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Der Orden Bne Briss · 1936-01-01 · Nr. 1/2 - Januar/Februar (1.1936) · p. Seite 4

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1936
Issue
Nr. 1/2 - Januar/Februar (1.1936)
Date
1936-01-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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I verschwiegen ins Auge, und als werde das Entscheidende dajuemd Die Stimmung kann sich einstellen, daß hier nich: die ganze Wahrhaftigkeit zwischen den Menschen sei Auch darum ist es so wesentlich, daß die Xeutraliti t zu ihrem Positiven gelange, zu dem Verständnis dafür, wie die deutliche Offenbarung der Eigenart und Besonderheit am ehesten und bleibendsten ein Genieinsamkeitsempfinden bringt, wie sie alsbald und stets die reine Atmosphäre der Wirklichkeit ausbreitet. Wenn es die Aufgabe eines jeden ist, der Gesamtheit sich selber, sein Bestes und Eigentliches zu geben, so ist es damit die Pflicht, ihr sein Sonderlümliches und Kennzeichnenc es darzulegen, um es in sie einzufügen. Das Wissen hierum, von jedem be- ’währt und an jedem anerkjanht, der Sinn für das Einigende, das hierin liegt!, das ist diese nietft bloß einsparende, sondern Neutralität. gebende, diese positive Tageskurs^ für Berufsvorlehre Von Dp. Hilde Ländenberger. Die geschi’htliche l’mwälzung. die sieb in Deutschland-vollzog. lat zwischen zwei jüdischen Generationen eine tiefe Trei niingsfurche aufgerissen. Eine Tradition, nach der der Sohn in den Wirkungskreis des Vaters hineinwachsen oder mit seiner Unterstützung noch höher aufsteigen sollt “, ist zerbrochen, scheinbar vorgezeic inete Bahnen sind d irchkreuzt. Die wirtschaftlichen No Wendigkeiten drängen den größten Teil der Jugend auf Auswanderung und die Ergreifung landwirtschaftlicher und handwerklicher! Berufe. Der jüdiscle Jugendliche, der sich somit ganz außerhalb des gewohnten Rahmens des Elternhauses seinen Weg bahnen m iß, wird verhältnismäßig viel zu früh vor die Frage der Berufswahl gestellt. Da ihm sein eignes Milieu von der für ihn in Frage kommenden Bei ofen meistens keine Anschauung vermittelt, ist er nach Abschluß der Volksschul«, d. h. im Alter von 14—15 Jahrei, zu einer Entscheidung kaum reif. Der sofortige Eintritt in die Lehre ninrn t ihm ferner die Möglichkeit, sich durchgeistige, insbeso idere sprachliche. Fortbildung auf eine spätere Auswanderung vorzubereiten. Die Verschiebung des Beginns der Berufsausbildung auf einen späteren Termin hat dagegen den Nachteil, daß nach der Schulentlassung ein Zeitraum ohne eine geregelte Tätigkeit entsteht. ' Verschieden! lieh ist der Versuch gemacht woi den, diese Lücke durph eine handwerkliche Beschäftigung der Schulentlassenen! auszufüllen, z. B. in den Vorlehrektrsen der Berliner Geipeinde. Es ist das Verdienst des Rabbiners Dr. Baeck, mit allem .Nachdruck darauf hingewiesen zu haben; dall an diesen jungen \ enschen, die« von der Not der Zeit am schlimmsten getroffen sind, eine erzieherische Auf;abe von überragendef Bedeutung erfüllt werden muß. Es genügt nicht, ihne^ einen leeren Zeitraum Überbrücker zue helfen, sondern es kommt gerade darauf an, ihnen in dieser Zeit eine Erziehung zuteil werden zu lassen, die ihnen für ihr ganzes späteres Leben bleibende Werte mitgeben soll. Die Jugendlichen sollen nicht nur durch Einführung in verschiedene handwerkliche und landwirtschaftliche Arbeiten auf ihre Berufswahl und durch Vermitt ung von Spraehkenntbissen auf ihre Auswanderung vorbereitet werden, sie sollep durch straffe Arbeitsschulung hart und durch tiefe .Bildungserlebnisse innerlich frei gemacht werden; sie sollen begreifen, daß ihnen als Juden ihr. Schicksal aufgegeben ist, und daß sie es als Juden zu gestalten haben. i . , . Der Gedanke einet solchen „Berufsvorlehre“ ist von der Schulabteilung der Reichsvertretung der Juden in Deutschland unter Leitung von Dr. Leschnitzer weiter ausches Rechnen, Nätur- > gearbeitet worden. Es liegt nünmehr ein Plan zur Errichtung einer Versuchsanstalt Vor, in der zunächst für männliche Jugendliche „Tageskurse für Berufsvorlehre“ veranstaltet werden, der in seinen Grundzügen kurz dargestellt werden soll. j Gemäß dem angestrebten Eiziehungsziel gliedert sich das Arbeitspensum dieser Kurse in drei Gebiete: 1. die eigentliche Berufsvorlehre, die Beschäftigung mit P|app-j, Holz-, Metall- und ■ elektrotechnischen Arbeiten iowie Gartenbau und Hauswirtschaft.! i . 2. Lernstoffe, * I; technisches Zeichnen, technisches Wissenschaften, Sprachen. | 3. Bildungsstoffe, " j Judentumskunde (Religion. Geschichte, Literatur unter- Verwertung der im Sprachunterricht erworbenen hebräischen Kenntnisse), Geschichte, Literatur, Zei ihnen und Kunstbetrachtung, Singen und Musik, Lebens- und Berufskunde. Da für den Ausbildungsgani; zunächst nur die Zeit von einem Jahr in Aussicht genommen ist, so ist eine klare Begrenzung der Unterrichtsziele und eine Intensivierung der Arbeitsmethoden notwendig. Durch die Vorlehre sollen d e Schüler in die Grundbegriffe der verschiedenen Berufe eingeführt und soweit gefördert werden, daß sie ihre Eignung und Neigung dafür erproben könnsA. Sie sollen gruppenweise je etwa 5 Wochen mit den einzelnen, im Plan vorgesehenen Arbeiten beschäftigt werden, so daß jeder Schüler jede Station zweimal, im Halbjahr einmal, durchläuft. In Ergänzung zu dieser praktischen Anleitung ist der Unterricht im technischen Zeichnen, technische^ Rechnen und in den ' Naturwissenschaften als theoretische Vorbereitung auf das für die Berufsausübung notwendige Maß zu beschränken. Der Sprachunterricht erstreckt sich in der Erkenntnis der Tatsache, daß Palästina das w; chtigste Auswanderungsland ist, auf Hebräisch und Englis ch. j- (Sollte die. Auswanderung nach Südamerika an Bedeutung gewinnen, so müßte Spanisch in irgend einer Form ein bezogen werden.) Unterrichtsziel ist die Erlernung fließer den] Sprechens und Verstehens, die Bewältigung leichteren Lesestoffes, z. B. der Zeitungen, und die Erreichung einiger Gewandtheit im schriftlichen Ausdruck. Es soll durch Zusammenfassung ' ton etwa 15 Schülern zu täglich arbeitenden Sprechgruppen erreicht werden. Vielleicht ist es möglich, für die hebräischen Stunden junge Palästinenser, die den Schülern im “Alter nahe stehen, als Helfer heranzuziehen. f

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