Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1935
- Issue
- Nr. 9/10 - September/Oktober
- Date
- 1935-09-01
- Page
- Seite 100 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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Iii> bis zum Üjierfhiß. Nach mancherlei Vorläufern er-; stand dem rito Jedesco in Samuel David huzzatto ein klassischer 'Dolmetsch in der Sprache Petrarcas und Dantes. Zur Probe des unnachahmlichen Wohlklangs diene die Schli^ßstrophe des Adaun aulam: Kgli e rtiio vessilo e mip rifugio; mia porzione -jmio calijee cjuand io L’invoco. Nella sua mano affido il mio spirito quando mi corico, e quando mi svegljo: e col mio spirito anche il mio corpo. 11 SignoCe e per me. e di nulla io teirlo. Auf Frankreichs Boden scharte, sich die südliehe Judenheit um den Ritus von.Avignon, Carp e n t r a s und * dem ..a lye ient Comtat“; wir be- 'itzeu wertvolle Ausgaben von .dieser schönen, der spani-chen ähnlichen Ordnung mit französischer Übertragung v on Michael M i 1 b a vi d I Aix 18551. Aber auch .die mittel- und nordfranzösische Judenheit besitzt Übertragungen ilirpr mehr aschkenasischen Gebete in die Sp'raehe Raeines und Comeilles. Unter Autorität des < .on-i-toire ide . Strasbourg ließ Grand-Rabbin Arnaud Aron 1848 seine .Pricres <l"un coeur israelite’ erscheinen. woselbst die obige Strophe lautet: Kn tg celeste main mon äme se confie, . (Jna^d je veille le jour et la. nuit quand je dors. Seigneurj je ne criens rien: l’arbitre de ma vie Protjege ivec aniour et mon äme et mon corps. anglikanischen Judenheit strebte man friihcomnion" prayec-book an: merkwürdigerweise lieferte ein Konvertit Abraham Mears eine erste englische Übertragung der Gebete. Besonders gern gab man der Jugend h e h r ä i s cd» - e n g 1 i s c h e Gebete in die Hand} weil ihre Umwelt eine harmonischere Versehmelzuijg vtin Glaub:' und Heimat als anderswo begünstigte.! F'asJwie ein englisches Original mochte die < di a u u llka-II ymn.e nach den „Prayers for the use of Jewisli EhUdrcn" t London. 3. ed. 1924» klingen, deren erste Strophe lautet: Kqck of Ages. let our song Praise They wondrous sav ing-power Tljou. amidst the raging fo<*s. W ast our safe and slielt'ring tower. urioiLs thev assailed us. But Tliine arm availed — In dnj ai zeitig ein j ..c F« us, AIuI Thy Word brok'e their sword, W hen our own strength failed us. \ erlveilf n wir zuletzt im großen, deutschen Sprachkbeis.*» Mit <ler Frömmigkeit der Männer wetteiferte Hier die stillere, tiefere der Frauen: und wir begegnen der einzigartigen Erscheinung, daß hier zuerst und reicht früh eine Art’ Frauen-Midrascli (zeena u-reena}. und die mannigfachen „Techinot“ für alle Vorkommn see des weiblichen Lebens in jüdisch-deutscher Sprache entstanden. Sie ebneten den Weg zu vollstän- *) j)em slawischen (und magyarischen) Osten genügte lange das Jüdisch-Deutsche. Erst 1847 wurde in Wien ein .Modlitby IsrelituU leuchtet der Synagoge die Verheißung: „denn m (hebr. unld böhmisch) gedruckt; Wilna 1871 erschien eine russische; ,, . , . , . ... ...... Budapescl9l4 eine ungarische Übersetzung (diese von Simon Pechi). Haus Wird eilt Bethaus genannt werden für alle \olker ioo! * digen deutsehen Übersetzungen d?r! Gebete. den zuerst fast gleichzeitig (178(il I) a v i d F F i e d 1 ä n d e r und I s. Ahr. E u c h e 1 besehritten, Ibejile angeregt durch Job. Gottfr. Herder. Bald beka^neji neue Manien von Übersetzern helleren Klang: der gelehrte Vi! olf Heide n h e i m mul J. H e i n ni a n n ,: M oscs Landau t und H. Fürste il thal, H. Art h!■ i nt mul L u d w i g P h H i p p s oli. Kaum eine größere gemeinde entbehrte noch des lieu bearbeiteteti mul mit Übersetzung von - kundiger Hand versehenen Siddurs. So besaß Hamburg seinen Gott hold S a 1 o in on . jBnjslau seinen Abrah a in Geiger, später M 4 il. Joej: Frankfurt Leopold Stein: Mannheim M. Prä«cr: Stettin Hein. Vogel st ei n, dem sich der Bezirk Westfalen anschloß: Glogau B e n j. R i (> p n e r :| Ix'ipzig M. G o 1 d - sc li m i d t. Endlich besaß Berlin inj M ich. S a c li s ein wahrhaft überragendes Talent auf iiiyserin Gebiet: sei-, ner poetischen Einfühlung und liebevollen Versenkung erschlossen sich auch die weniger | gekannten und geschätzten Schönheiten der F’est gebet«! uSaclis' Siddur und Sachs' Machsorim, immer wieder neu aufgelegt, bildeten, den Hausscliatz der deutschen Judeti in \ord und Slid. in Ost und West. I \ . * Nicht der neiicii Bewegung zur Schaffung klang- schönerer Liturgien aus deutschem SpFachgeist unter engerer Anlehnung an den Urtext kann hier naeligegangeii werden; in ihr hat C. Seligmauii Hervorragendes ge-, schaffen: sie'ist erst in unsrem Tagen zu einem gewissen Abschluß gekommen. Krwähiiiqig aller verdient es, daß' kein geringerer als Kranz Roseji zweig eine An*-| wähl hebräischer Gebete niit feinstefii Sprachgefühl verdeutscht hat, darunter Birkat humason. den '..Tischdank“. Neue Klänge, die^ die Jahrtausende verbinden, glaubt man zu vernehmen!, .wenn e.j dort lim Jaale wi jawo) heißt: Bestimm he^it zur Gedeih uns / An nimm heut zu seiner W eili iin^ / Und Hülfe leih uns, / heut ium Lehen: und i . Zeichen des ll^ils und | der Liehe / sei hold und verteilt uns. Und weile hei uns / l nd m:jc)i frei uns. O, Augentrost sei inis. D.enu icitel Huld hist un|d Güte, Gott. Du! I ' - Werden wir uns noch wundern, wenn endlich am tief religiöse Forscher christlichen Bekenntnisses jüdi schem Gebet ihr Ohr öffnen, wie cs vor Jahrtausenden einmal die jir’e Adonaj, die sebaioi der Heiden taten. Nennen wir getrost Männer wie!E r i e d r., 11 e i 1 Rudolf Otto, W ilh. Staijrck unter ihnen. 1 gessen wir auch den 'Namen FMse Schuhe ' Christaller nicht, die ein Köstliches Buch mit" he liehen übersetzungsproben verfaßt hat: ..Der Gott dienst der Synagoge“ (Gießen 1927). Ist dem Gotteswort vom Sinai die Kraft initgegebfii, daß es immer stacker durch die Jahrtausende tönt, r, i rt - •rs