .Gang befindlichen Umschichtungsbewegung ist die Forderung einer rieh-/ tig verstandenen Bihlungsancigming! auf keinen Fall. Der jüdische Handarbeiter kann ernstes Lehren un<j die Zukunft. „Wer nicht von dreitausend fahren ►Sich weiß Rechenschaft zu geben Bleib im Dunkeln unerfahren Mag von Tag zu Tage leben Kinath sophrim tarbe chochmj: Die Konkurrenz der Schulen und Lehrwege vermehrt die Weisheit, sagt dieser alte Talmudspruch. In Gottes Namen: wenn es nicht ohne homiletische und erb geht, sollen sic in Kauf genommen entbehren. Erhöhte geisti ..Anstrengung des Begriffs“, die „i chwierigkeit“ der Umsch chtung äußerst schwer in Einklang zu bringen Problemstellung und des Stoffes, die historische Exaktheit, die müssen Lehrende und Lernende Wie die.früheren Generationen Im übrigen aber Lernen nach aller Methoden! Ein- Volkstulichc Arabesken werden. Aber die dringen in die unvergänglichen Worte unseres alten und Menschentums, in die {roßen klassischen;r neuen Tätigkeit gar nichl je Teilnahme, und die Möglichkeit. nach einem hartch Arbeitstag sich in ein ernstes Blatt jüdischen Wissens, auch wenn' es sich um schwere Kost handelt, zu Versenken, bleiben unsere großen Chancen. Es wärje ciii verfehltes „Umlernen“, vielgescholtcne. intellektuelle Aber wir müssen neue Methoden ausprbbieren und finden: denn das alte traditionsgebundene Lernen allein als religiöse Uebung, ist in gleicher Weise wie unser hildungsstolzes Akademikerwissen mit einer von innen heraus vollzogenen wollten wir unsere alte. Schulung^ v e r 1 e r n e n. alte philologisch- Es sin auf sich nehmdn. Jüdische Sch Von Br. Erich Kli.bans I. Höheres Schulwesen. „Schulen schafrcn,: und zwar samtheit unserer Jugend,, die liehe, mit gleich sorgfältiger Pflf moniente. Schulen nach dem Chachainim: „talmud lora. im dci Schulen für die Ge religiöse wie biirgcrge aller Qildungs- Grundsatzc unserer ech erez“\ (S. R Hirsch.) von Gejtreu diesem immer wieder holten Aufrufi i.nd der ihm Zpgru dungsgjesinnung ist die überwiegen heute noch bestehenden 11 jüdisch: anstalten in Deutschland entstände ..*) Krankte Höhere jüd. Lehranstalten bestelle n rt a. M.j (2), Fürth, llalbcrstadt, *'■ Köln, Leipzig; ferner ist die als Schultyp schule n Berlin! hier zu erwähnen. I deutliche Anzeichen vorhanden, daß unsere jüdische Bildungsarbeit, die sich in einer fast ausweglosen f ituhtion neue Wege zu schaffen hat, sich angemcssjnc eigene Formen schaffen wird, ohne daß wir etwas ahlassen von dein Ernst unserer Forderungen eir es vertieften und beseelten Lernens. \ ul< i y , Köln. neuem wiederijde liegenden Bilde Mehrheit; der n höheren Lehr- 4.*) Ohne Zweifel in Berlin, Breslau, tamburg, Herrlingen, I Kindei alleinstehende Mittelwird man in der Existenz dieses Schulwcrks heute mit die bedeutendste Leistung des toratreuen Judentums in Deutschland überhaupt er: blicken dürfen. Dem gei&iß gehörte schon ein erheblicher Wille zu positivem . Judentum und ein starker Idealismus dazu, j um trotz der Einstellung der jüdischen „Gesellschaft“ und ungeachtet der oft ablehnerden Haltung maßgeblicher Gemeind« linstanzen dieses Schulprogramm aufzustellen, und e» bedurfte schon ungewöhnlicher Opferwilligkeit, solche Anstalten zu gründen und -äufrecht zu erhaltcfn. VVas es aber gar hieß, ihnen die eigenen zur Ausbildung unzuvertraucn oder als akademischer Lehrer die Aussicht auf eine gesicherte 43

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.