Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1935
- Issue
- Nr. 9/10 - September/Oktober
- Date
- 1935-09-01
- Page
- Seite 93 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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licl?n und Dich heiligen gleich dem gcheimi liserfüllten Kul’ der heiligen Seraphim^ d e Deines Namens Heiliguii.g vollziehen in Heiligkeit, wie es gesclirieben ist dun:h die Hand Deiner Künder: einer ruft dem anderen zu ind spricht: Heilig, heiligt heilig ist Gott der Umseh rte, voll ist die ganze Efede seiner herrlichen Gegenwai t.“ Indem die betende Gemeinde den Anbetungsruf der Engel für sich aufnimmt, vollzieht sip n geheimpis' oller Weise -die Anglfeichang an die Engelwelt, mä ht sie sich zürn Spiegel urd Abbild ein« r höheren We t. Im sephardischen pitu» ist noch ein anderes mystisches Motiv in die K^dusuha eingefügt; dort wird sie begonnen mit dem Hiriwei* darauf, daß dflö Himmlischen Gott mit ihrem Ryif d<-r Heiligung eine Krone wellen. Wir haben, das dar’ mau wohl sagen, nicht mehr der,' naiven Glauben an »las, was hier das Wörtliche besigt, aber die Worte des Gebetes behalten ihre Kraft un«l ihr Recht, wenn ans ihnen in den Betenden die Sehnsucht nach Überbrückung der Kltif: zwischen IrdpseliPin und Göttlichem eins römt. her jüdischen Mystik, ist ii :>er alle sonst ge Mystik allen Religionen hinan i eil Ziel eigentümlich, die in nciti zu die Erlösung Israels zu bewirken.' Das setzt wiederum einen best iinmten. Glauben, eine jewiase Seclenhaltung \oraus. Hier ist Untergrund der G aub >, daß der Mensch durch sein Tjm, durch die Kräfte seiner Seele, durch die Art, in der er diese Seelenkräfte richtet, einen Einfluß auf die himmlische Welt auszuüben vermag, Wem man das Wt -t aussprechen darf, Gctt bewegen kann. Ein besonder n starkes Mittel, die Saiten erklingen zu lassen, die. dritten angeschlagen, droben ertönen, hell oder dumpf, je ach des Menschen Helligkeit oder Dumpfheit in sjtijßeele, ist das Gebet. S o wi rd das Gebet i m Ganzen ^inem Mittel, der Not der Welt ein Ende su machen, Pforten der Gnade auf zusp-engen. Das k rnn seinen Niederschlag in den Wort m d?s Gebete« sei >st finden, die mittelalterliche Kabbaa hat manche; so in die offizielle Mystik, «tae Mystik als orgar um Teate der Gebete eingefüf t, es kann aber a Nidderschlag in der, Gesamt haltung der Seele 1 eim Beten finden, ohne daß besondere Torte davon Kunde ableg |n. Die Worte des.Gebetes lehalten ihren Prägung, aber der Betend? legt einen neuen neue Kraft in sie liii ein. So formte di? Kabbala dem Gebet ein Instrt inenl der Erlösung, «o legte Chassidismus alles Gewicht auf dieses B aus ihm mußte dem pra rt woi||tung fe.h benetinen. aber wir stellt i unc flat Du i ewußtsein, Gebot eine besondere Innigem aus der im kei , eine besondere Erfülltheit der Seele, eine beson der* Tiefe der Andacht zu eigpn werden, un 1 ■ zugleich etc sich in ihm ein bosond?res Gefühl d;r Verantaus. Wiederum muG man nun sj gen: der Glaube an da < w a|s diese Wortfe inuigkeit solchen 1 Jetenn, und wir wünschten, iTMCll unflieit in uns solel i und Enge zi i sch vingtsein des Betens. Und ei bleibt auch hei uns ein M>stisches, wie in solchem Besohw n Ekstase, wenn sie einmal in ebier erreicht ist, ein Gefühl des Herrsihis über Welt Einzelleben, über Schicksal und das eigene Selbst uns aufkeimt. Das Beten des einzelnen hat nie seine Regeln, et ist immer, wenn es sich nicht an Text [nid Vorschrift hält, ein Quellendes und bleibt so ein G dicimnisvolles. Gebet der Gemeinde . unterlag ipi hundert einem Prozeß der Reformierung, der s?lb ständigen Änderung und Umgestaltung. Es sei neberbei erwähnt, daß diese Reform, neben yfiilem anderen auch darum auf Widerstand stieß, weil! gtsein, in solc her ücklichen Stu nde ind Das i reunzehnten J, ihr nach ' jenem oben skizzierten Glauben das Gebet ein El! Ittel der Erlösung sein sollte. Dann aber war jedesj Tort wichtig, aus jedem Wort konnte, aber nur, wenjnman es nicht mit Willkür behandelte, ein Engel der Erlösungshilfe geboren werden; wie durfte man dajindc ri? Aber das neun zehnte Jahrhundert dachte rational es hatte für djese Gcdaiikengänge kein Organ mehr. ging, wie man das kussion mr. die Frage des Gebetes in ein rationaler Zug hinein. Die Erwi Gebet dem Bet-Willigen verständlir i macht, wie nan;nt- So' kam in die ihn zur Entfaltung seine« Willen|s das icht gen bewundernd vor Hinaustreten aus *der eigen wäre, solch ein Beuch seinen Laut, ihre Sinn und scheidend. Die Frage der Rechtfertigung des Textes der prüfenden Vernunft war die wilclitige. Über all ist, weil auch heute Von den Parten n umstritten, n zu reden. Aber.all dies in allen .üi :ern vorhanden wesetie Hationale war nur ein Durc gang, ein Umn-ep, ** Wenn das Paradoxon gestattet ist, lp in trat an das Gehet rationalistisch heran, um es so zu gestalten, daß das Irrational^, das Mystische wieder zu feinem vollen P?cht kommen sollte. Denn ewig bleibt dis das Ziel. Bcdin- ' giingeu zu sch'affen, dank denen dei Mensch sich nach seiner Entzweiung betend in das C iheimnis der Wiederherstellung der Einheit mit Gott 6tiirzen kann. Die sierte Lehre, ljatteder zur eilit und uns an sich der Glut dafür den Ausdruck, daß-der Beten le die Funken Go.ttheit, die in die Welt-sich zerst euen. zu Gott Einheit zuriiekführt. Über alle orgar isierte Lehre b es die stete Aufgabe, sich aus dem Gespaltensein der Entzweiung zur Einheit, zur Eüi jn Bereitschaft zu setzen. ’ Das abei ist immer rir hciinnisvoller Vorgang, Geheimnis d?» Einzelnen. Wir nennen die Stimmung -des (resammeltseins, der Beschwingtheit, in der solche Einheil sich vollzieht „Andacht“, das Wort der heiligen Spra he für diese Stimmung ist Kaitnvana, wörtlich „Rieht ing, Gerichtetsein' Die Worte des Gebetes sind gleich lam der LeibJ das Knochengerüst des Gebetes, die Anc icht, die Seele, das wirkliche Leben, die Belebung. Da um wurde au* den Kreisen der mystisch Fromipeh in Deutschland im frühen Mittelalter das AVort geprägt, über das hinaus nichts gesagt werden kann; , „Gebet ohne A n d a c h t-*gl>! i c h t eine Leib ohne Seel?.“ 93 allen Partcilapern bewegt-, war!)is-