Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1935
- Issue
- Nr. 9/10 - September/Oktober
- Date
- 1935-09-01
- Page
- Seite 85 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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werden damit geradezuzum JBräutigam“ der Torah deklariert. Diese und ähnliche weiBe Glhderung der Ftmktionen der Gemeindemitglieder haben dem jüdischen Gottesdienst eine besonders hohe Lebendigkeit uhd einen hohen Reichtum an '-Nüancieruigsmöglichkeitjcn -gegeben. ln feierlichem Ernst und s<lbet im Scherz ist hier bei Verteilung der Tqrahabschnit e und sonst mancherlei Bezugnahme auf daa persönlich;te Leben des Einzel-- nen einflechtbar. Ich entsinne mich. z. ß., 'daß nach einem Gottesdienst jin Spanien der liebenswürdige . Scherz herumgeeprocl len wurde, rin Gelehrter habe sich hier an einem anderen nach einem lebhaften Wortwechsel am Vortag in der Weise „gerächt“, daß er ihm als Vorbeter ein beionders laiig dauerndes Halten der schweren Torahrolle; ils Ehrung libertrug. Das besonders intime und zugleich “freiheitliche religiöse Empfinden des Juden hat sich nicht zuletzt in der Ordnung seines Gemeindegottepdienstes einen entsprechenden Ausdruck geschaffen.! Und es hat damit zugleich das religiöse Verbundenhelitsgefühl der Gemeinschaft durch die Jahrhunderte hindurch unendlich gestärkt. ' Die Gemeinde! erhebt den| Einzelnen aus seiner Isolierung und über (seinen Egbisnms zum jemeinschaftsbewußtsein, zur gpschichtlifchen Kontinuität und schließlich zum Gedanken der mesfciani sehen Mer schheit. Das häusl Jotef Budko che jüdische Gebet \ on Br. Sc h o r s c h Jüdische Religion j verlangt totale Gestaltung des Lebens. „Du sollst darüber reden), wenn du in deinem Hause sitzest, und wein du deines Weges gehst, wenn du dich niederlegst ’ und wenp du aufstellst“, so sprechen wir in dem ältesten, Ursprünglich der häuslichen Andacht aufge^ebenem $ch'magebete. IKabban Gamliel sprach dieses debenumfässende Gebet jauch in der Hochzeitsnacht (obwohl der Bräutigam jvon. der Pflicht des Scli’malesens befreit ist), weil er dicht gewillt war, das „Joch des Himmelreiches“ auch nur eine Stunde abzulegen. Aus!solcher Gesinnung heraus ist es zu verstehen, daß das; J udentum nicht nur in einem Öffentlichen Gottesdienste durch die gewaltige Kraft der Gemeinsamkeit die Gedanken zum Göttlichen einporreißen will, sondern dpß es auch das stille Leben der Häuslichkeit mit Gebeten und religiösen Handlungen umsponnen hat. Höchste Religiosität zeigt sicln ja besonders darin, daß man' sich in seinem privaten Leben, wo kein menschliches Auge prüft, an das Göttliche bindet. Darum hat das Judentum gerade auch den häuslichen Alltag, in die religiöse Gebetsatmosphäre eingehüllt. Der Tag ist. gegliedert durch das dreimalige, auf biblische Quellen zurückgehende Gebet des Schacharis, Minchah und Mäariv. Wer es nicht mit der Gemeinde öffentlich verrichten kann, soll es selbstverständlich in seinem Hause verrichten. D tgegen llaus bestimmt sind die Gebete, die sich um zeit ranken. Formlose Nahrungsaufnahme ist natür: :.js der Tiere. Ausdruck des Selbsterhaltungsstrebe Jude dagegen bindet nich auch in djeser .Gruiidham hing an Gott. Er erhält se n Leben,.um Gott zu dienen. Also waschen wir die Hände vor Tisch| mit einem Se Spruch, indem wir zun Ausdruck bringen, daß Goti diese, der Sauberkeit Ka<l Jist h nur füf die? das .\Iahl- ■ltcher Der dienende Handlung befojilen, denken dabei1, (m Segenssprui wir auch däs brechen das Brot und die letzte Ursache aU;s Seienden,- de liehe Geschenk des Trotes verdank an den Tisch, und das auf ihm malmt uns an die ' symbolische Tisches als Altar, bei dem das Sa Bundes mit Gott nictit fehlen darf, wir auch unser Tisc igespräch in di< einhauen sollen, denn Judentum W’ortgebet, sondern wahrhafte religio sinnung. Darum schließen wir.auch es begonnen, inder 1 wir unsere Höchste richten und uns im Tieehj Gnade bewußt werden, ohne;die stehen könnte. Haben wir so durch religiöse Handlungen und G( ch TI W-’ir setzen tehendc Salz;;< uffassung als Ausdruck ein Wunder, Worte der (erlangt nicht Haltung uni iser Mahl, w edanken auf aete der göttli Hits auf Erdeii are tägliche A ete gegliedert gensuns Wir au köstuns efäß leres' des daß iora nur Geie wir das ilchen berbeit und 35