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Der Orden Bne Briss · 1935-09-01 · Nr. 9/10 - September/Oktober · p. Seite 87

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1935
Issue
Nr. 9/10 - September/Oktober
Date
1935-09-01
Page
Seite 87 (sequence 11)
Language
German
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ft mr M poitfercn, auch an mystische Vorstellungen ankJingcn— dpi 'Ausdruck. Aber auch an Tagen, an (lenen werktagtägliche .Arbeit -gestattet'1 ist, wie am Neumond.»- t a g e., an C h a n u k k a und Purim, bekommt der religiöse Rhythmus des häuslichen Lehens durch Einschaltungen in das Tischgebet eine besondere Note, und insbesondere «las Chanukkafest wird durch das mit dem Lieliter-Entziinden verbundene, unspre älteste Geschichte im Fluge durcheilende Lied. „Moau; zur“ zu einem durch Beliebtheit ausgezeichneten häuslichen Volksfest. Die religiöse Durchdringung d«s Lehens wäre nicht vollständig, wenn nicht auch die Si inderfälle «Im Lehens durch häusliches Gehet in «len B«zirk des Ewigen eingesponnen würden. Die Einführung des Säuglings in den Bund Ahrahams durch die Bi sehneidung,die Auslösung des Erstgeborenen, «lie Eh« Schließung und auch der Heimgang in die Ewigkeit finden ihren häuslichen .Ausdruck, sei es durch besondere, unmittelbar {für «lic Handlung bestimmte Gebete, sei es durch Einschaltungen in «las Tischgebet, sei es durrlr Versammlung eines Minjan zur Verrichtung <les’ Gern dndegehetes im Kreise «ler Familie. Aber auch sonst w« rdon «lie Wer iselfälle' und Ereignisse des Lebens berücksichtigt. Was wir im Lehen auch tun, ob wir im Kreislauf tles Jahres zum der Mond zum erstenmal nach scinej* der erscheint, ob wir eine Reis«? unjti es auch sonst sei, j— immer findet |i i, in ' Eh Ausdruck in einem Segensspruch, i der persönlichen Andacht und "«‘gehen ist. So haben wir e Verdunkelung cgnehmen, und Ereignis s« einem Gebete ■iffenheit anl: n Mittel kennenge Judentum unser gjinzes Lehen in -das rintauchen will. Las häusliche;; Gehcl. jedes Erlebnis un«j Geschehnis in unp lose Verbindung f)it Gatt zu hringi machen mit «lern Vertrauen, auf «le.n Forderung zur \ lebendigen Gott. Aber darüber hinaus erinnerlichuug un ersten Male eine Frucht genießen ‘ oder ein neues Kleid anziehen, ob wir eine frohe oder traurige Nachricht empfangen, ob wir Wunderbares die Pflicht des Challohnehmens vim Brotteig erfüllt, ob erfahren, ob die Frau dessen Ausbau z.uj einer wahrhaften und Gesinnung, l arum wollen'unser - beten wie Hannali, die Mutter des die „aus ihrem F erzen sprach“. Die meinsamem, öffentlichem GeJiete uns leben ki'tnnte, iit infolge der Un::i Menschen ein seltenes Geschenk. Al Gebete ist uns «lie Möglichkeit gege Herzen zum G« ttlichen aufziisteige Nachbar uns stö-t und bindert.' Be große Iahensmaiht: aber man niu luuigf durch llingah erzen, mit ganzer durch Selhsterzi« „mit gunzeni 1 Kraft4- Wie eine jüdische Mutter mit ihre Von Schw. Else R a b i n , Breslau, vreisen des deutschen Es galt lange Zeit in weifen Judentums, wenn sie sich überhaupt über Prinzipien «ler Kindererziehung Rechenschaft gaben, als Dogma, t ■ daß man nicht das Recht habe, <: in Vorstellungen . un«l Aiischauu igen religiöser Natur einzuführen, bevor er in sich selber die kritische Fällig' keit .ausgebildet habe, prüfend scheiden. Durch schweres inneres wie. was inen das eiinmstflen ernt, mit den das Goltcsbewußtseiii soll uns anlriten, littelbare, lii«kenl, befleutet Ei El cliaj, auf - bedeutet es i eiu«- >er«es Lebens [un«l religiösen Haltung Weisen, daß wir Propheten Samuel, Glut, .die aus ge- ‘iitzünden und beilängliehkeit der er - fm . häuslichen heu, aus tiefstem l, ohne daß der enkönnen ist eine t. sie sieh erobern an «las Göttliche Seele und ganzer n Kindern betet* 'es die Fordern!) ist eines «ler v aber gibt man and wählend zu Erlebnis auf ler Zeiten ist, das entsich g -unserer Zeit w ie lvinil von vornherein in das jüdische religiöse Milieu des Denkens upd Fühlenst hineinziupcllcn. Das Gebet lclitigsteu Elemente im Kltemhausc, dem pflichtigen Kimle, «las seine ersten zagenden Schritte in die Welt des jüdischen'Geistes' unter rimnit? Eine erste Forderung: Man liefe selbst zurückgeworfen, «ler Klein icit «Im eigenen liilfs- «les zweiten Lebensjahres an ' mit «Irin Kin«le in «len bedürftigen Seins gegenübergestel t, ahnt der Jude nunmehr wieder «len Wert «ler relig Ösen Kräfte, die seine Vät'er, die unkomplizierten Kinder einer minder aufgeklärten Zeit, in so starkem Msße Ix-sessen haben. Er erkennt «lie Berechtigung eines autoritären Systems in der Kindererziehung, das nicht j< des Kind mühsam den Weg der Entscheidung, «len das Menschengeschlecht zurückgelegt hat, nochmals von sich aus durchwandern läßt, sondern es frühzeitig mit de n kostbaren F.rhe, «lern durchdachten un«l durchlebten, ja durchlittenen religiösen Geilankenun«l Empfind mgsgut «ler Väter beschenkt. Man ist sich heute, wenigste is in den Kreisen «ler Älteren, «lie die Führung erstre! >en, «larüber klar, «laß dü-ser NN eit. NN as noch nicht sehtili'on «lern Abschluß NVorten unserer heiligen1 Sprache. Kind mit Heite-k'eit, ja riiit Übermut «ler Vt orte aufiielimen. Bald aber wird es ihm zum Ehrgeiz, die Wort; richtig zu wiederho’ Das Gedächtnis «las hebräische die Ehrfurcht vor «ler vefn den Vörfaliren überkomme-/- neu Besonderheit. VTas wir unseren Kindern als fivbet zunächst zu übergeben pfl’gen, ist nicht ein (Hoffen, For«l<rn, Geloben), son«rerr1 *— so paradox zur Welt des kindli Grundbegriffe, was die Gebet!weit der Erwachsenen erfüllt, ist dem Zunächst wird das hui fremden Klang en und zu bilden. wie die ungelenke/Zunge üben si«h, und , Wort «Mwirbt sich «lie Vertrautheit un«l iehen-, Geistes es klingen mag — es sind tragende I«Ieen «les Judentums. Vieles, 87

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