Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1936
- Issue
- Nr. 1/2 - Januar/Februar (1.1936)
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 18 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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J Die Weltmächte des Geistes. Zum Endkampf der Kulturen. Von Rudolf ton Delius. Verlag von Waldemar Hoff mann. Berlin 1935. S.?131. Der \ erfasser. der sich bereits durch eine größere Anzahl feinsinniger Schriften hekanntgemacht hat. beruft sich im vorliegenden Buch, auf den Ausspruch Rankes, der von dein wissenschaftlichen Forscher neben gesundem Menschenverstand auch;Mut und Redlichkeit verlangt. Fr erfüllt in der Tat diese Forderung in vollstem Maße, ja in einzelnen -einer Behauptungen über das erforderte Maß hinauf. Zu diesem Buche, das von Geist und originellen Gedanken sprüht, kann man darum nicht in allen seinen Teilen ohne weiteres'..Ja" sagen, wie außerordentlich schön und gewinnend auch die Sprache ist. die Form, iii die die Gedanken gekleidet sind. Man muß ihm vielmehr oft genug scharf widersprechenso vdr allem in seiner Einstellung zur jüdisch-christlichen, wie zur Religion überhaupt. Dennoch ist es ein großer ästhetischer Genuß und geistiger/Gewinn. zugleich, seinen Darlegungen zu folgen, auch wo nan sich mit ihnen auseinandersetzen, sie sogar ahlehnen muß.'* ..Die. Weltmächte des Geistes"-die er schildert und deren Futw icklungsgang er aphoristisch verfolgt, sind Orient und Occident. genauer die ostasiatische und Mittelineerweit. In diesem Rahmen betrachtet er Religion. issenschaft- Kunst. Ethik und Politik der Nationen, um schließlich in einer Art von verfeinertem, durch warme, edle Menschlichkeit geläutertem positivistischem Naturalismus sowie in gegenseitiger Befruchtung der heiteren, naturverbundenen Vi eisheit des Orients und der hohen Geisteskultur des Occidents. wie sie vor allem in dem deutschen Idealismus eines Goethe. Hegel und Ranke zutage getreten ist. Ziel und Ende der heutigen Geisteskämpfc der Rassen und Kulturen zu erblicken und vorauszusagttn. ..Heimkehr zum Menschlichen in einfacher Reinheit" lautet seine Parole, der man nicht nur allgemeine Zustimmung, sondern auch Verwirklichung wünscht. Ernst ron Aster. Die Philosophie der Gegenwart. Verlag von A. W.. Lijthoffs l'itgeversmaat schuppig \.\ j Leiden 1931: 264 S. Die I.^tw icklungslinien der Philosophie der Gegenwart auf deut-eliem Sprachgebiet durch vergleichende Gegenüberstellung ihj-cr Ha uptvertreter klarzu-tellen und deutlich zu . machen, i-t die Absicht des \ erfassers. des bekannten Giellener Phi o-ophieprofrssors. di« er. das sei gleich vorweg- 'genommen in ganz ausgezeichneter, vortrefflicher \\ eise erreicht. Liegt jes in sieh schon im Wesen fortschreitender philosophischer! Entwicklung begründet, daß sie sich in Gegensätzen vollzieht, so ist diese! Methode auch als Form der Darstellung dadurch gerechtfertigt, daß nur sie den gemeinsamen Bollen aufzeigt, von dem das philosophische Denken einer Zeit! ansgeht und dessen Erkenntnis für die Beurteilung undi Bewertungder sonst verwirrenden Fülle ihrer Einzelerscheinungen unerläßlich ist. Aber nicht fertige Denkresultate nnr, die zu Begriffen kristallisierten Formen des Denkens, werden hier vor das Auge des! Betrachters gestellt, sondern die Probleme selbst werden wieder in FJuß gebracht, in die lebendige Bewegung gesetzt. d|ie sie im Zustand ihres erdens. ihrer Entstehung und Entwicklung im Geiste des Philosophen gehabt haben. Der Verfasser wiederholt gleichsam den "Schaffensprozeß des Denkers, da er nicht bloß ein beriehterstattender Historiker der Philosophie im landläufigen Sinne dieses Wortes, sondern Zugleich ein selbständiger, scharfsinniger und kritischer Denker ist. 18 c i So der Neukantianismus, die- Phänomenologie. treteij der e Existenzialphilosophie, der Neopositivismus’, der Vita- I smus und die Gestaltphilosophie sowie d*c Nietzsche-Renaissance. die alle hier in Einzelkapiteln |eingehend dargetellt werden, in taghelles Licht, und gewinnen eine Anschaulichkeit und Durchsichtigkeit, wie man sie bisher kaum mderswo auch nur annähernd so klar und schön, mit solcher pädagogischen Meisterschaft dargelegt findet. Aus dem Buch Asters erfährt man nicht nur. was die ( eutschen Philosophen unserer Zeit, zu denen auch Juden, mm Teil in führender Stellung gehören, denken, sondern' : uch ivaruiÄ sie so denken, ja wie ma : | ihisch denkt. Es verdient daher. jedem < ssiert.cn auf das ailerwärmste empfoh Dr. l überhaupt philosophilosophisch luteren j zu werden. Hölzer. Worms. Prof. '15.' Franz Lands! Jungen von I)r. Karl und Ernst Cohn-Wiener (1929) folgt das, Landsberger: Einführung in die jüdische Einführung in die jüdische Kunst vor berger. Philo-Vorlag. Berlin, 19 t Den geschichtlichen Gesamtdarsle Schwarz (192hi Buch von Prof. Kunst. Im zielbewußter Führung über drei Etappen: Jüdische Kunst. Jüdische Künstler, Jüdischer Stil — wird der Leser mit einer Auswahl dijr Werke, der S diöpfer und .mit den treibenden Grundkräfteu der Entwicklung bekannt gemacht. Besonders das letzte Kapitel: ..Jiddischer. Stil“ leitet einen Schritt weiter auf dem schwierigen Wege, aus der Fülle der Anlehnungen und Entlehnungen das Eigenwiichsig-Volkbafte herauszufinden. Hier fesselt zunächst die Beweisführung, daß Uehernahme Tetnder Kunstformen kein Einwand gegen die Gestaltungskraft eines,Volkes ist. Die Japaner habeVi nach eigenem Zeugnis die Kunstformen von China empfangen und zum Ausd *ufk ihres Volkstums umgchildet. Die deutschen Gotiker hafien die in Frank* reich entstandene gotische Bauweise übernommen und in deutscher Eigenart weiterentwickelI. ' Die italienischen Renaissanceformen sind in allen I.än lern Europas so charakteristisch umgeprägt worden, daß dfese Abwandlungen der Renaissance geradezu als Beispiel für die selbständige Gestaltungskraft der einzelnen Völker gelten können. Das plötzliche Auftreten große- |Kiinstlerpersönliehkeiten. wie Israels, Liebermann. Pis iatro, Josephsohn im 19.. Jahrhundert. liefert den .Beweis für die umstrittene Möglichkeit eigenjüdischer Kunstkräftci Diese und andere Grundmotive jüdischer Kunstentwickluiig. verantwortungsbewußt und unter Vermeidung der auf diesem Gebiet so verlockenden Phantastik dargestellt, (machen das Buch .neben der Fülle sorgfältig ausgewählter und gut wiedergegebener Abbildungen zu einer wirklichen Einführung in das noch unerschöpfte Gebiet jiidiscier Kunstbetrachtung. Die Beschäftigung mit den Werken der bildenden jüdischen Kunst ist eint bedeutsame .Ergänzung der neu erwachten Hinneigung zu der im Sehr fljtum sich darstellenden jüdischen Geistigkeil, deren Inhultje durch die künstlerischen Ausprägungen vielfach belebt ünd beleuchtet werbe Betrachtung bil- •ung. welche gerade den. Darüber hinaus aber bedeute dender -Kunst eine seelische Bereiche eine mehr dem begrifflichen als dem bildhaften Denkijn zugewandte Volksbegabung als Ergänzung nicht entbehren kann. j Die sichere*Gestaltung des'Stdffe^ und die auch dem Laien leicht verständliche Form di r das Buch von Prof. Landsberger i u man eine zahlreiche Gefolgschaft w Darstellung madti^n einem Führer, dem iirjschen kann. Paul Bose,,fcl<L I