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Der Orden Bne Briss · 1935-09-01 · Nr. 9/10 - September/Oktober · p. Seite 99

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1935
Issue
Nr. 9/10 - September/Oktober
Date
1935-09-01
Page
Seite 99 (sequence 23)
Language
German
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men. Me eilte der Vbrbeter kundig vortragen, mochte der Gemeinde hätte es n n«l Spri ehk undige gell en ]\ lann, s »reellen, sie alle ginget i Je stärker in den auch nur halbwegs ie Frauenwelt, Luria jlurchsetzte dam t die schlichten Texte; Israel IN a garii meisterte sie in Gedichten. Daß bald die wohlgemeintesten aramäischen Gebete und Gesänge selber wieder Übertragungen I orderten, ist begreiflich; Und n eilt anders stand es mi: einem großen Teile der F e s t - t i g s - Pi\jutim, die ihr« n Sprachschatz und Gedankengdialt m|t Vorliebe denk 'falniud und Midrasch entnalientbehren brachte uns zwar auch diirfnis mancher Gemeinden und «leides Hebräischen sie noch so sach- und sangeses der Dichter selbst tun, — lauter Eingeweihte, Gesetzesmüssen, sollte das Verstander reicht werden. Der einfache »oii den Kindern nicht zu lger aus. rscliiedenen Teilen der Erde eine Sprache der Umwelt luf die meisten Lebensgebiete c er Juden einwirkte, zur Verkehrs- und Umgangssprache vurde, j|t den trauten N imen einer Muttersprache. ervarb, desto weniger konn e die Synagoge als Stätte des Gebets ili r jedes Recht verweigern. Da gab es zunächst sachliche Erläuterungen u ld sprachliche Erklärungen in i nd neben den Texte i, in Arabjsch, Altfranzösiscli," Italienisch, Mittelhochdeutsch u. a. Mau verfaßte auch 2. B. in dem durch seile Frömmigkeit ausgezeichneten . Aschkenas“ jüdisch-dc ut »che Erhauungs- und Gehet- 'üeher zum Gebrauche! fiir die Frauen mit sparsamem 1 Einschlag des hebräiscieu W ortschatzes. Endlich war c as Verlangen, voll it in di ge Übersetzungen « er Gebete ip der Landessprache zu besitzen,;o mächtig geworden, d iß es Befriedigung finden mußte. Vas früher Ausnahme wi r oder auf besonderen Anlaß : urückgirg, — es wurde seit der Wende des 18, Jaliruinderts allgemein." Vor «-ine dankbare., aber keineswegs-deichte Aufgabe varen die Übersetzer gjst;!lt. Die einen, allzu ängstlich iuf Worltreue bedacht, taten dem neuen Sprachgeiste liebt Genüge, währerd sie zugleich die Kraft und Schönheit des Originals verdeckten. Die andern, dem •ignen Genius vertraue n], oft allzu gefällig Zeitströmunten dienend, wollten licat über-, sondern ersetzen, las Hebräische möglichst vergessen, machen. Wenige wußten aus eignen, seiligehen Tiefen soviel Weihe und Kraft in ihre Cherset; un fen zu bannen, daß sie auch mit modernem Wort- und Wohlklang und seinen Ideen- »erbiiiduiigcn Quellen d«, Gebets erschlossen. IVur «lie Berufensten waren so treue Vermittler zweier einander fernstehender W elten, d: ßsie Helfer 'und Führer zu echtem Geist und Sinn dts hebräischen Gebets wurden, dem sie doch alle dienen wollten. Denn wie berechtigt und willkommen in jede:- beliebigen Sprache das persönliche Gebet des Einzelnen war, das aus dem Herzen kam, der Charakter «1« Gottesdienstes sollte, mit wenigen Ausnahmen, nirgends des hebräischen Grundtons Eine große Loge der Gebetsübersetzungeil solche, die ihn vermissen ließen; Unkundigen entgegen. Die große Judeiheit im weiten, deutschen Sprachgebiet bevorzugt bif heute äopj elsprachige Siddurim, Macnsorim, ijhumotchim, und diese ■ waren ein Spiegelbild ihrer geistigen uh 1 seelischen Faltung, die von Glaube und!Heimat zugleich bestimmt und getragen wurde. . Vorläuferin war . den deutschen J Ui lenheit in die ser .Hinsicht die orientalische Babyloniern, sodann aber lie spanische gewesen. Seit! dem 7, Jahrhundert waren lie Gemeinden des Ostens und IVordafrika s vor allem v mi arabischen Idiom umrauscht, und die Verschmelzung jüdisch-arabischer Kultur erreichte bemerkenswerte Höhepunkte. Wieder / war es ein* Gaon von Sura, R. Saadja b. Joseph aus Fayyuii der dem Arabischen auch «lie Synagoge am weitest ui öffnete. Er gab der Judenschafl eine Arabische Bibelübersetzung in lie Hand, und. verfaßte eine Gebetsordnua^ mit arabischen Anordnungen und arabischer Wiedenabe ihres Inhalts. Anregend blieb sein W irken bis heute : nsoweit, daß Gebetbücher späterer Herkunft aus Alex a ldrien un«l Bum- „ bay, aus Jerusalem und Bagdad für aiabiscli sprechende Gemeinden Vollständige arabische Übertragungen aufweisen l'tafsir oder larli genannt); um' die bucharisishe Juden heit ebenfalls lihr Vertrautes Pt misch neben dem gewöhnlich mit größeren Charakuren gedruckten .hebräischen Gebeten fhulet. Als Besonderheit sei bitmerkt, daß ein veianiitlich erstgedrutktes, äthiopisches Gebetbuch der Falakchas sogleich niitjeiner Übertragung erschienen ist (Paris, 1872 von Joseph Halevy), aber einer solchen in «las Hebräische. # ' 1 Wenden wir uns Spanien zu. Aus den Dichtungen eines Salomo Gabjrol, Jehuda Halei'it Mose ihn Ejsra strömte, trotz ara 1 »isclier Umwelt, «lei Wohlklang Jer Harfe Daviils. Hebräische Hymnen schenkte auch der Dichterchor, «len «h-r Synagoge, bis bin zu den Zeiten de Verfolgung und Vertreibung. Dann rauischen, wie «ler und Portugals Son ie und-Boden, Luft ben konnte, nicht iber die Spräche.' .In betbüehern hzw. ihren frühzeitige tritt uns bald ui Sprache Cervantes sie kamen in «len Jahr m s türnijscher Reformen dem Besynogogalen Dichtungen nach dem Vorgänge Eleasar Kä- Kastiliens Sprache aber zeigte es sich;« laß man der njarausgewanderten Julenheit Spaniens Italien, bald auf lern Balkan jdie entgegen. Im „Orden de Oraciones“, gedruckt -Vrrara 1553, klingt eine Strophe jaus Gahirols ,Schofet Lol haare^z': - j Ivez de toda la tierra,.y(ä ella eil uyzio liaze esfar.. umschmeichelte, und Wässer riausefardischen )Gen Übertragungen mercc«l sobre puehlo la maiiana en lugar pöhre ayuntaras, de al^acion iiäras n de la maiiana, <p C « alijaeion «fei Ruego vidas y y ä oraeion «1« «•starr Al^aciOc eontiniio. ltali«‘;is früheste Gelehrte un«l Dicliter, gesättigt niit ' Sprache mul Liteiatur «les hl. Landes, «lie inzwischen viel Fremd- und lehngut in sich aufgenommen' hatten, bereicherten «len römischen Und deutschen Ritus imit 99

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