Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1936
- Issue
- Nr. 1/2 - Januar/Februar (1.1936)
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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I* gegenüber wird, die jlallein den großen Zentralen Fragen zukommen dürfen. Neutralität ist abtr nicht nur dieser Sinn für Maß und Abstr nd, der sich dem I leinen-und Unwichtigen bewährt. Sie reicht weiter; sie ist auch, selbst dorl:, wo am leizten Erde ein Großes und Entkann. die gebotene Zu- Zwecklosen und Unvolldas Mögliche und Uneinem Worte Theodor scheidendes in Frage stehen, rückhaltung gegenüber .dem ziehbaren „Die Einsicht in mögliche1' ist es, di;, nach Mommsens, schon ,den Helden vom Abenteurer scheidet“. Sie scheidet oft.-ebenso den Meister vom Spieler und den Schaffenden in diesem Sinn für < as Mögliche oder, was dasselbe meint, für das Wirkliche — denn alle wahre Möglichkeit geht von einer .Wirklichkeit aus die Xeutmlität. Sie isl hier die oder bestehende Eigenart, ei schichtlic tie Sonderait, so frer beweist sich Fähigkeit, eine daseiende le persönliche odyr gemd, so entgegenstehend «der/wid^rstrebend, sb unbehaglich oder unverstanden daseiend und bestehend nicht grundsätzlich, so nicht in der Theorie, so rkennen. Neutralität ist sie sein ijnag, als nun einmal zu begreifen, sie, wenn auch doch tatsächlich, wenn auch in der Praxis des Tages anzuc auch hier Sinn für Maß, M lßgefühl gegenüber den Prinzipien. Allein, so sehr sie mit all ihrem Mannigfaltigen das ist und soviel dies bedeutet, sie bleibt damit doch eigentlich in einem Negative hallung, eine seeliscpe Oekc doch melir ein Nichtlun als ein Tun. So kann in ihr unstreitig: auch eiqe Schwäc ie liegen, und sie kann darum leicht als ein Mangel i n Mut, ap Festigkeit des Charakters und der Gesinnung erscheinen. Und in der die Neutralität - sich deutung auch ihr Tat soll diese gebotene Mäßigung nur gewinnt sie zukommen ein wenig epigrammatisch gefaßt werden darf, nicht nur eine Zurückhai und Zie! ung sein eine ganjz bestimmte, durcha is betonte Haltung, Mit jener beginnt es begi ei fachen reise; denn alle Haltung setzt die) Fähigkeit <Jer Zurückhaltung voraus. Aber sehen, in dem sie jene darf nicht in si ist, zur Haltung zu es vielfach ein Fc wird es r a 1 i t ä t geht von dem Unterscheidende äihren. Es scheint, daß rtschritt unserer Zeit ist, daß jene negjative Neutralität sich mehr und mehr zu dieser positiven, zur Haltung entwickelt. ■ e Neul Wissen,|um eine Gleichheit und Gemeinsamkeit aus. So verschieden, ja so gegensätzlich die Inhalte des Glaubens, der Weltansc lauung, .der Ueberzeugung und gegenübbrstehen, der seelische Grund, aus dem heijvor diesci Inhalte das Leben und die Krä ft empfange i, mit welchen sie sprechen, so nun erfahre^, ist wirksam in uns wie in dem Jr ■ 1 Sie ist eine Zurücknomie, im Grunde also nicht damit bpgnügen, zu sein. Ihre ganze Beerst durfch das Positive, das kann und soll. Sie soll, wenn es sondern eine Haltung. andern. Die seelische Aijt, die in ihm und in uns sich ausdrücken will, das Persönliche und Menschliche also, die Gläubigkeit, die Echtheit und Aufrichtigkeit, die Bewußtheit und Ehrlichkeit, stellt trotzall jenem Entgegengesetzten ein Gleiches dar. Man vermag min in dem andern auch siefh selbst zu entdecken, iij ihm sich wiederzufinden und so, ihdem man {ihn anerkennt, trotz seinem Gegensätzlichen, zugleich sich selber zu betonen. Aus der . Erfahrung hiervon erwächst die innere Sicherheit, die (innere Freiheit innerhalb der Gemeinsamkeit, diese positive Neutralität. Die Zurückhaltung kann nun zur Haltung werden Sie gewährjt uns nicht nur diese M öglichkeit und dieses Recht, sondern me bestimmte Abgabe, uns den andern gegenüber ganz und uneingeschränkt zu bekennen. Diese deutliche Betontheit wird .hier zum Gebote, nicht obwohl, sondern weil Men« chen verschiedener Art sich zusammengefunden haben. Jene negative Neutralität machte vor den,tiefs£n Angelegenheiten der Secli: notwendigerweise halt ihnen gegenüber galt ein ausgesprochener oder unausgesprochener Pakt, der das Stillschweigen befahl. Man besorgte, daß ein Bekenntnis vom Letzten und Eigentlichsten für den andern verletzend sein, und eie Verbindung auflösen könnte. Die positive Neutralität verlangt, daß auch diese Fragen, und gerade sic, frei und aufrecht cintreten, daß sie offen und unyerhüllt, ganz und ungemindert, auch mit all ihrer Gegensitzlichkeit und Unnachgiebigkeit inren Platz gewinnen. Der 'ganzö Respekt vor dem a adern und die darauf' gegründete Gewißheit des Gemeinsamen fordert es jetzt so.' Jene Zurückhaltung verliert darum nicht j hr.Recht und ihren Platz; das [Wort vom Innerst«! und Tiefsten darf nichts Alltägliches-werden; es niuß sein Außer; ■ ordentliches bewa iren. Aber das Entscheidende ist, daß nicht trotz des Gegensätzlichen] sondern kraft seiner, nicht vermittels einer . Unbetö ltlieit, sondern vermöge einer Betontheit ein Verbindendes und Einigendes hier begriffen wird. ' i ' Nicht nur gegenüber den letzten, Problemen und Grundsätzen gilt dies, sondern es gilt ejLenso dem Menalle ja erst Persönlib ikeit gewinnen. h ihr Genüge haben; ihr Zweck In jener negativen Neutralität ist fetwas von einer ..Philosophie des Als ob“. Wenn sie lauch sicherlich keinen Verzicht auf die bestimmte menschliche, weltanschauliche, konfessionelle Besonderh;it beansprucht, so geht sie doch gern von der Fiktion ai as, als sei dieses dieses am meisten Eigene und Charakteristische dös Menschen und der er vertritt, gar nicht vorhanden. Es glaube sie erst dann zum Einigenden wenn sie an diesem Soncfertümlichen vorbeigehe. Sie kann darum bisweilen aufsteigen lasse i, als blicke man einander, vielleicht mit einem gewissen Augurenlä,cheln, laicht ganz offen Gesamtheit, die scheint oft, als hinzhgelangen. vorbeisehe und das Empfinden i;‘i i